Wirtschaft

08.07.2013

Fair ist in

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Ein Blick auf die Fair-Handels-Messe. Vom Schmuck bis zum Fußball gab es alles zu sehen. Arianna Baldo präsentierte Produkte aus ihrem Heimatland Südafrika.

Auf der Fair-Handels-Messe zeigen die Lieferanten und Weltläden ihre neuen Produkte. Zu den Attraktionen zählen ein Fußball und Damenmode. Die Umsätze steigen

Der faire Handel wächst, verliert dabei aber nicht den Charme der nach wie vor ganz überwiegend ehrenamtlich betriebenen Weltläden. Diesen Eindruck vermittelte die Fair-Handels-Messe Bayern am Wochenende in der Toskanischen Säulenhalle und weiteren Räumen des Zeughauses mit rund 50 Ausstellern und über 1000 Besuchern.

Bisher hatte die Messe im Rathaus stattgefunden; der Platz reichte nach Aussage von Mitorganisator Alexander Fonari nicht mehr. Augsburg ist in den vergangenen Jahren Fair-Trade-Stadt geworden, und Besucher kamen auch von außerhalb Bayerns zur Messe. Sie wurde von der bayerischen Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten, Emilia Müller, und Oberbürgermeister Kurt Gribl eröffnet.

Südafrika als Produzent und Konsument

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Erstmals präsentierte sich ein Gastland: Südafrika. Der Kontakt hat sich aus einer diplomatischen Reise der entwicklungspolitischen Sprecher der Landtagsfraktionen ans Kap ergeben. Die Sprecherin von Fair Trade Südafrika, Arianna Baldo, charakterisierte ihr Land als Produzent und Konsument im fairen Handel. Südafrika sei ein Schwellenland wie Indien oder Brasilien. Baldo hat ein Jahr lang in Freiburg studiert und bewundert, wie sich der faire Handel in Deutschland aus kleinen Initiativen „von unten“ entwickelt hat. Das werde in ihrem Land nachgeahmt.

Eine der Attraktionen der Messe war ein von der Firma Puma hergestellter Fußball mit der Aufschrift „Bayern spielt fair“. Bei Puma gebe es mehrere ähnliche Fair-Trade-Projekte, sagte Fonari. Konkurrent Adidas habe die Zusammenarbeit dagegen mit dem Hinweis abgelehnt, man wolle keine Unterscheidung zwischen fairen und nicht fairen Produkten.

Der Weltladen Augsburg präsentierte vor allem sein Angebot an Damenmode, ein Bereich, der im Kommen ist. Geschäftsführerin Christine Weiner will auch das gewachsene Verbraucherbewusstsein nach den Unfällen in Textilfabriken in Bangladesch nutzen. Wie für andere Produkte gilt bei Textilien, dass im fairen Handel ein größerer Teil des Verkaufspreises beim Produzenten ankommt als ansonsten üblich.

Laut Fonari erzielt der faire Handel in Deutschland jährlich 600 Millionen Euro Umsatz, ein Großteil davon im Lebensmittelhandel und rund zehn Prozent in den Weltläden. Dort gebe es jetzt zunehmend auch hauptamtliche Mitarbeiter, und mit ihnen könne man in weit größere Umsatzregionen vordringen. Der faire Handel will sich aber nicht den regulären Handelsstrukturen anpassen, wie er sagte, sondern langfristig sich überflüssig machen, indem er seine Regeln überall durchsetzt.

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