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Augsburg 

10.07.2018

Ermittler suchen mit Spürhund die Caritas-Brandruine ab

Das Caritas-Gebäude ist nach dem Großbrand völlig zerstört. Nun laufen die Ermittlungen.
Bild: Silvio Wyszengrad

War es Brandstiftung oder ein technischer Defekt? Die Ermittlungen in dem ausgebrannten Sozialzentrum der Caritas in Augsburg sind nicht einfach. 

Die Ermittlungen der Kripo nach dem verheerenden Großbrand im Caritas-Sozialzentrum in Göggingen dauern an. Auch am Dienstag wurde die Brandruine noch einmal von den Ermittlern der Kriminalpolizei untersucht, sagt Polizeisprecher Siegfried Hartmann. Dabei setzen die Beamten auch einen Hund ein, der Spuren von Brandbeschleunigern wie etwa Benzin erschnüffeln kann.

Wie es zu dem Großfeuer am Sonntagabend kommen konnte, ist noch immer unklar. Eine Theorie ist, dass zunächst ein Kleintransporter in Brand geraten sein könnte, der im Hof stand. Von dort aus könnten die Flammen dann auf das in Holzständerbauweise errichtete Gebäude übergegriffen haben. Das Fahrzeug wurde allerdings das ganze Wochenende über nicht bewegt. Möglich wäre auch ein technischer Defekt, etwa an einem elektrischen Gerät. Allerdings, so heißt es, sei erst vor acht Wochen die gesamte Elektrik von einem Fachmann überprüft worden. Eine Brandstiftung schließen die Ermittler derzeit zumindest nicht aus – das ist auch daran zu erkennen, dass der Brandmittel-Spürhund eingesetzt wurde. Polizeihund Aicky von der Hundestaffel der Augsburger Polizei war am Dienstagnachmittag dort mit seiner Nase im Einsatz.

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Feuer zerstörte Caritas-Gebäude in Göggingen
Bild: Jörg Heinzle

Die Feuerwehr war nach wenigen Minuten vor Ort

Was alle Beteiligten verwundert, ist die große Geschwindigkeit, mit der sich das Feuer ausgebreitet hat. Bei der Feuerwehr sagt man, es sei zumindest „merkwürdig“. Obwohl die Einsatzkräfte sehr schnell reagierten, war das Gebäude nicht mehr zu retten. Um 21.08 Uhr ist bei der Leitstelle der Feuerwehr der erste Notruf eingegangen. Es war der Hausmeister des Sozialzentrums, dessen Hund bemerkt hatte, das etwas nicht stimmt. Nur sechs Minuten später, um 21.14 Uhr, war der Löschzug aus der Südwache der Berufsfeuerwehr vor Ort. Zwei Minuten später kam bereits der erste Wagen der Freiwilligen Feuerwehr.

Zu dieser Zeit stand das Gebäude aber schon lichterloh in Flammen. Allerdings: Sowohl das aus Holz gebaute Gebäude wie auch das darin gelagerte Material – unter anderem Kleidung und Möbel – boten den Flammen viel Nahrung.

Der Geschäftsführer des Caritasverbands Stadt Augsburg, Dr. Walter Semsch, äußert sich zu dem verheerenden Brand des Caritas-Gebäudes in Göggingen.
Video: Marina Mengele

Bereits am Montag hatte die Polizei auch eine Drohne eingesetzt, um sich einen Überblick über das teilweise eingestürzte Gebäude zu verschaffen. Diözesan-Caritasdirektor Andreas Magg, sagte, einer seiner ersten Gedanken sei am Sonntag gewesen, dass es sich um Brandstiftung handeln könnte. Womöglich deshalb, weil sich das katholische Hilfswerk auch stark für Flüchtlinge engagiere. Er hoffe, so Magg, dass an dieser Sorge nichts dran sei.

Caritas-Gebäude ist nicht mehr zu retten

Die Verantwortlichen beim Caritas-Stadtverband gehen indes davon aus, dass das Gebäude nicht mehr zu retten ist. Sie rechnen damit, dass das Sozialzentrum neu gebaut werden muss. Allerdings geht das nicht von heute auf morgen. Auch wenn hierbei wirklich alles schnell genehmigt werde, sagt Geschäftsführer Walter Semsch, „müssen wir davon ausgehen, dass erst in eineinhalb Jahren das neue Sozialzentrum wieder steht.“ 120 Frauen und Männer hatten in dem vor acht Jahren eröffneten Sozialzentrum ihren Arbeitsplatz. 50 im pädagogischen Bereich, 50 in einem Arbeitslosenförderprojekt und 20 in der Küche des Projekts „Café Werthmanns“. Sie alle sollen ihre Jobs behalten.

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Erste Untersuchungen an der Caritas-Brandruine
Bild: Annette Zoepf

Im Gebäude befanden sich unter anderem ein Kleider- und Möbellager, in dem sich Bedürftige eindecken konnten, sowie mehrere Beratungsstellen. Erste Ausweichquartiere sind bereits gefunden, unter anderem im Canisius-Haus in Haunstetten. Außerdem sollen Bürocontainer aufgestellt werden. Zudem kann das „Café Werthmanns“ vorübergehend die Küche einer anderen Caritas-Einrichtung nutzen. In dem abgebrannten Sozialzentrum wurden unter anderem 250 Essen für Kita-Kinder zubereitet. Sie werden nun von der anderen Küche aus weiterversorgt.

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