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14.01.2010

Es "tuckert" im Bürgertreff Holzerbau

Hochzoll "Sprache im Allgemeinen und Esperanto im Speziellen" ist die große Leidenschaft von Stefanie (64) und Gerald (68) Tucker. Damit ist das Ehepaar auch im Bürgertreff Holzerbau in der Hochzoller Neuschwansteinstraße eng verbunden, seit es dort die Öffentlichkeitsarbeit erledigt. Auf die Bilanz des Hauses angesprochen, das 2007 den Betrieb aufnahm, sagen sie: "Wir sind meistens ausgebucht." Neben den beliebten Matineen werde der Treff von Philatelisten ebenso genutzt wie von Schachspielern, beherberge verschiedenste Sprachkurse, private Feiern oder die Esperanto-Anhänger, die früher im Zeughaus ein- und ausgingen.

Das Engagement der beiden Tuckers ist schnell erklärt. "Wir wollten noch eine Aufgabe für den Ruhestand", sagen die beiden, die in Hochzoll-Süd wohnen. Der Texaner und die gebürtige Rieserin hatten sich in der "Berlitz-Schule" kennen- und lieben gelernt, wobei Esperanto als verbindendes Element immer von großer Bedeutung war. Hätte Stefanie Tucker sich geweigert, die Kunstsprache zu erlernen, hätten sie ihrer Auskunft nach nicht geheiratet.

Gerald Tucker ist von Sprache und der Fähigkeit zu kommunizieren geradezu besessen. Nach 32-jähriger Tätigkeit als Fachlehrer für Englisch an Hauptschulen, hatte er schon früh Kontakt mit Spanisch, schnupperte bei einem Nachbarn Finnisch, beim Schulleiter Norwegisch, bei seinem Deutschlehrer Russisch, im Bücherbus Portugiesisch ebenso wie Latein und Japanisch, schnitt an der High-School als bester Schüler in Französisch und als zweitbester in Deutsch ab. Als bester Fremdsprachen-Schüler war ihm ein kleines Stipendium gewiss. Schon früh hatte er den ersten Kontakt zu Esperanto.

Mit "Minimalem" auskommen

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Seit Mitte der 50er Jahre schon beschäftigt sich Gerald Tucker mit künstlichen Sprachen. Auch seine Frau ist fasziniert davon, dass man "mit Minimalem" auskommt. Viele, sagt sie, lernen Esperanto übers Internet. Im Kreis der eigenen Anhänger etwa sei ein 80-Jähriger, der sich in einem halben Jahr per Esperanto auszudrücken gelernt hat. "Der Durchschnittsmensch", sagt auch Gerald Tucker, "kann in ein paar Monaten kommunikativ werden."

Der Versuch, eigenes zu erfinden

"Esperanto", sagen die beiden Fans, "hat seine Tücken wie jede andere Sprache auch." Das hat Gerald Tucker festgestellt, als er sich an der Erfindung einer eigenen Sprache versuchte. Seine Verbundenheit zum Wort erklärt er unter anderem damit, dass er ein "miserabler Rechner" sei. Die "tuckersche" Sprache, die er "Espek" nennt, leitet sich seinen Angaben nach vom englischen speak und vom Prinzip des Arabischen ab. Außerdem ist es von drei Konsonanten inspiriert.

Noch hat Gerald Tucker, der gerne wissenschaftlich arbeitet, seine Erfindung nicht veröffentlicht. "Ich bin nicht fertig geworden", sagt er, als könne noch werden, was noch nicht ist. Bis dahin werden die Tuckers bei regelmäßigen Treffen im Holzerbau die englische Konversation im kleinen Kreis pflegen.

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