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Unglück

30.04.2015

Erdrutsch: Wohnmobile stürzen beinahe in Fluss

Nahe am Abgrund stand dieses Wohnmobil, als Fluten aus einem Kanal den Parkplatz nahe der Bürgermeister-Ackermann-Straße am Dienstagabend unterspülten. Bis der Fahrzeugbesitzer zurückkehrte, hatte die Feuerwehr den Wagen in Sicherheit gebracht.
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Nahe am Abgrund stand dieses Wohnmobil, als Fluten aus einem Kanal den Parkplatz nahe der Bürgermeister-Ackermann-Straße am Dienstagabend unterspülten. Bis der Fahrzeugbesitzer zurückkehrte, hatte die Feuerwehr den Wagen in Sicherheit gebracht.
Bild: Berufsfeuerwehr Augsburg

Wasserfluten aus einem Kanal reißen Uferböschung mit. Die Feuerwehr kann zwei geparkte Fahrzeuge gerade noch in Sicherheit bringen. Stellplatz an der Ackermann-Straße bleibt vorerst gesperrt

Plötzlicher Erdrutsch am Wertachufer: Im Wettlauf gegen die Zeit verhinderte die Berufsfeuerwehr am Dienstagabend, dass zwei abgestellte Wohnmobile vom reißenden Wasser in den Fluss gespült wurden. Aus einem Kanal schossen solche Wassermengen in die Wertach, dass ein Teil der Uferböschung wegbrach. Die beiden auf dem Wohnmobil-Übernachtungsplatz stehenden Fahrzeuge drohten mitgerissen zu werden. Es hätten nur noch wenige Zentimeter gefehlt und der Augsburg-Aufenthalt der italienischen Besitzer der Reisemobile wäre zum Desaster geworden.

Deren zwei Fahrzeuge parkten auf dem für 20 Wohnmobile ausgelegten Stellplatz in der Nähe der Bürgermeister-Ackermann-Straße und des Restaurants Fischerstuben an der Wertach, als gegen 19.30 Uhr gewaltige Wassermassen aus einem Notauslass eines Kanals große Teile der Böschung abrutschen ließen. Ein aufmerksamer Passant rief Polizei und Feuerwehr. Letztere rückte mit 14 Mann und fünf Fahrzeugen an. Mithilfe einer Winde wurden die akut gefährdeten Reisemobile, deren Besitzer nicht da waren, in den sicheren Bereich gezogen. Die Polizei alarmierte außerdem einen Abschleppdienst. Nach und nach wurden sechs zu dieser Zeit an der Wertach geparkte Wohnmobile auf sicheres Terrain einige Meter neben der Abrutschstelle gebracht.

Gestern Mittag machten sich Mitarbeiter des Tiefbauamtes ein genaues Bild von dem unterspülten Böschungsbereich. Der Platz bleibt auf jeden Fall bis kommenden Montag gesperrt – wegen „Gefahr in Verzug“, sagte eine Mitarbeiterin der Behörde am Mittwoch vor Ort. Zur Sicherung der erodierten Böschung wurden gestern ein Bagger eingesetzt und große Steine aufeinander geschichtet. Am Tag danach stellte sich die Frage nach der Ursache des gewaltigen Erdrutsches, der zwar glimpflich abging, der aber auch schlimmere Folgen hätte haben können. Gleich drei Dinge seien in einer Verkettung sehr unglücklicher Umstände zusammengekommen, sagt Markus Haller, der den Gewässerunterhalt beim städtischen Tiefbauamt verantwortet. Zum einen führe die Wertach im Moment sehr viel Wasser. Dazu kam am Dienstag ein Steuerungsfehler am Schlauchwehr beim Fabrikkanal. Dadurch floss zu viel Wasser durch den Kanalnotablass auf Höhe des Wohnmobil-Stellplatzes in die Wertach.

Verschärft wurde die Situation außerdem durch Betonarbeiten am Senkelbach. Diese machten eine Reduzierung der Wasserführung bei den Fischerstuben notwendig, dadurch seien die Wassermassen, die in die Wertach geleitet werden mussten, nochmals angestiegen. Haller: „Deshalb ist die Uferpanzerung gebrochen.“ Man habe inzwischen einen zweiten Bagger angefordert, um die Arbeiten am Ufer zu beschleunigen. Sollte es Schadenersatzforderungen an die Stadt geben, würde man diese aus dem Gewässerunterhalt des Tiefbauamtes beglichen. Noch ist nicht geklärt, wer für die Schäden aufkommt. Das Unglück gelte als höhere Gewalt, so die Polizei, deshalb wurde die Staatsanwaltschaft nicht eingeschaltet.

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