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Ergebnis halbiert: Der tiefe Fall der Augsburger SPD

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Kommentar Von Michael Hörmann
26.05.2019

Die SPD stürzt bei der Europawahl in Augsburg von 20,5 auf 10,1 Prozent ab. Die Ausgangsbedingungen für die Kommunalwahl könnten nun kaum schlechter sein.

Am Freitag wollte Augsburgs SPD-Fraktionschef Florian Freund eine Aufbruchstimmung in der Partei ausgemacht haben. Am Tag zuvor hatte die Führung der SPD den Ordnungs- und Sportreferenten Dirk Wurm als OB-Kandidaten für die Kommunalwahl am 15. März 2020 präsentiert. Durchaus selbstbewusst zeigte sich der 39-jährige Wurm bei seinen ersten Auftritten danach. Am Sonntag kehrte dann tiefe Ernüchterung bei der SPD ein. Es herrscht Katerstimmung. Das Ergebnis der Europawahl von etwas mehr als zehn Prozent ist aus Sicht der Sozialdemokraten beschämend.

Der Absturz ist wahrlich erschreckend: Denken wir nur allein daran zurück, dass noch bis April 2008 ein SPD-Oberbürgermeister im Rathaus regierte. Es war Paul Wengert, der allerdings nach nur einer Amtszeit das Amt verlor. Auf kommunaler Ebene begann mit dem Aus von Wengert im Jahr 2008 der Fall der SPD. Er setzte sich bei der Wahl 2014 fort. Von 19 Stadträten fiel die Fraktion auf 13 Mandatsträger zurück. Dass die SPD von der CSU als Koalitionspartner aufgenommen wurde, mag über das schwache Abschneiden nicht hinwegtäuschen.

Europawahl 2019: Zwischen SPD und Grünen haben sich die Verhältnisse verschoben

Dritter Partner im regierenden Rathaus-Bündnis sind die Grünen, die es im Jahr 2014 auf sieben Stadträte brachten. In nur fünf Jahren haben sich die Verhältnisse nun also komplett verschoben. Die Grünen haben die SPD längst überholt und abgehängt. Landtagswahl und Europawahl sind Indizien dieser eindeutigen Entwicklung.

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Die Ausgangsbedingungen für die Kommunalwahl 2020 könnten unter diesen Voraussetzungen kaum schlechter sein für die SPD und ihren OB-Kandidaten. Auch wenn Dirk Wurm als Person punkten mag, zieht ihn der Sturz seiner Partei ebenfalls nach unten. Wer das Kräfteverhältnis zwischen SPD und Grünen analysiert, muss sagen: Dirk Wurm darf froh sein, wenn er als Kandidat vor dem Grünen-Bewerber liegen würde. Wer hätte dies noch vor ein paar Jahren in einer Stadt gedacht, in der die Sozialdemokraten lange Zeit die bestimmende Kraft waren. Man denke nur an die erfolgreiche Ära unter Alt-Oberbürgermeister Hans Breuer.

Lesen Sie dazu auch: "Fantastisch": Die Augsburger Grünen jubeln über ihr Ergebnis

Lesen Sie dazu auch: Wie OB-Kandidat Dirk Wurm in Augsburg gegen Eva Weber gewinnen will

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Die Diskussion ist geschlossen.

27.05.2019

@ Peter P.: Der*die Kandidat*in wird in den kommenden Tagen und Wochen bestimmt. Die AZ berichtet laufend darüber:

https://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/325-Augsburger-Gruene-entscheiden-ueber-den-OB-Kandidaten-id54391491.html

Fall es Sie interessiert, sind Sie herzlich zur Diskussion der Bewerber*innen um die Kandidatur am kommenden Freitag, 31.05., 19:30 Uhr, im Brauhaus 1516 (Hauptbahnhof) eingeladen.

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26.05.2019

Falls die Kommunalwahl ähnlich ausgehen sollte (Achtung, Spekulation!), dann gingen die OB-Kandidat*innen von Grünen und CSU in die Stichwahl. Sollten SPD, Linke und ÖDP den*die Grünen-Kandidat*in empfehlen und die FDP die CSU-Kandidatin, dann dürfte das ein ziemlich offenes Rennen werden. Natürlich ist das zum jetzigen Zeitpunkt erstmal nur ein Gedankenspiel, aber das Europawahlergebnis zeigt in jedem Fall, dass die Parteienlandschaft in Augsburg in Bewegung geraten ist.

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27.05.2019

Wer ist denn der grüne Kandidat, der gegen Frau Weber antritt?

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