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Es sind zu viele Menschen obdachlos

Es sind zu viele Menschen obdachlos
Kommentar Von Marcus Bürzle
18.01.2019

Die Zahl der Menschen ohne eine Wohnung steigt. Auch wenn mancher sicher auch selbst Schuld ist: Es bleibt ein Jammer in einem so reichen Land.

Allein die Erzählung lässt einen frösteln. Wenn es richtig kalt ist, legt sich der junge Mann gar nicht mehr zum Schlafen hin. Er geht nachts zu Fuß durch die Stadt, weil es sonst zu kalt ist. Schlafsack, dicke Klamotten und Matratze unter der Brücke reichen dann nicht mehr. Er ist obdachlos, wird aber wohl nie in offiziellen Zahlen auftauchen, weil er nicht in die städtischen Unterkünfte geht. Niemand kann daher genau sagen, wie viele Menschen auf der Straße leben.

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Es sind zu viele für ein so reiches Land wie Deutschland, keine Frage. Leider klingt es logisch, wenn ihre Zahl zuletzt gestiegen ist: Steigende Mieten und knapper Wohnraum werden für die Ärmsten als Erstes zum Problem. Wenn die Wohnungssuche inzwischen schon für Menschen mit einem geregelten Einkommen schwierig wird, ist die Lage für diese Menschen noch härter. Obwohl es natürlich Fälle gibt, in denen auch eigenes Verschulden oder Versäumen am Ende zum Leben auf der Straße geführt hat, muss die Stadt diesen Menschen helfen.

Die Städte sind überfordert

Im besten Fall schafft sie es, Obdachlosigkeit zu verhindern, im zweitbesten bieten sie und Organisationen wie der SKM gerade im Winter eine Wohnung und Hilfe an. Manchen Fall kann aber auch eine Stadt nicht lösen. Wer die Regeln in einer Unterkunft als zu streng empfindet, wird einen anderen Weg gehen. Und die Notlage der obdachlosen Menschen, die zum Beispiel aus Osteuropa kommen, weil sie hier Geld verdienen wollen, um ihre Familie über die Runden zu bringen, überfordert Städte. Sie stecken in einem Dilemma.

Es sind zu viele Menschen obdachlos

Nehmen sie diese Menschen in Notunterkünften dauerhaft auf, verstärkt das den Zuzug. Daher bleibt es in der Regel bei der Nothilfe für kurze Zeit und die betroffenen Menschen leben auf der Straße. Hier kann nur Europa helfen. Noch scheint es leider in Augsburg auf der Straße „besser“ zu sein, als in der Heimat – etwa in Rumänien. Was für ein Jammer.

Lesen Sie dazu auch: Mehr Obdachlose: Ein Augsburger berichtet vom Leben auf der Straße

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