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Geschäftsaufgabe

19.02.2015

Ende einer Tradition

Maximilianstraße bald ohne Kunsthandlung Müller

Eine feste Größe im Augsburger Kunst- und Antiquitätenhandel ist die Kunsthandlung Günter Müller in der Maximilianstraße 54 – allerdings nur noch bis Ende März. Noch aber ist der Blick durch sieben kleine Schaufenster in die zwischen St. Ulrich und Schaezlerpalais gelegenen Verkaufsräume möglich, in denen Kunstwerke von der Renaissance bis ins 18. Jahrhundert, Grafik und Volkskunst angeboten werden.

Grund für das Aus dieses Traditionsgeschäftes ist die Tatsache, dass das Haus aus dem Besitz der Stadt Augsburg an einen Privatmann verkauft worden ist. Bis zu diesem Wechsel der Eigentumsverhältnisse haben Helga Müller und ihre Tochter, die Kunsthistorikerin Helga Müller, nach dem Tod des Gründers Günter Müller im letzten Jahr die Kunsthandlung weitergeführt. „Die Kunst war sein Leben“, sagt Helga Müller über ihren Mann. Die Stadt Augsburg verdankt ihm unter anderem den direkten Nachweis, wann hier vor Ort Fayencen hergestellt wurden, aufgrund eines monogrammierten Kruges aus dem 18. Jahrhundert, den Günter Müller erworben hatte.

Des Händlers Fachwissen war in Sammlerkreisen geschätzt. International tätig, vertrat Müller die Kunst-Stadt Augsburg auch auf der jährlichen Antiquitätenmesse in München. Der Händler hatte sich im Einkauf wie im Verkauf ausschließlich auf Privatkunden konzentriert, auf Versteigerungen war er nie anzutreffen. Deshalb war sein Angebot breit gefächert, gotische Leuchter, feines Porzellan und Fayencen gehörten ebenso ins Sortiment wie Skulpturen, Gemälde und Möbel. Die Stadt Augsburg hatte 1978 von Müller einen Renaissance- Fassadenschrank mit fantasievollen Schnitzereien für eines der Repräsentationszimmer im Rathaus erworben.

„So, wie mein Mann das Geschäft geführt hat, kann ich es nun nicht mehr“, erklärt Helga Müller, und ein bisschen schwingt in diesem Satz die Wehmut mit, dass in Augsburgs Prachtstraße die Schrift „Kunsthandlung Günter Müller“ über den sieben kleinen Fenstern bald nicht mehr zu lesen sein wird.

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