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Augsburg

20.06.2017

Fahrgastinitiative kritisiert neue Tarife für Busse und Züge

Für die Busse und Straßenbahnen in Augsburg sowie die Regionalbusse und Züge ins Umland sollen bald neue Tarife gelten.
Bild: Silvio Wyszengrad

Die Politik soll die Weichen für die Ticketreform im Augsburger Verkehrsverbund stellen. Die Fahrgastinitiative ANA lässt aber kaum ein gutes Haar an den Plänen.

Die Politik wird bald endgültig die Weichen für die Tarifreform im Augsburger Tarif- und Verkehrsverbund (AVV) stellen. Start soll der 1. Januar 2018 sein. Kurz vor der Sitzung kommt massive Kritik von der Fahrgastinitiative Nahverkehr Augsburg (ANA). Der Verein kritisiert besonders die Abschaffung der Preisstufe 1 im Stadtgebiet Augsburg bei Einzeltickets und Streifenkarten. Ob die Rechnung des AVV aufgehen werde, am Ende mehr Fahrgäste und Erlöse zu bekommen, sei fraglich, so Vorsitzender Jörg Schiffler.

Wie berichtet ist im Zuge der Tarifreform unter anderem geplant, für Einzeltickets und Streifenkarten die Zonen 10 und 20 im Stadtgebiet zusammenzulegen – für jede Fahrt wären künftig zwei Streifen oder eine Fahrkarte der Preisstufe 2 zu stempeln. Ausnahme ist die Kurzstrecke über bis zu fünf Haltestellen (inklusive Einstiegshaltestelle), für die ein Streifen fällig wird. Die bisherige Zone 10 (ein Kreis mit etwa 2,5 Kilometern Radius rund um den Königsplatz) verschwindet für die Bartarife, nicht aber für die Abos.

Die ANA kritisiert, dass mit Abschaffung der Zone 10 Fahrten über eine mittlere Strecke um 100 Prozent teurer werden. Dies betreffe nicht nur Fahrten innerhalb der Innenstadt, sondern auch innerhalb von Stadtteilen, etwa von der Hammerschmiede bis zum Lechhauser Schlößle. Auf diese Weise vergraule man Gelegenheitsfahrgäste und baue eine Hürde für mögliche Neukunden auf, die mal Bus und Tram probieren möchte. Statt Ungerechtigkeiten durch die nicht immer nachvollziehbare Zonengrenze zwischen 10 und 20 abzubauen, füge man durch die komplette Abschaffung eine neue Ungerechtigkeit für viele Fahrgäste hinzu. Weil es im Stadtgebiet künftig aber noch für Abonnenten eine Zonengrenze geben wird, sei Verwirrung programmiert – auch das widerspreche dem Ziel der Vereinfachung.

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Ziel des AVV und der Stadtwerke, die den das Stadtgebiet betreffenden Teil der Tarifreform federführend entworfen haben, ist es, mehr Fahrgäste zu Abonnenten zu machen. Die ANA zweifelt daran, dass das realistisch ist. Das Abo sei momentan für Pendler augenscheinlich unattraktiv, wie die sinkenden Zahlen zeigen. Nur die Einzeltickets teurer zu machen, genüge nicht. „Dass es für Pendler, die vor 9 Uhr in der Arbeit sein müssen, durch die Reform keinerlei verbessertes Angebot gibt, es dafür aber erst kürzlich Preiserhöhungen auch bei vielen Abos gab, darf davon ausgegangen werden, dass in dieser Zielgruppe keine Zuwächse zu erreichen sind“, heißt es von der ANA.

Das 9-Uhr-Sparabo für 30 Euro, von den Stadtwerken als Alternative gelobt, werde wohl kaum ein Erfolg. Aktuell sei das (allerdings noch teurere) 9-Uhr-Abo mit nur 4,25 Prozent Anteil an allen Abos im AVV (außer Schüler) jedenfalls eher ein Randprodukt. „Auch künftig wird die Nachfrage für das 9-Uhr-Abo gering bleiben, sieht man von den Senioren ab, die es unfreiwillig statt des weniger zeitbeschränkten Senioren-Abos kaufen“, so Schiffler. Die ANA sehe das Angebot eher als „Alibi-Rabatt, mit dem man wohl die politische Zustimmung zur Verteuerung der anderen Tickets erreichen möchte“. Die ANA fordert, das Sparabo bereits ab 8 Uhr freizugeben und ein Sparabo auch nur für die Preisstufe 1 zum Preis von 20 Euro einzuführen.

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