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Jubiläum

19.10.2012

Facebook-Freunde können dieses Netz nicht ersetzen

Wirtschaftsjunioren feiern 60-jähriges Bestehen. Präsident Fabian Kappe erklärt, was ihm der persönliche Austausch bringt

Die Augsburger Wirtschaftsjunioren werden 60 Jahre alt. Zeit, ans Rentenalter zu denken? Von wegen. Der Verband, in dem sich junge Wirtschaftstreibende zusammengeschlossen haben, hat in seinem Jubiläumsjahr eine Debatte über Augsburgs Zukunft angestoßen. Wir sprachen mit dem derzeitigen Präsidenten Fabian Kappe über den Geburtstag, über virtuelle Netzwerke und die Zukunftsspinner. Kappe arbeitet als Rechtsanwalt in Augsburg und ist seit vier Jahren bei den Wirtschaftsjunioren.

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Die Wirtschaftsjunioren feiern ihr 60-jähriges Bestehen. Die Mitglieder der ersten Stunden sind längst keine Junioren mehr. Wissen Sie, was aus ihnen geworden ist?

Kappe: Das ist ganz unterschiedlich. Zu denen, die selbst mal Präsident waren, haben wir noch immer Kontakt. Andere trifft man zufällig und dann stellt sich heraus, dass sie mal bei uns waren. Viele bleiben auch Fördermitglied.

Facebook-Freunde können dieses Netz nicht ersetzen

Welche ehemaligen Junioren haben sich inzwischen in der Wirtschaft einen Namen gemacht?

Kappe: Da gibt es einige. Zum Beispiel Sebastian Priller senior und junior von der Brauerei Riegele. Der Immobilienmakler Peter Wagner war Präsident. Und Ernst Holme ist heute Vizepräsident der IHK.

Wie lange darf man bei den Wirtschaftsjunioren bleiben?

Kappe: Bei uns liegt die Grenze bei 45 Jahren. Wir verbieten danach natürlich niemandem, bei uns mitzuarbeiten. Aber ein Vorstandsamt darf man nicht mehr ausüben.

Warum engagieren Sie sich für die Wirtschaftsjunioren?

Kappe: Man kann bei uns miteinander etwas bewirken und dabei voneinander lernen. Das ist das Besondere. Da wir aus unterschiedlichen Bereichen kommen, sind die Denkweisen oft ganz unterschiedlich. Wir bemühen uns auch, für die Gesellschaft etwas zu tun. Und dabei knüpft man nebenbei auch noch berufliche Kontakte.

Das kann man heute auf vielen Wegen tun. Überall gibt es Netzwerktreffen, Business-Talks. Bei Ihnen ist das mit dem Kontakteknüpfen nicht so einfach. Sie fordern von Ihren Mitgliedern auch einiges.

Kappe: Genau. Bei uns muss man sich aktiv mit einbringen. Jeder muss Mitglied in mindestens einem unserer Fachressorts sein. Schließlich wollen wir nicht der größte Verband sein, sondern der aktivste. Nur so kann man etwas bewegen.

Und das kommt bei den Mitgliedern an? Schließlich kann man heute online über Portale wie Xing oder Facebook viel unverbindlicher netzwerken.

Kappe: Aber genau diese Verbindlichkeit ist es, die uns von vielen anderen Netzwerken unterscheidet. Im Internet kann ich gut Adressen sammeln. Aber den persönlichen Kontakt kann das nicht ersetzen. Ich habe Mandanten, die haben mich hier als Präsident erlebt und sind dann zu mir gekommen. Mein Handeln hier bei den Wirtschaftsjunioren ist also auch meine Visitenkarte.

Zu ihrem Jubiläum haben die Wirtschaftsjunioren die Aktion „Augsburg spinnt weiter“ gestartet. Was hat es damit auf sich?

Kappe: Wir wollten uns zum Jubiläum nicht nur auf die Schultern klopfen, sondern auch etwas für die Zukunft der Augsburger Gesellschaft tun. Im Sommer gab es eine Zukunftskonferenz, in der sich Bürger aus verschiedenen Bereichen Gedanken darüber gemacht haben, wie man Augsburg weiter voranbringen könnte.

Was sind Ihre Ergebnisse?

Kappe: Zum Beispiel wurde eine Augsburger Schule für Unternehmenskultur angeregt. Es ging auch um Projekte zum lebenslangen Lernen. Und natürlich ist auch die Energiewende Thema. Genauso wie die Frage, wie man den Lech mehr ins Bewusstsein der Bürger rücken kann.

Wie lange bleibt Ihnen als Wirtschaftsjunior Zeit, all diese Projekte umzusetzen.

Kappe: Ich bin 36 Jahre alt, habe also noch ein bisschen Zeit, mich zu beteiligen.

Und was kommt danach?

Kappe: Wir haben keine direkte Nachfolgeorganisation. Aber viele engagieren sich dann in anderen Netzwerken. Interview: Monika Schmich

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