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Augsburg

21.08.2020

Fahrradstraße: In der Konrad-Adenauer-Allee haben Radler nun Vorrang

Die Konrad-Adenauer-Allee wird zur Fahrradstraße umgebaut. Teilweise sind Schilder und Piktogramme bereits angebracht.
Bild: Klaus Rainer Krieger

Plus Acht Jahre nach dem Innenstadtumbau in Augsburg dominieren auf der ehemaligen Hauptverkehrsstraße jetzt die Fahrradfahrer. Für alle gelten besondere Regeln.

Acht Jahre nach der Umgestaltung der Innenstadt-Verkehrsführung im Zuge des Kö-Umbaus wird die ehemalige Nord-Süd-Hauptverkehrsstraße, die Konrad-Adenauer-Allee, zur Fahrradstraße. Radler dürfen dort künftig nebeneinander fahren, der Autoverkehr bleibt wie in den anderen drei Augsburger Fahrradstraßen aber erlaubt. Wie das alles funktionieren soll - hier ein Überblick.

Nachdem die Stadt vor zwei Wochen die bisherigen roten Streifen für Fahrradfahrer, die verkehrsrechtlich ohne jede Bedeutung waren, entfernt hatte, sind inzwischen Schilder und Piktogramme zum großen Teil angebracht.

Radldemo in Augsburg - Pop-up-Radweg in der Hermanstraße
Video: Bernd Hohlen

In der Adenauer-Allee hatte die Stadt, wie auch in der Hermanstraße, vor acht Jahren auf Lösungen gesetzt, die nun geändert werden sollen (wir berichteten). In der Konrad-Adenauer-Allee, die für Radler die Funktion einer Hauptachse übernehmen soll, wurden damals die roten Streifen angebracht, weil für echte Radstreifen der Platz nicht ausreichte.

Der Verkehr in der Konrad-Adenauer-Allee ist weniger geworden

Bewährt hat sich diese Lösung nicht, auch wenn die inzwischen verkehrsberuhigte Straße kein Unfallschwerpunkt ist. Früher fuhren dort pro Tag um die 7500 Autos, seit der Umlegung vor acht Jahren ist die Menge deutlich zurückgegangen, weil der Durchgangsverkehr auf die Schießgrabenstraße und den Oberen Graben verlagert wurde. Der für die Einrichtung einer Fahrradstraße maßgebliche Wert von 400 Autos pro Stunde wurde laut Zählungen aus 2018 deutlich unterschritten. Die Zahl der Radler ist in der Regel höher. An Rekordtagen bei warmer Witterung fahren dort mehr als 5000 Radler pro Tag. Im Schnitt sind mehr als 2300 Radler pro Tag unterwegs. Grüne und Pro Augsburg hatten die Umwandlung vor einigen Jahren beantragt.

Diese Regeln gelten künftig in der Konrad-Adenauer-Allee:

  • Autoverkehr ist dort weiter zugelassen. Dies betrifft nicht nur Anlieger.
  • Radler dürfen nebeneinander fahren. Es gilt das Rechtsfahrgebot.
  • Für alle Verkehrsteilnehmer gelten 30 Kilometer pro Stunde als Höchstgeschwindigkeit.
  • Die Vorfahrtsregelung bleibt unverändert und gilt für alle Verkehrsteilnehmer.
  • Wie auf jeder Straße sind beim Überholen von Radlern 1,5 Meter Sicherheitsabstand einzuhalten.

Die Fahrradstraße in der Adenauer-Allee ist die vierte derartige Straße in Augsburg. Im vergangenen Jahr wies die Stadt in Pfersee die Achse Treu-/Färber-/Gollwitzerstraße als Fahrradstraße aus. Sie soll als Alternative zur für Radler wegen der Straßenbahnschienen problematischen Augsburger Straße dienen. Seit 2015 ist der Laubenweg im Spickel als Parallelroute zur Friedberger Straße eine Fahrradstraße, die Frischstraße/Prof.-Steinbacher-Straße/Dr.-Ziegenspeck-Straße als Verbindung zwischen Haunstetter Straße und dem Zoo/Botanischen Garten gibt es bereits seit 2001. Im Koalitionsvertrag hat Schwarz-Grün sich auf die Schaffung neuer Fahrradstraßen verständigt.

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Die Diskussion ist geschlossen.

21.08.2020

Toll. Nichts Anderes als ein Schaufensterobjekt.
Von Haunstetten kommend über die alte B 17 verlottert der Fahrradweg immer mehr.
Vorhandene Fahrradwege werden nicht gepflegt. Radwege Haunstetter Gewerbegebiet? Fehlanzeige.
Es sind nur ein paar kleine Kleckse und damit will dann die CSU die Fahrradstadt propagieren. Lachnummer.

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21.08.2020

Habe das heute Mittag mal angeschaut.

Der rote Streifen wurde nicht nur abgefräst, sondern auch neu asphaltiert. Kosten spielen offensichtlich für dieses Schaufensterprojekt keine Rolle.

Weiter abknickende Vorfahrtregelung an der Ecke zur Katharinengasse - das ist doch Mist! Oder ist das der bewusste Trick zur Verringerung des Tempos des Radverkehrs bei der Einfahrt in die FuZo? Versteht das jeder sicher?

Hätte man die Fahrradstraße um 5-10 Meter geradeaus in den Bereich des Kö verlängert (dort ohne Freigabe für KFZ) und der Katharinengasse ein "Vorfahrt achten" verpasst, wäre die Situation klarer und würde auch der Hauptfahrrichtung des Radverkehrs entsprechen. Für die Erinnerung an FuZo Tempo müsste dann halt eine kleine Schwelle her. Oder alle rasen so wie im Pferseer Tunnel, wo man als Tempo 30 Autofahrer schon mal per Rad auf dem stadtauswärtigen Fußweg überholt wird.

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