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Augsburg

07.05.2013

Fahrradreparaturen verärgern Anwohner

Reparaturarbeiten auf der Straße wird Stephan Sohnle bald nicht mehr ausführen können.
Bild: Annette Zoepf

Der „Bikekitchen“ könnte das Aus drohen, weil zu viele Kunden kommen. Den Nachbarn ist es dann zu laut.

Sie flicken Reifen, reparieren gerissene Ketten und bringen sogar alte Fahrräder wieder in Schuss: Seit zwei Jahren gibt es die „Bikekitchen“ in Augsburg – eine Fahrrad-Selbsthilfewerkstatt. In den Räumen des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) in der Heilig-Kreuz-Straße bekommen Radfahrer Hilfe, Tipps und Unterstützung. Und vor allem Werkzeug und Ersatzteile: In der Werkstatt kann jeder selbst an seinem Rad schrauben. Ein Erfolgskonzept: „Oftmals sind 20 bis 30 Leute da“, erzählt Stephan Sohnle, der dort hilft.

Die 25 Quadratmeter große Fläche reicht dann meist nicht, weshalb viele ihr Rad auf der Straße vor dem Laden wieder fit machen. Doch das hat nun ein Ende: Das Tiefbauamt der Stadt hat der Bikekitchen diese Nutzung verboten. Hintergrund: Mehrere Anwohner hatten sich über den Lärm beschwert und Anzeige erstattet. Besonders im Sommer sei das Hämmern, Feilen und Sägen zu laut, sagen sie.

Ein großes Problem für die Ehrenamtlichen der Bikekitchen. „Wir haben viel zu wenig Platz, seit wir in der Sackgasse nicht mehr reparieren dürfen“, sagt Sohnle. Er versteht nicht, dass die Anwohner sich beschweren – schließlich habe die Bikekitchen nur donnerstags ab 18 Uhr geöffnet, maximal bis 22 Uhr. „Es ist schwierig, jedem Kunden sagen zu müssen, dass er sein Rad nicht auf der Straße reparieren darf“, sagt Sohnle. Doch das Team gebe nun kein Werkzeug mehr nach draußen, um dadurch Konflikte und ein Bußgeld zu vermeiden.

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Er und die anderen fürchten nun, dass die Bikekitchen über kurz oder lang schließen muss. Eine Sondernutzungsgenehmigung für den Platz vor der Werkstatt erteilt die Stadt nämlich nicht. „Das ist eine öffentliche Straße, das geht nicht“, sagt Josef Weber, Leiter des Tiefbauamtes. Auch der Gehweg sei dort nicht breit genug.

Suche nach einer neuen Unterkunft hat begonnen

Das Team der Bikekitchen ist nun auf der Suche nach einer alternativen Unterkunft. „Vielleicht finden wir eine alte Lagerhalle oder etwas Ähnliches“, erzählt Sohnle. Eine hohe Miete kann die ehrenamtlich arbeitende Gruppe nicht bezahlen – die Spenden der Kunden fließen direkt wieder in neues Werkzeug und den Unterhalt. „Ich hoffe, dass wir weitermachen können – irgendwie“, sagt Sohnle.

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