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AZ Forum Live

10.07.2018

FDP-Chef Lindner wirft Söder "politische Gossensprache" vor

FDP-Chef Christian Lindner war zu Gast beim AZ-Forum Live im Goldenen Saal. Wir haben ihn vor der Veranstaltung kurz abgepasst.
Video: Marina Mengele

FDP-Chef Christian Lindner zeigt im Live-Interview mit unserem Chefredakteur vor 450 Gästen klare Kante – und Sinn für Humor.

Christian Lindner ist der Mann, der lieber nicht als schlecht regieren wollte. Wer ihn im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses erlebt, kann sich auch nur schwer vorstellen, wie das Projekt „Jamaika“ hätte gutgehen sollen. Mit ihm und den Grünen. Mit ihm und der CSU. Der FDP-Chef redet nicht lange drum herum. Dementsprechend unterhaltsam ist das Live-Interview mit Chefredakteur Gregor Peter Schmitz vor 450 Gästen. In unserer neuen Reihe „Augsburger Allgemeine Forum – Live“ zeigt sich Lindner gewohnt schlagfertig. Und weil ja in Bayern demnächst gewählt wird, schaltet er sofort in den Wahlkampfmodus.

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Lindner kritisiert Söder für Begriffe wie "Asyltourismus"

Vorrangiges Ziel seiner rhetorischen Attacken ist Ministerpräsident Markus Söder. Dessen Ton in der Flüchtlingspolitik hält der Liberale für gefährlich. „Worte wie Asyltourismus stammen aus dem Repertoire der politischen Gossensprache“, stellt er klar. Beim Inhaber eines höchsten Staatamtes komme es nicht nur darauf an, was er sagt, sondern auch wie er es sagt. „Ich möchte nicht, dass unsere Demokratie so verroht und verprollt wie die amerikanische unter Donald Trump.“

Leser treffen Christian Lindner, FDP, Rathaus Augsburg, Goldener Saal,  Veranstaltungsreihe „Augsburger Allgemeine Forum Live“,  Chefredakteur Gregor Peter Schmitz spricht mit dem FDP-Bundesvorsitzenden Christian Lindner
12 Bilder
Christian Lindner teilt beim "AZ Forum Live" aus
Bild: Silvio Wyszengrad

Auch die ständig neuen Forderungen von Horst Seehofer in der Asylpolitik irritieren Lindner. Er verweist auf den Koalitionsvertrag: „Wenn man einen Vertrag unterschreibt, muss man sich daran halten. Man steht zu seinem Wort.“ Auf die Frage, in welchem Stadium ihrer Karriere sich die beiden Unions-Rivalen Angela Merkel und Horst Seehofer befinden, antwortet der FDP-Chef mit einem Augenzwinkern: „Natürlich sind beide auf einem hohen Reifegrad angekommen.“ Spätestens da ist klar, dass es auch ein humorvoller Abend werden dürfte.

FDP-Chef Lindner wirft Söder "politische Gossensprache" vor

"Frau Merkel ist nicht bereit, ihre Politik zu ändern"

Lindner spöttelt aber nicht nur über die politische Konkurrenz. Er kann auch über sich selbst lachen. Etwa, wenn er über seine Haartransplantation („Ich finde mich mit Haaren schöner als ohne“) spricht oder über die harte Zeit, nachdem die Liberalen aus dem Bundestag geflogen waren. Er nennt das einen „unfreiwilligen außerparlamentarischen Weiterbildungsurlaub.“

Eigentlich will Lindner gar nicht so viel über die Flüchtlingspolitik reden. Doch eines wird schnell klar: In der Sache steht er der CSU näher als der Kanzlerin. Eine europäische Lösung sei erst nach einem Politikwechsel in Deutschland möglich, ist Lindner sicher. Doch für ihn steht auch fest: „Frau Merkel ist nicht bereit, ihre Politik zu ändern.“

Der Furor, mit dem die CSU zuletzt die Kanzlerin attackierte, gefällt ihm trotzdem nicht. Und so kann er sich einen weiteren Seitenhieb nicht verkneifen. Die Flüchtlingsfrage müsse „rechtstaatlich, weltoffen und tolerant“ gelöst werden, betont er und gibt eine - nicht ganz überraschende - Empfehlung für die Landtagswahl in Bayern ab: „Wem die absolute Macht in den Händen von Markus Söder nicht geheuer ist, der muss FDP wählen.“

Eineinhalb Stunden stellt sich Lindner nicht nur den Fragen des Chefredakteurs, sondern auch denen aus dem Publikum. Einmal verlässt er sogar spontan unter Applaus die Bühne, um sich direkt mit einem Zuschauer zu unterhalten. Die besten Antworten lesen Sie in unserem ausführlichen Interview am Donnerstag.

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

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Die Diskussion ist geschlossen.

11.07.2018

>> Lindner kritisiert Söder für Begriffe wie "Asyltourismus" <<

Die Welt hat das glücklicherweise herausgetaucht, dass auch schon SPD Abgeordnete im Bundestag dieses Wort gebraucht haben, ohne dass sich da Empörung gezeigt hätte.

https://www.welt.de/kultur/plus179086502/Ein-Mann-ein-Wort-Am-Anfang-sprach-sogar-ein-SPD-Mann-von-Asyltouristen.html

Ich denke Herr Söder sollte auf "Asyloptimierung" wechseln, stammt von Frau Mikl-Leitner (ehem. öst. Innenministerin), das den Sachverhalt herausstreicht, dass es nach Erreichen der EU nicht mehr um Schutz sondern um Maximierung der Sozialleistungen geht.

Das wäre alles kein Problem, wenn Deutschland seine Sozialleistungen endlich radikal überdenken würde und Arbeit als Kernpunkt der Existenz gesunder Menschen betonen würde.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/einwanderung-ein-deutscher-traum-kolumne-a-1217379.html

>> Warum nicht mal zur Abwechslung positiv denken? Durch Einwanderung könnte Deutschland zum neuen, besseren Amerika werden. Wir müssten uns nur von lieben Gewohnheiten verabschieden - zum Beispiel vom Sozialstaat, wie wir ihn kennen. <<

Deutschland muss attraktiv für Leistungsträger aller Religionen und Hautfarben werden ! Steuern senken ! Sozialabgaben senken !

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