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Kino

12.02.2018

Feuerwehr-Kampagne verzögert sich

Friedhelm Bechtel
Bild: Silvio Wyszengrad

Ein Kurzfilm, der Gewalt gegen Einsatzkräfte thematisiert, lief zuletzt in vier bayerischen Städten im Vorprogramm. In Augsburg nicht, obwohl der Hauptakteur von hier stammt. Was dahinter steckt.

Die Szenen sind schnell geschnitten und mit dramatischer Musik unterlegt. Wie in Trailern, die vor Kinofilmen zu sehen sind. Im aufwendig produzierten, dreiminütigen Kurzfilm „Respekt? Ja, bitte“, schildern Einsatzkräfte Übergriffe, die sie erlebt haben, während sie versuchten, anderen Menschen zu helfen. Eine Frau erzählt auch, wie sie sich in Situationen fühlt, in denen Betrunkene aggressiv werden, plötzlich aufstehen, auf sie zukommen. „Da kann man eigentlich nur noch schauen, dass man wegkommt“, sagt sie. Produziert wurde der Film von der Deutschen Feuer-Gewerkschaft, und für das Kino war er tatsächlich auch gedacht.

Mit dem Film, der sich im Internet finden lässt und in bayerischen Kinos im Vorprogramm lief, will die Gewerkschaft auf die Problematik aufmerksam machen, der sich viele Helfer ausgesetzt sehen: Gewalt vor allem durch alkoholisierte und unter Drogeneinfluss stehende Menschen. Gezeigt wurde er in den vergangenen Wochen in Kinos in vier bayerischen Städten – in München, Rosenheim, Aschaffenburg und Landshut. Dass er auch in Augsburg ausgestrahlt wird, war zunächst nicht angedacht. Die Feuerwehr-Gewerkschaft sagte gegenüber unserer Zeitung vor einigen Wochen, man habe sich aufgrund der räumlichen Nähe zunächst ausschließlich an den Betreiber Kinopolis gewandt, dabei solle es aber nicht bleiben.

Passiert ist bislang nichts

Kinopolis-Kinos gibt es in der Stadt zwar nicht, dennoch wäre es naheliegend gewesen, „Respekt? Ja, bitte“ auch Augsburger Kinos für das Vorprogramm anzubieten. Ein Hauptakteur des Kurzfilms nämlich ist der Augsburger Feuerwehrmann Friedhelm Bechtel. Auf Anfrage unserer Zeitung vor etwa einem Monat hieß es von den Kinos der Stadt auch, man sei grundsätzlich dazu bereit, den Kurzfilm ins Vorprogramm zu nehmen. Wer hier in den vergangenen Wochen öfter Mal im Kino war, konnte den Film allerdings noch nirgends sehen.

Woran liegt’s? Die Kinos haben mittlerweile eine DVD mit dem Kurzfilm erhalten. Offenbar gibt es allerdings technische Hürden. Der Dateityp des Films auf der DVD, sagt Susanne Schubert, Leiterin des Cinemaxx in Augsburg, lasse sich für Kinos nicht verwenden – es brauche dazu ein spezielles Format. Man sei aber an dem Thema dran und in Kontakt mit der Feuerwehr. Schließlich sei der Film ja auch in anderen Kinos gelaufen, es müsse als den richtigen Dateityp schon geben. „Wir sind bemüht und willens“, sagt Schubert. Ähnliches berichtet Tom Dittrich, Betreiber des „Liliom“. Man sei nach wie vor absolut bereit, den Film zu zeigen, allerdings müsse man erst das Problem mit dem Format lösen.

Friedhelm Bechtel sagt, ihn würde jedenfalls freuen, wenn der Film in den Kinos der Stadt liefe. DasThema sei ihm wichtig – auch weil er selbst schon einmal betroffen war.

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