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Augsburg

19.09.2011

Falscher Tiger-Alarm: Jugendliche erwartet deftige Rechnung

Die Nachricht schlug ein: Viele Reporter waren vor Ort.
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Die Nachricht schlug ein: Viele Reporter waren vor Ort.
Bild: Fotos: Silvio Wyszengrad

Die vier Jugendlichen aus Gersthofen, die am Dienstag vor einem Tiger im Augsburger Siebentischwald warnten und damit einen Großeinsatz auslösten, erwartet eine deftige Rechnung.

Die Nachricht klang unglaublich. Aber die Beamten mussten sie ernst nehmen. Gegen 14.30 Uhr meldeten sich gestern in der Einsatzzentrale der Polizei fast zeitgleich drei Anrufer. Alle behaupteten, in der Nähe der Minigolfanlage im Siebtentischpark laufe ein Tiger frei herum. Die Polizei reagierte sofort mit einem Großeinsatz. Nach rund einer Stunde kam aber die Entwarnung. Die Notrufe waren ein schlechter Scherz von Jugendlichen aus Gersthofen.

Für die Jungen – oder deren Eltern – könnte der vermeintliche Spaß nun ein teures Vergnügen werden. Wie viel Geld der Einsatz mit über 20 Streifen, einem Tierarzt und einem Hubschrauber verschlang, muss erst errechnet werden. Aber klar ist: „Wir werden versuchen, die Kosten dafür in Rechnung zu stellen“, sagt Polizeisprecher Hieronymus Schneider. Außerdem sollen die Jugendlichen angezeigt und bestraft werden.

Nach Informationen unserer Redaktion sind die drei Anrufer 14, 15 und 18 Jahre alt. Damit sind alle strafmündig. Zudem ermittelte die Polizei einen weiteren 14-Jährigen, der an dem „Scherz“ beteiligt gewesen sein soll.

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Polizei ließ Handy der Anrufer orten

Die Sache flog auf, als die Beamten die Handys der Anrufer orten ließen. Es zeigte sich, dass sie nicht im Siebentischwald, sondern in Gersthofen ins Mobilfunknetz eingeklinkt waren. Die Beamten riefen die Nummern zurück. Einer der Jugendlichen gab dann zu, dass alles erfunden war.

Was die Jugendlichen antrieb, ist noch unklar. Es gab zunächst Anzeichen dafür, dass sie Haschisch geraucht haben. Das bestätigte sich aber nicht. Obwohl sie ihren Standort zuerst nicht Preis geben wollten, nahm die Polizei die vier Jungen am Gersthofer Lechkanal fest und vernahm sie an der Polizeidienststelle Gersthofen.

Auf die Eltern der vier Jugendlichen dürfte nun eine saftige Rechnung zukommen, weil die Einsatzkosten den Verursachern in Rechnung gestellt werden. Zudem steht eine Anzeige wegen Missbrauchs von Notrufanlagen im Raum. Bei dem 18-Jährigen könnte zudem das Erwachsenenstrafrecht angewandt werden.

Die Polizei hatte auf die Tiger-Meldung schnell reagiert. Alle in der Stadt verfügbaren Polizeistreifen sperrten Zugänge zum Wald ab. Ein Hubschrauber kreiste über dem Gebiet. Auch die Berufsfeuerwehr, Kräfte der Bereitschaftspolizei und Experten des Zoos wurden hinzugezogen. Ein Mitarbeiter einer Tierklinik stand mit einem Betäubungsgewehr bereit. Insgesamt waren rund 90 Personen im Einsatz.

Polizei fragte bei Tiger-Besitzern nach

Zeitgleich fragten Polizisten bei den Besitzern von Tigern nach. Auch dabei stellte sich heraus, dass kein Raubtier ausgebrochen war. Denn der zwölf Jahre alte Tiger Jacques im nahen Zoo lag friedlich in seinem Gehege. Auch der Tigerdompteur Christian Walliser vermisste keines seiner elf Tiere. Und der Zirkus „Kaiser“, der gerade in Königsbrunn gastiert, hat gar keine Raubkatzen dabei.

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