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Augsburg

08.03.2020

Erste Infektionen: Die Stadt Augsburg ist jetzt Coronavirus-Gebiet

Corona-Einsatz für Feuerwehr, Rotes Kreuz und Mitarbeiter des Gesundheitsamtes: Im leer stehenden Abfalldepot in Haunstetten nahm am Wochenende eine zentrale Diganosestelle ihren Betrieb auf.
Bild: Bernd Hohlen

Plus Zwei Augsburger haben sich mit dem Virus infiziert, damit gibt es jetzt zwölf Fälle in der Stadt und den beiden angrenzenden Landkreisen. Am Wochenende nahm eine Diagnosestelle in Haunstetten ihre Arbeit auf.

Das Corona-Virus ist im Stadtgebiet Augsburg angekommen. Mittlerweile gibt es zwei Erkrankte in Augsburg – damit steigt die Zahl der Fälle in der Region auf zwölf. Einen ersten Fall meldete das Gesundheitsamt am Samstagmittag, am Sonntag wurde der zweite Fall einer in Augsburg gemeldeten Person bekannt. In beiden Fällen wurde für die Betroffenen und ihr nahes Umfeld Quarantäne angeordnet, so die Stadt. Derweil hat die Diagnosestelle für die Region im leer stehenden Abfalldepot im Augsburger Stadtteil Haunstetten ihre Arbeit aufgenommen. Ärzteteams des Gesundheitsamtes testen dort Kontaktpersonen von Erkrankten auf eine Infektion.

Den beiden Augsburger Corona-Patienten geht es nach Auskunft der Stadt den Umständen entsprechend gut. Der ältere Patient zeige leichte Krankheitssymptome, die mit einem Infekt der oberen Atemwege vergleichbar seien, und befinde sich in häuslicher Isolation. Personen, die engen Kontakt zu dem Infizierten hatten, wurden informiert und seien ebenfalls zu Hause. Der zweite Fall, ein junger Augsburger, zeige aktuell keine Krankheitssymptome und befinde sich in häuslicher Quarantäne in seiner Wohnung im Landkreis Augsburg. Der jüngere Infizierte hatte Kontakt mit dem erkrankten Bürgermeisterkandidaten aus Bonstetten im Kreis Augsburg. Der ältere Betroffene habe beruflich mit einem Infizierten aus dem Kreis Aichach-Friedberg zu tun gehabt.

Coronavirus: Ordnungsreferent plädiert für Gelassenheit

Der Augsburger Ordnungsreferent Dirk Wurm (SPD) plädierte für Gelassenheit. „Wir tun jetzt das, worauf wir uns seit Tagen vorbereitet haben, und ergreifen alle notwendigen Maßnahmen“, sagte er. Derzeit seien auch keine schulpflichtigen Kinder betroffen. Die ermittelten Kontaktpersonen würden zum Abstrich in die Diagnosestelle nach Haunstetten geschickt, um die mobilen Teams der niedergelassenen Ärzte zu entlasten. „Es geht jetzt darum, den Betroffenen zu helfen und ihnen schnell die bestmögliche medizinische Hilfe zukommen zu lassen“, so Wurm.

Zugleich werde alles dafür getan, dass das öffentliche Leben soweit wie möglich weiterlaufen kann. Es gehe jetzt auch darum, die Ruhe zu bewahren. Hamsterkäufe oder gar Diebstähle, vor allem auch von Schutzausrüstung und Desinfektionsmitteln, nannte er kontraproduktiv. Die Ausrüstung werde dringend für diejenigen gebraucht, die als Helfer wirklich Kontakt mit Infizierten haben. Nach Berichten des Roten Kreuzes werden auch in Krankenhäusern die Desinfektionsmittel knapp, weil Menschen die Spender abreißen und mit nach Hause nehmen.

Im gemeinsamen Diagnosezentrum für die Stadt Augsburg sowie die Landkreise Augsburg und Aichach-Friedberg begann am Samstag die Arbeit. Nach Auskunft der Stadt wurden am Samstag vor allem Abläufe getestet, die Kapazitäten zusammengeführt und die betroffenen Personen informiert und eingeladen. Es wurden 15 Tests durchgeführt, für den Sonntag waren weitere 30 Tests vorgesehen. Insgesamt sollen bis zu 100 Tests am Tag möglich sein. Bis die Getesteten erfahren, ob sie mit Corona infiziert sind, dauert es laut Stadt zwischen vier und sechs Tagen. Die Arbeit im Zentrum teilen sich derzeit ein Team aus Kräften der Rettungsdienste und ein Team des Landratsamtes Augsburg, sagte BRK-Geschäftsführer Michael Gebler. Er nannte die Einrichtung des Zentrums eine „bestechende Idee“, weil sie die mobilen Ärzteteams gut entlaste. Das leere Mülldepot biete ideale Voraussetzungen. Am Samstag sorgte die Freiwillige Feuerwehr Haunstetten für den ordnungsgemäßen Ablauf auf dem Gelände.

Corona-Hotline für Fragen und Meldungen

Die Corona-Hotline der Stadt, unter der Bürger ihre Fragen zum Virus stellen oder einen Kontakt zu einem Erkrankten melden können, wurde in den vergangenen Tagen viel genutzt. Am Freitag berieten die Mitarbeiter der Stadt 197 Bürger, am Samstag waren es 120 Anrufe. Das Telefon ist mit geschultem Personal aus der Stadtverwaltung besetzt und wird von zwei Ärzten fachlich betreut.

Auch das Landratsamt Augsburg meldet großes Interesse an seiner Hotline. Mehrere hundert Anrufe habe es gegeben, seit das Landratsamt dazu aufgerufen hatte, Kontakte zum erkrankten Bonstetter Bürgermeisterkandidaten zu melden. „Am Freitag ist am Telefon die Hölle ausgebrochen“, schildert Landratsamtssprecherin Kerstin Zoch. Neben echten Kontaktpersonen seien allerdings auch viele Bürger darunter gewesen, die sich ohne Anlass aus Sorge testen lassen wollten. Sogar Unternehmen seien darunter gewesen, die präventiv ihre gesamte Belegschaft zum Abstrich schicken wollten. Dem habe man eine Absage erteilen müssen. „Wir müssen unsere Kapazitäten auf die wirklichen Verdachtsfälle der Kategorie 1 beschränken – alle anderen müssen sich an private Labore wenden“, so die Sprecherin.

Zur Kategorie 1 gehört, wer mit einem Erkrankten mindestens 15 Minuten in unmittelbarer Nähe zusammen war. Auch Küssen oder Annießen könnte zu der Einstufung führen. Laut Kerstin Zoch werden die Tests im Depot in Haunstetten voraussichtlich noch bis Montagmittag durchgeführt. Dann stünden neue mobile Teams der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB) bereit, die die Gesundheitsamtsmitarbeiter ablösen können. Das Diagnosezentrum könne dann – zumindest vorübergehend – wieder geschlossen werden.

Aktuell gibt es in der Stadt Augsburg zwei bestätigte Corona-Fälle, im Kreis Augsburg sind es neun Fälle und im Kreis Aichach-Friedberg bislang einer.

Die Corona-Hotline der Stadt ist unter 0821/324-4444 zu erreichen, die Hotline des Landratsamtes hat die Nummer 0821/3102-3999.

Lesen Sie dazu auch: Coronavirus: Zahl der Infizierten verdreifacht

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08.03.2020

Dieses Theater um Corona ist nicht auszuhalten. Aus meiner Sicht ein Riesen Bluff. Der deutsche Michel zittert vor Angst und muss sich nicht mit den Hunderttausend Flüchtlingen und Schutzsuchenden an der Griechischen Grenze auseinandersetzen. Das ist die wahre Katastrophe und nicht die paar Hundert armen Wohlstandsdeutschen, die an Erkältungssymptomen leiden.
Wirklich zum Fremdschämen dieses europäische Schmierentheater.

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08.03.2020

Man kann nur dankbar sein, dass die Griechen mit ihrer ganzen Kraft die Grenze, die Bürger und Verfassung der europäischen Union verteidigen.
Wenn man sich die Videos so ansieht, sind dort keine „Schutzsuchenden“, sondern maximal Gewaltbereite junge Männer, die griechische Beamte mit Granaten, Backsteinen und Ästen bewerfen. Grenzanlagen werden mutwillig zerstört und Polizisten zu Witzfiguren degradiert. Ein Glück, dass nun das Militär vor Ort ist und Österreich Beamte zur Unterstützung entsandt hat. Man kann sich als Deutscher nur schämen, dass sich unsere Regierung wieder wegguckt, anstatt unsere Soldaten zur Verteidigung der EU-Grenze entsenden.

Das hat aber überhaupt nichts mit diesem Artikel zu tun, deshalb zum Thema:
Man kann ebenfalls froh sein, dass unsere Behörden versuchen gesundheitliche Gefahren abzuwenden.

Die Gefahr ist nicht die Schwere des Covid-19, sondern die exponentielle Infektion. Gerät diese außer Kontrolle, spricht man von einer Pandemie. Das große Problem dabei ist, dass die Infrastruktur nicht dafür ausgelegt ist und die medizinische Versorgung im Pandemie-Fall völlig überlastet wäre.
Covid-19 ist den Berichten zur Folge unter ärztlicher Aufsicht und entsprechender medizinischer Versorgung relativ leicht zu kurieren. Wenn aber ein paar Hunderttausend in Deutschland auf einmal erkranken, dann gibt es nicht mehr genügend Ärzte, die Sie betreuen können und auch eventuell kein Medikament mehr.

Sie haben recht, die (mediale) Panik, die hier abgezogen wird ist völlig unerzogen. Das Virus als „Bluff“ abzustempeln und zu ignorieren wäre aber sicher fatal!

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09.03.2020

Sie sind aber auch ein Verschwörungsgläubiger !

Schade, daß Sie nicht "die Amis" und die CIA in' Spiel gebracht haben ! Da bin ich etwas enttäuscht !

(Ach - ich denke mir , das kommt schon noch - wie in den frühen 80ern - die CIA und AIDS) .

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