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14.07.2010

"Es sind noch viele Wünsche offen"

Preisträger am Cello: Nicolas Altstaedt gibt drei Konzerte. Foto: Marco Borggreve
Bild: Marco Borggreve

Er erhielt den hoch dotierten "Crédit Suisse Young Artist Award 2010" und den Nachwuchspreis der Kulturstiftung Dortmund und war einer der letzten Schüler des renommierten, 2004 verstorbenen Cellisten Boris Pergamenschikow. Nicolas Altstaedt (28) tritt zur Mozartiade gleich dreimal am Wochenende auf - immer mit der 24-jährigen Violinistin Alina Ibragimova, die 1998 unter der Leitung von Sir Yehudi Menuhin Bachs Doppelkonzert spielte. Zweimal ist auch Pianist Francesco Piemontesi dabei. Sie geben ein abwechslungsreiches Programm in Solo- bis Trio-Besetzung.

Herr Altstaedt, mit dem "Crédit Suisse Young Artist Award 2010" werden Künstler unter 30 Jahren für ihr "kleines Lebenswerk" geehrt. Was für Ziele hat jemand, der mit erst 28 Jahren bereits so viel erreichte?

Altstaedt: Es geht ja nicht um die Preise. Es geht um persönlich gesteckte Ziele. Es gibt noch so viel Repertoire, das ich lernen möchte. Ich habe ein hoffentlich noch langes Leben vor mir und freue mich auf viele Konzerte, Erfahrungen, Überraschungen.

Welche Pläne haben Sie für die Zukunft?

"Es sind noch viele Wünsche offen"

Altstaedt: Nächstes Jahr spiele ich zum ersten Mal Konzerte in Südafrika und in Vietnam, auf die ich mich schon sehr freue. Ebenso auf Konzerte in gewissen Sälen, mit gewissen Dirigenten oder Duopartnern. Es sind noch viele Wünsche offen.

Wie war Ihre Studienzeit bei Boris Pergamenschikow?

Altstaedt: Das war sehr prägend. Obwohl ich viel zu kurz, nur ein knappes Jahr bei ihm studierte. Er hatte eine halbe Klasse in Berlin. Er war immer für uns da. Wir hatten auch bei ihm zu Hause Unterricht, es war fast wie eine Familie. Er legte Wert darauf, dass wir uns auch untereinander gut verstehen. Boris Pergamenschikow war ein großer Musiker, der viel Erfahrung hatte und ein unglaublich gebildeter Mensch. Er erweiterte unseren Horizont auch außerhalb der Musik. Wenn wir zum Beispiel Tschaikowsky spielten, haben wir Puschkin und Tolstoi gelesen, um das zu verstehen. Obwohl die Studienzeit bei ihm meine kürzeste war, war sie für mich am prägendsten.

Wer ist außerdem wichtig für Sie?

Alstaedt: Mein jetziger Lehrer Eberhard Feltz. Bei ihm bin ich seit einem Jahr. Er ist für mich ein ganz, ganz wichtiger Lehrer, der mir ganz, ganz neue Türen geöffnet hat und der sich sehr, sehr viel Zeit nimmt. Eberhard Feltz kennt die Stücke wie kaum ein anderer. Er unterrichtet seit vierzig Jahren hauptsächlich Streichquartett. Dadurch hat er einen ganz anderen Zugang wie etwa ein Hauptfachlehrer, der Cello unterrichtet.

Spielen Sie zum ersten Mal eine Konzerttrilogie wie in Augsburg?

Altstaedt: Wir haben das Programm sicher schon gespielt, nur das Trio von Smetana ist neu. Zum einen war es des Wunsch des Veranstalters. Außerdem macht es uns Freude, einmal kreuzquer unsere Lieblingsstücke zu spielen. Interview: Stephanie Knauer

Auftritte Freitag, 16. Juli, 20 Uhr in St. Peter am Perlach; Samstag, 17. Juli, 19 Uhr, Herrenhaus Bannacker; Sonntag, 18. Juli, 17 Uhr, Herrenhaus Bannacker.

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