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Region Augsburg

02.12.2016

Fährt die Tram-Linie 5 künftig bis zum Titania in Neusäß?

Fährt die Straßenbahn eines Tages bis zum Titania? Unsere Bildmontage nimmt das schon einmal vorweg.
Bild: Andreas Lode, Anne Wall, Robin Popp (Montage)

Eigentlich wollte Neusäß eine Verlängerung der Linie 5 bis zum Stadtrand prüfen lassen. Nun hat sie der Stadtwerke-Chef überrascht.

Mit der Straßenbahn von der Augsburger Innenstadt bis zum Neusässer Freizeitbad Titania fahren – das können sich die Stadtwerke Augsburg durchaus für die Zukunft vorstellen. Im Neusässer Stadtrat haben Stadtwerke-Chef Walter Casazza und der Leiter der Verkehrsplanung, Robert Underberg, jetzt mögliche Linienführungen vorgestellt. Die Meinung der Stadtwerke dabei: Entweder die neue Linie 5 oder auch die Linie 2 sollten durch Neusäß hindurch bis zum Titania verlängert werden. Neu ist dieser Vorschlag nicht: Es gab ihn vor fast 20 Jahren beim Bau der Linie 2 schon einmal.

Für Walter Casazza ist solch eine Entwicklung nur eine logische Folge rund um den Ausbau der Mobilitätsdrehscheibe am Hauptbahnhof in Augsburg. Die Linie 3 nach Stadtbergen neu vertraglich verlängert, die Linie 6 bis an den Stadtrand von Friedberg, die beschlossene Linie 3 ins Zentrum von Königsbrunn und vielleicht auch einmal eine Linie 4 nach Gersthofen, da sei auch Platz für eine Planung mit Neusäß.

Stadträte sind von dem Vorhaben erschreckt

Die Neusässer Stadträte waren hingegen regelrecht erschreckt von dem Vorhaben. Dabei hatten sich die Grünen schon längst einen Termin mit den Stadtwerken gewünscht und auch Bürgermeister Richard Greiner sagte: „Wir wollen auf keinen Fall etwas verpassen.“ Immerhin grenzt die Stadt Neusäß direkt an den neuen Campus der Uniklinik an. Die Idee der Grünen war deshalb, die geplante Linie 5 nicht am neuen Uniklinikum enden zu lassen, sondern zwischen Hauptgebäude und Bezirksklinik hindurch bis zur Westheimer Straße zu führen. Nur wenige Meter entfernt von der Westheimer Straße plant die Stadt Neusäß gerade ein neues Wohngebiet mit fast 300 Einheiten.

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Doch was die Stadtwerke jetzt auf den Tisch legten, ging weit über diese Ideen der Neusässer hinaus. So könnte eine Straßenbahntrasse von der Westheimer Straße weiter quer durch Neusäß hindurch geführt werden, in verschiedenen Varianten über Weldenbahnradweg und Lohwaldstraße oder über die Hauptstraße und ihrer Nähe zum Schulzentrum mit 3500 Schülern mit dem jeweiligen Endpunkt Titania. Mehr oder weniger drei Kilometer wären die Strecken in Neusäß lang. Dort hinzufahren, wo auch viele Menschen leben und arbeiten, das sei das Ziel der Stadtwerke, so Casazza.

Es gibt Zweifel am Nutzen der Straßenbahn

Dass die CSU, sie ist in Neusäß Mehrheitsfraktion, generell einer Straßenbahn auf Neusässer Flur kritisch gegenüber steht, machte Fraktionschefin Karin Zimmermann gleich zu Beginn der Diskussion klar. Zudem zweifelte sie den Nutzen in Bezug zu den hohen Kosten an. Mit ähnlichen Argumenten hatte sich die CSU schon vor fast 20 Jahren gegen eine Verlängerung der 2-er nach Neusäß gestemmt. Auch damals war das Projekt wegen zu hoher Kosten gescheitert. SPD und Grüne hatten sich eine Straßenbahn nach Neusäß gewünscht. SPD-Fraktionssprecher Christian Rindsfüßer machte jetzt jedoch klar: „Wir haben heute eine veränderte Situation.“ Verbesserungen im AVV und auch mit dem Fuggerexpress hätten eine viel günstigere Anbindung der Stadt im Nahverkehr ergeben.

Aber Mobilität wandle sich, so die Meinung von Walter Casazza. Direkte Verbindungen vom Umland in die Stadt, vor allem jene mit einer großen Sammel- und Verteilfunktion, würden immer stärker angenommen. Außerdem hätten die Stadtwerke gezeigt, dass sie durchaus zu einer Einigung mit dem Landkreis fähig sind. Erst Anfang des Jahres wurde eine Vereinbarung zur Linie 3 nach Königsbrunn unter Dach und Fach gebracht – inklusive zu den Betriebskosten. Da rechnen die Stadtwerke für die Linie 3 mit jährlich rund 2,5 Millionen Euro. Davon werden sich der Landkreis und die Stadt Königsbrunn 950000 Euro teilen.

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