1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Es braucht mehr Angebote in der Betreuung

Kommentar

17.04.2019

Es braucht mehr Angebote in der Betreuung

Wolf A. ist Mitte 50 alt, dennoch lebt er seit fünf Jahren in einem Seniorenheim. Ein anderer Platz fand sich nicht für den Mann, der an Multipler Sklerose erkrankt ist und alleine nicht mehr leben kann.
Bild: Klaus Rainer Krieger

Wenn es um die Pflege und Betreuung geht, sollte man nicht mehr nur an ältere und gebrechliche Mitmenschen denken. Das zeigt der Fall von Wolf A.

Wolf A. ist so schwer an Multipler Sklerose erkrankt, dass er inzwischen rund um die Uhr Betreuung braucht. Wie schwer muss die Entscheidung für seine Familie gewesen sein, ihren damals erst 49 Jahre alten Sohn in ein Seniorenheim zu geben. Doch letztendlich blieb den über 70-jährigen Eltern nichts anderes übrig. Das sah auch ihr Sohn ein. Dass sie doch noch einen Platz gefunden haben, lag an der Beharrlichkeit der Mutter und auch an einer Portion Glück.

Diese Geschichte zeigt, dass es zu wenig Pflegeplätze für junge, körperlich kranke Menschen gibt. Das ist das eine. Das andere ist, dass über andere, neue Formen der Betreuung nachgedacht werden muss. Und das auf allen Ebenen, nicht nur in der großen Politik. In Augsburg gibt es mit dem Christian-Dierig-Haus ein gutes Beispiel. Dort wurde in einem eigenen Gebäude eine spezielle Wohngruppe für jüngere Pflegebedürftige geschaffen. Man will ihren Bedürfnissen besser gerecht werden, die andere sind, als die von pflegebedürftigen Senioren. Diesem Beispiel sollten weitere folgen.

Es gibt genügend Menschen, die bei Schicksalsschlägen wie Erkrankungen auf fremde Hilfe angewiesen sind. Weil sie vielleicht keine Kinder haben, die sich um sie kümmern können, weil Familienmitglieder vielleicht ganz woanders leben. Der funktionierende Familienverbund, wie es ihn früher einmal gab, existiert ja kaum noch. Darüber hinaus sind viele Angehörige selbst nicht mehr in der Lage, sich zu kümmern. Manche sind dazu auch nicht bereit. Wenn es um die Pflege und Betreuung geht, sollte man nicht mehr nur an ältere und gebrechliche Mitmenschen denken.

Lesen Sie dazu den Artikel: Warum Wolf A. mit 49 Jahren ins Altenheim kam

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren