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26.06.2007

FCA-Stadion mitten drin im Wahlkampf

Modell der neuen FCA-Arena von Architekt Titus Bernhard
Bild: Fred Schöllhorn

Eigentlich wollte FCA-Präsident Walther Seinsch das Thema neues Stadion aus dem Wahlkampf heraushalten - doch es kam anders.

Als FCA-Präsident Walther Seinsch in der vergangenen Woche verkündete, dass er als Stadtratskandidat für Pro Augsburg antritt, äußerte er einen Wunsch: "Das neue Stadion muss aus dem Wahlkampf herausgehalten werden. Es ist ein Werk von uns allen."

Ein paar Tage später hat die politische Realität die Worte des FCA-Chefs längst eingeholt. Es wird bereits munter darüber gestritten, ob das Stadion nun zum Wahlkampf-Thema geeignet ist oder nicht. Die Fronten sind klar: SPD-Oberbürgermeister Paul Wengert stellt sich gegen Seinsch und betont, dass die SPD das Millionen-Projekt massiv unterstützt habe. Die CSU dagegen, in deren Reihen auch einige Stadion-Gegner sitzen, stützt den Kurs von Seinsch.

Parteiaustritt von Seinsch trifft die SPD hart

Dass das langjährige SPD-Mitglied Walther Seinsch nicht nur das Parteibuch zurückgegeben hat, sondern auch für Pro Augsburg kandidiert, ist ein schwerer Schlag für die Augsburger SPD. Die Partei wurde vom Parteiaustritt offenbar eiskalt erwischt. "Ich will meine Enttäuschung gar nicht verbergen", heißt es im Schreiben von OB Wengert an Seinsch. Im vierseitigen Brief, dessen Wortlaut unserer Zeitung bekannt ist, nimmt Wengert direkt Bezug auf ein zweiseitiges Schreiben von Seinsch, in dem der Fußball-Chef die Beweggründe für seine Kandidatur auf der Stadtratsliste mitgeteilt hatte.

Der Tenor beider Schreiben ist sachlich und nicht, wie teils behauptet wird, schroff. Wengert argumentiert in der Sache hart und verweist auf die aus seiner Warte erfolgreiche Politik der Stadtregierung. Aus den Zeilen von Wengert ist aber die Enttäuschung herauszulesen, dass Seinsch sich von der SPD-Politik abgewandt habe.

Wengert geht auch auf die Stadion-Frage ein. Wörtlich heißt es: "Die Sozialdemokraten dieser Stadt und niemand anders in der Ortspolitik sind es gewesen, die das Projekt neues Stadion von Anfang an und zum Teil gegen erbitterten Widerstand aus dem bürgerlichen Lager unterstützt haben. Meine Parteifreunde waren es, die mit den SPD-Fraktionskollegen und mir immer auf Ihrer Seite standen."

Über den Brief von Wengert an Seinsch kann CSU-OB-Kandidat Kurt Gribl "nur den Kopf schütteln". Er sagt: "Es stünde im Übrigen der SPD gut an, die sich bislang gerne mit den fremden Federn des privaten Investors Walther Seinsch schmückt, das FCA-Stadion aus dem Wahlkampf herauszuhalten."

Ebenso eindeutig ist die Haltung des CSU-Fraktionsvorsitzenden Hermann Weber: "Ich finde es verständlich, dass Seinsch nicht der Steigbügelhalter für Wengert sein will. Ihn jetzt aus persönlichem Frust mit Kritik zu überziehen, ist völlig unangemessen für einen Oberbürgermeister. Ich denke, die FCA-Fans und auch alle anderen Augsburger haben wenig Verständnis für diese Art der Amtsführung."

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