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FCA

30.06.2016

FCA-Fan beleidigt Polizisten - und muss zahlen

Polizisten beim FCA-Stadion.
Bild: Ulrich Wagner

Als die Polizei eine Gruppe von Ultra-Fans des FCA überprüft, fiel der Satz "Fuck the Police". Nun kam es zum Prozess - und zu einer Geldstrafe.

Die Ultra-Fans des FCA und die Polizei – beste Freunde werden sie wohl nicht mehr. Vor allem die schwarz gekleideten Beamten des Unterstützungs-Kommandos (USK) der Bereitschaftspolizei, die bei jedem Heimspiel ein waches Auge auf die häufig ebenso schwarz gedressten harten Fußballfans werfen, gelten als Feindbild. Bei einem Zugriff sind sie wenig zimperlich. Vor und nach FCA-Spielen liefern sich Ultras und Polizisten manchmal ein regelrechtes Katz-und-Maus-Spiel, wobei Provokationen und Beleidigungen der Einsatzkräfte nicht ausbleiben. So auch nach der Begegnung der Augsburger Kicker gegen Werder Bremen am Sonntag, 8. November 2015, das der FCA 1:2 verlor. Strafwürdige Beleidigung oder bekannter Text aus einem Rapper-Song? – das war die Frage bei einem Prozess vor Amtsrichterin Susanne Hillebrand.

Damals waren Fans beider Vereine von der Arena zur Tramhaltestelle gezogen, hatten sich gegenseitig mit Gesängen provoziert. Um Auseinandersetzungen vorzubeugen, hatte eine Gruppe des USK mehrere FCA-Ultras eingekreist und ihre Personalien überprüft. Ein 23 Jahre alter FCA-Fan soll dann, so der Vorwurf von Staatsanwalt Dominik Wagner, in Richtung des ihm gegenüber stehenden Polizisten „Fuck the Police“ gerufen haben, eine vulgäre Beschimpfung.

Gerade Kollektivbeleidigungen, also das Beschimpfen einer ganzen Personengruppe und nicht eines einzelnen Individuums, sind in der Rechtsprechung umstritten. Höchstrichterliche Entscheidungen sehen eine Strafbarkeit dann, wenn die Personengruppe, gegen die sich die Beleidigung richtet, klein und klar eingrenzbar ist. Diese Voraussetzung war wohl im vorliegenden Fall gegeben. Aber: Waren die Worte „Fuck the Police“ überhaupt beleidigend gemeint? Oder hatte sie der FCA-Fan nur beim Wiedergeben eines bekannten Rapper-Textes gebraucht?

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Polizisten sagen als Zeugen aus

Martina Sulzberger, die als Anwältin eng mit dem Augsburger Fan-Projekt zusammenarbeitet, argumentierte, ihr Mandant habe damals den Sprech-Gesang der kalifornischen Hip-Hop-Crew N.W.A. aus dem Film „Straight Outta Compton“ intoniert. Und der Text laute nun einmal „Fuck the Police“.

Zwei Polizisten des USK Dachau, die als Zeugen aufgeboten waren, erinnerten sich aber, der beleidigende Text sei nicht in Kontext mit irgend einem Rap-Gesang gerufen worden. Angesichts der Sachlage riet Richterin Hillebrand dem Ultra-Fan, seinen Einspruch gegen einen Strafbefehl zurückzunehmen, was dieser auch tat. Immerhin wurde der Tagessatz der Strafe halbiert. Der Ultra muss nun 750 Euro berappen.

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Die Diskussion ist geschlossen.

29.06.2016

Vielleicht hat er es ja anders gemeint, und er hat eigentlich gemeint: "Fuck, the police" also im Sinne von "Verdammt, die Polizei". Es gibt ja auch die Erkenntnis, daß Satzzeichen Leben retten können, wenn man z.B. sagt "Komm wir essen Opa" heisst das ja auch was anderes, als wenn man sagt "Komm wir essen, Opa".

Und somit wäre es keine Beleidigung, sondern ein Ausruf des Erschreckens ;)

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