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Augsburg

14.12.2012

Erdgas aus der braunen Bio-Tonne

Die Abfallverwertungsanlage in Lechhausen.
Bild: Archiv-Foto: Wyszengrad

Wer in der Region eine Braune Tonne hat, wird in einem Jahr zum Energielieferanten. Mit dem erzeugten Gas können 1800 Häuser versorgt werden

Region Augsburg Die Pläne der Abfallverwertungsanlage (AVA) im Augsburger Stadtteil Lechhausen, eine Vergärungsanlage für Biomüll zu bauen, werden konkret. Im kommenden Januar soll mit dem Bau der Anlage begonnen werden, ab Oktober 2013 soll der Probebetrieb laufen. Alle Haushalte der Region, die ihren Biomüll über eine Braune Tonne entsorgen, werden damit künftig zum Energielieferanten für das Werk. Wie berichtet soll die Anlage Biogas produzieren. Das Gas wird nach einer Aufbereitung von Erdgas Schwaben gekauft und ins Netz der Stadtwerke eingespeist. Gestern wurde der entsprechende Vertrag unterzeichnet.

Insgesamt wird die AVA, die von der Stadt Augsburg und den Landkreisen Augsburg und Aichach-Friedberg getragen wird, 17,1 Millionen Euro in das Vorhaben investieren. Bisher werden die 29000 Tonnen Biomüll pro Jahr kompostiert und als Erde wiederverwendet.

Künftig soll vor allem Energie daraus gewonnen werden. Die Menge liegt mit 28 Millionen Kilowattstunden im Jahr etwas über der des geplanten Stadtwerke-Wasserkraftwerks am Hochablass. „Damit kann man 1800 Einfamilienhäuser beheizen“, so Erdgas-Schwaben-Geschäftsführer Klaus-Peter Dietmayer.

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Untersuchung zur Mülltrennung

Allerdings muss dafür die Menge an Biomüll, die in die AVA kommt, gesteigert werden. In Augsburg gibt es die Braune Tonne schon seit vielen Jahren. Im Sommer hat die Stadt in Augsburg eine Untersuchung in Auftrag gegeben, die ermitteln soll, wie gut die Augsburger ihren Müll trennen. Die Vermutung: Zu viel Biomüll landet bislang in der Grauen Tonne. Die Ergebnisse der Untersuchung will Umweltreferent Rainer Schaal (CSU) demnächst bekannt geben.

Vor allem sind aber die Landkreise gefordert, wo der Biomüll traditionell eher auf dem Komposthaufen landet. Im Landkreis Augsburg werden momentan 55000 Braune Biomüll-Tonnen ausgeliefert. Ab 2015 ist die Trennung überall verpflichtend. Ausgelegt ist die Anlage für maximal 55000 Tonnen pro Jahr. Der Biomüll wird zusammen mit Baum- und Heckenschnitt in sogenannte Fermenter gegeben. Dort gärt er 18 Tage vor sich hin. Das dabei entstehende Biogas wird in einen Gasspeicher geleitet, fürs Erdgasnetz aufbereitet und dann ins Netz der Stadtwerke geleitet. „Die Abluft aus der Vergärung blasen wir in die Müllöfen, wo sie verbrannt wird. Die Geruchsbelästigung gegenüber heute wird abnehmen“, sagt AVA-Geschäftsführer Dirk Matthies.

Erdgas-Schwaben-Chef Dietmayer bezeichnet das Projekt als „hausgemachten Klimaschutz“. Das Biogas kann zum Heizen, zur Stromerzeugung und zum Antrieb von Erdgas-Autos genutzt werden. Erdgas Schwaben betreibt bereits Biogas-Anlagen in Graben, Maihingen, Altenstadt (bei Schongau) und Arnschwang (Oberpfalz). Teils werden diese mit Mais „gefüttert“, teils mit Essensresten oder Ausschussware aus Molkereien. Ab März 2014 soll die Anlage in Augsburg in den Vollbetrieb gehen. Sie funktioniert nach demselben Prinzip wie Biogas-Anlagen auf Bauernhöfen, die das Gas aber häufig vor Ort in Blockheizkraftwerken in Strom und Wärme umwandeln. Weil die Müllverbrennungsöfen aber schon mehr Abwärme produzieren, als das Fernwärmenetz der Stadtwerke von der AVA abnehmen kann, kommt das nicht in Frage.

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