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Erfreulicher Kurswechsel beim Erhalt von Altbauten in Augsburg

Kommentar Von Eva Maria Knab
21.02.2021

Plus In den vergangenen Jahren fielen in Augsburg zahlreiche historische Bauten der Abrissbirne zum Opfer. Die Stadt sah keine Möglichkeit für den Erhalt. Das scheint sich zu ändern.

Der Druck, in Augsburg mehr Wohnraum zu schaffen, ist enorm. Das birgt zunehmend Gefahren für historische Gebäude. In den vergangenen Jahren wurde von der Stadt zu wenig getan, um prägende Bauten zu retten, die nicht unter Schutz stehen. Dabei wäre das in Augsburg besonders nötig.

Neben den offiziellen Baudenkmälern gibt es in der Stadt zahlreiche Altbauten, die zwar nicht unter Schutz stehen. Trotzdem sind sie mit ihrer besonderen Architektur oder Baugeschichte mit prägend für das jeweilige Stadtquartier. Das können alte Militärbauten sein, ein Gärtnerhaus im Park oder sogar historische Industrieschornsteine.

Solche Bauten sorgen für Identität, oft auch für einen speziellen Charme im Viertel und damit für ein Heimatgefühl bei Anwohnern. In den vergangenen Jahren sind Stimmen von Bürgern immer lauter geworden, die fordern, mehr Altbauten zu erhalten, auch wenn sie keine offiziell ausgewiesenen Denkmäler sind. Auch Heimatpfleger Hubert Schulz mahnt das an.

Historische Quartiere wie das Bismarckviertel in Augsburg sollen intakt bleiben

Das Fatale: In Augsburg zählen gewachsene Stadtquartiere mit relativ historischer Bausubstanz zu den beliebtesten Wohnorten. Dort lassen sich hohe Mieten und Verkaufserlöse erzielen. In der Folge sind gerade dort Investoren unterwegs, die einzelne Bauwerke abreißen und durch Neubauten mit größerer Kubatur ersetzen wollen. So ist das aktuell auch bei einer alten Villa in der Hochfeldstraße. Sie soll die abgebrochen werden, um ein größeres modernes Wohnprojekt zu realisieren.

Erfreulich ist jetzt aber, dass die Bauverwaltung zur einem Kurswechsel bereit ist. Dort will man offensiv dafür sorgen, dass historische Quartiere wie das Bismarckviertel intakt bleiben. Den Plan, erstmals in Augsburg eine städtebauliche Erhaltungssatzung zu erlassen, kann man nur begrüßen. Einige andere Städte machen von diesem Instrument längst Gebrauch.

Wasserschaden macht Rettung der Villa an der Augsburger Hochfeldstraße noch schwieriger

Der Vorteil ist, dass damit besondere alte Gebäude gerettet werde können. Andererseits haben Bauherren deutlich mehr Freiheiten, sie zu sanieren und in ein zeitgemäßes Wohngebäude umzuwandeln, als es bei einem Baudenkmal der Fall wäre. Umso schlimmer ist jetzt, dass in der umkämpften Villa an der Hochfeldstraße urplötzlich ein schwerer Wasserschaden entstanden ist, der ihre Rettung noch schwieriger machen dürfte.

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