1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. "Fantastisch": Die Augsburger Grünen jubeln über ihr Ergebnis

Europawahl 2019

26.05.2019

"Fantastisch": Die Augsburger Grünen jubeln über ihr Ergebnis

Europawahl 2019, Politik, Wählen, Wahl, Europa, Rathaus Augsburg,
2 Bilder
Ein Selfie für Sieger: Die Grünen-Landtagsabgeordneten Stephanie Schuhknecht und Cemal Bozoglu fotografierten sich nach Bekanntgabe des Ergebnisses mit Augsburgs Fraktionsvorsitzender Martina Wild.
Bild: Peter Fastl

Die Partei ist wie schon bei der Landtagswahl auch bei der Europawahl zweitstärkste Kraft in Augsburg. Das Ergebnis hat auch Auswirkungen auf die Kommunalwahl.

Das Ergebnis der Europawahl hat die politischen Machtverhältnisse in der Stadt Augsburg neu geregelt : Die Grünen sind die zweitstärkste Kraft und haben damit ihr Ergebnis der Landtagswahl im Herbst 2018 eindrucksvoll bestätigt. Die Grünen kamen auf 25,6 Prozent, der Abstand zur CSU ist damit nicht mehr allzu groß. Die Christsozialen lagen knapp über der 30-Prozent-Marke: Sie kamen auf 30,7 Prozent. Dramatisch ist das Absacken der SPD in der Großstadt Augsburg: Sie bekam nur noch 10,1 Prozent. Die Sozialdemokraten sind damit nur unwesentlich besser als die AfD mit 8,9 Prozent.

Entsprechend fielen die Reaktionen auf das Wahlergebnis aus. Martina Wild, Fraktionschefin der Grünen-Stadtratsfraktion, sprach von einem „fantastischen Ergebnis“. Das Wahlergebnis zeige, welche Themen den Bürgern am Herzen liegen: „Sie wollen echten Klimaschutz.“ Erfreulich sei, dass auch bei der Europawahl der Erfolg der Landtagswahl bestätigt werde. „Wir sind die zweitstärkste Kraft in Augsburg“, sagt Wild. Das sei Antrieb für die Kommunalwahl am 15. März 2020: „Wir werden einen mutigen Wahlkampf führen.“

CSU zu Europawahl-Ergebnis in Augsburg: "Die Grünen sind jetzt unser ernsthaftester Gegner"

Augsburgs CSU-Chef Johannes Hintersberger war zunächst sehr zufrieden, dass die Wahlbeteiligung deutlich höher war als bei der Europawahl 2014. Vor fünf Jahren waren es 36,3 Prozent, am Sonntag standen am Ende 55,6 Prozent. Die CSU habe am Sonntag in Augsburg zumindest ihr Landtagsergebnis gehalten, so Hintersberger. Das sei im Vergleich wichtiger als die Zahlen der Europawahl 2014, die CSU bleibe mit Abstand stärkste Kraft. Allerdings sagt CSU-Mann Hintersberger auch: „Die Grünen sind jetzt unser ernsthaftester Gegner.“

Sichtlich konsterniert vom Abschneiden der SPD zeigte sich die Augsburger Vorsitzende Ulrike Bahr: „Das ist sehr enttäuschend und erschreckend.“ Einen direkten Bezug zur Kommunalwahl will Bahr allerdings nicht erkennen: „Wir haben eine motivierte Mannschaft.“ Allerdings müsse auch die SPD registrieren, dass der Klimaschutz eine immer wichtigere Rolle spiele.

Europawahl 2019 in Augsburg: Warteschlange sorgt für Verwirrung

Der Wahltag in Augsburg war mehr oder weniger ruhig verlaufen. Am Don Bosco-Platz im Herrenbach allerdings gab es kurzzeitig Verwirrung. Menschenmassen standen auf dem Platz, aufgereiht in einer langen Warteschlange. Des Rätsels Lösung: Im Pfarrgemeindesaal war ein Wahllokal für Rumänen eingerichtet worden. Viele von ihnen wollten hier ihre Stimme abgeben. Mit dem Ansturm waren die Verantwortlichen jedoch überfordert, teils herrschte blankes Chaos.

Für Wähler mit deutschem Pass ist der Pfarrgemeindesaal seit jeher das Wahllokal im Stadtteil. Dies war am Sonntag wieder so. Deutsche und Rumänen sollten an unterschiedlichen Orten abstimmen. Allerdings sorgte die Warteschlange für Irritationen, weil deutsche Bürger nicht auf Anhieb verstanden, dass ihr Wahllokal zwar am selben Ort ist, sie aber nicht in der Schlange hätten stehen müssen. Im Lauf des Tages beruhigte sich die Lage aber.

Die Stadt Augsburg wurde über die chaotische Situation informiert. Kurzfristig wurde entschieden, zusätzliche Kräfte in den Herrenbach zu schicken. Letztlich ging es vor allem darum, für eine bessere Ausschilderung zu sorgen.

Am Abend sagte Ordnungsreferent Dirk Wurm auf Anfrage, dass die Stadt zuvor nicht über das Wahllokal für die Rumänen informiert gewesen sei. Das rumänische Konsulat habe die Räume angemietet. Auch von der Kirchenverwaltung sei dies nicht weitergegeben worden. Dass es den großen Andrang gegeben habe, sei im Nachgang leicht erklärbar: Das Wahllokal in Augsburg sei für in Bayern lebende Rumänen gewesen, die keine Briefwahl machen wollten. In München und anderen Städten sah es ähnlich aus. Um Abläufe vor Ort in Augsburg besser zu steuern, seien ab den Mittagsstunden Mitarbeiter des städtischen Ordnungsdienstes im Einsatz gewesen, sagte Wurm ferner.

Lesen Sie auch unseren Kommentar zum Ergebnis der Europawahl in Augsburg: Ergebnis halbiert: Der tiefe Fall der Augsburger SPD

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren