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Gesundheit

19.09.2019

Expertengespräch in Stadtbergen: Wird zu viel am Rücken operiert?

Oft ist es ein Kreuz mit dem Kreuz: Ein Mediziner der Augsburger Uniklinik informiert über Operationsmöglichkeiten.
Bild: Arno Burgi, dpa (Symbol)

Experte der Uniklinik gibt Übersicht über OP-Möglichkeiten bei Rückenproblemen: Damit es kein Kreuz mit dem Kreuz wird. Aber er stellt auch kritische Fragen.

Bei seinem letzten Vortrag im Stadtberger Bürgersaal ist Prof. Volkmar Heidecke aus dem Publikum heraus gebeten worden, eine Übersicht über Operationen bei Rückenproblemen zu geben – und das wird er nun am Montag, 23. September, bei seinem nächsten Vortrag tun. In der Veranstaltug „Das Kreuz mit dem Kreuz – ein Update“ geht der Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie am Augsburger Uniklinikum zudem auf medizinische Fortschritte auf diesem Gebiet ein und beschäftigt sich mit der Frage, ob zu viel am Rücken operiert wird und warum.

Schrauben helfen dem Chirurgen

Die Neurochirurgie hat laut Heidecke vorwiegend mit Patienten zu tun, die unter Bandscheibenvorfällen oder Spinalkanalverengungen leiden. In schwereren Fällen kann das dazu führen, dass die Betroffenen nicht mehr richtig laufen können oder mit anderen Funktionsausfällen zu kämpfen haben. Vor allem dann führt an einer Operation kein Weg vorbei. Damit die Wirbelsäule ihre Aufgabe erfüllen kann, den Körper zu tragen und zu stabilisieren, muss sie mithilfe von Schrauben versteift werden.

Eine große Hilfe beim Einsetzen der Schrauben ist seit einigen Jahren das navigierte Operieren. Mit Computerhilfe kann der Chirurg die Schraube genau so im Knochen verankern, wie er sich das wünscht. Daneben wird Heidecke über das sagittale Profil der Wirbelsäule sprechen, also über Fehlstellungen, die neuerdings stärker bei Rückenproblemen beachtet werden. Er geht auf Bandscheibenprothesen ein, die überwiegend den Erwartungen nicht gerecht geworden sind. Und es geht um die Frage, ob Implantate besser aus Metall oder aus Kunststoff bestehen sollten.

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Meist hören Patienten auf den Rat ihres Arztes

Nach seiner Erfahrung hören Patienten in der Regel auf das, was der Neurochirurg empfiehlt. Dennoch ist er der Ansicht, dass in Deutschland in seinem Fachgebiet zu viel operiert werde. Das liege an einem Systemfehler: Kliniken brauchen eine bestimmte Fallzahl, um wirtschaftlich bestehen zu können. Auch darüber will er mit den Besuchern ins Gespräch kommen.

Termin: Die Veranstaltung findet am Montag, 23. September, um 19.30 Uhr im Bürgersaal Stadtbergen statt.

Ärztliche Vortragsreihe in Stadtbergen: Unsere bisherigen Beiträge

In Stadtbergen bei Augsburg ist im September die 56. Ärztliche Vortragsreihe der Volkshochschule angelaufen. Referenten der Augsburger Uniklinik und des Bezirkskrankenhauses berichten in für Laien verständlicher Sprache über neue Entwicklungen in Diagnostik und Therapie. Wir berichten stets im Vorfeld der Arztvorträge. Hier die bisherigen Beiträge:

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