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Uni Augsburg

11.11.2014

Finanzchaos um Semester-Opening-Party

Bei der Semester-Opening-Party gibt es einige finanzielle Ungereimtheiten.
Bild: Matthias Becker

Für die nächste Semester-Opening-Party der Studentenvertretung fehlen wichtige Unterlagen. Von der vergangenen Feier blieb wohl ein Minus – und keiner weiß warum.

Katharina Wiedemann hat einen schweren Job. Sie organisiert die nächste Semester-Opening-Party der Studentenvertretung Asta an der Uni Augsburg. Die große Fete soll im zweiten Anlauf am 20. November über die Bühne gehen. Doch Wiedemann muss bei der Organisation weitgehend ohne Unterlagen auskommen. Der Ordner sei spurlos aus dem Büro verschwunden, sagt sie. Für sie ist nun die Frage, was vorher mit welchen Firmen und Lieferanten vereinbart war. Trotzdem ist sie zuversichtlich, dass es diesmal klappt. „Es war mühsam, die Dinge nachzuvollziehen, aber ich glaube, ich schaffe es.“

Der Party-Ordner, der abhanden kam, bevor Wiedemann übernahm, ist nicht das einzige Problem der Studentenvertreter. Die neue Führung rätselt vor allem darüber, was bei der letzen SOP-Party unter ihren Vorgängern geschah. Denn von dieser Fete fehlen offenbar die Abrechnungen. Fatal daran ist, dass bei der Fete wohl ein größeres Minus entstand und bis heute nicht klar ist, warum. Das brachten die Studentenvertreter Lasse Pederson und Pierre Behling zur Sprache.

Warum wurde der Verbleib der fehlenden Rechnungen nicht geklärt?

Im studentischen Konvent forderten sie, dass die Ursachen für das Defizit geklärt und und Konsequenzen für die nächste Party gezogen werden. Auch Konventsvorsitzender Thomas Oppel fragte in die Runde, „es war seit Wochen bekannt, dass keine Abrechnung der letzten SOP-Party vorlag, warum wurde das nicht geklärt?“

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Zur den großen Feten, die zu Semesterbeginn gefeiert werden, kommen in der Regel an die 3000 Besucher. 2800 sollen es bei der letzten SOP-Party gewesen sein. In Studentenkreisen geht man davon aus, dass dort ein Gewinn von etwa 10.000 Gewinn hätte anfallen müssen. Stattdessen sei wohl ein Verlust von etwa 6000 Euro gemacht worden, so die Kritiker. Mit den Überschüssen aus den Festen finanziert der Asta normalerweise verschiedene Projekte und Aktivitäten.

Nachforschungen vertragt

Es gab viele offene Fragen im Konvent. Die Aufklärung erweist sich als schwierig. Zwar war der damals für die Partyfinanzen zuständige Student bei der Sitzung anwesend. Doch nicht alle Teilnehmer wollten, dass er öffentlich Auskunft gab. Ein Antrag, die Sitzung nichtöffentlich fortzuführen, scheiterte. Daraufhin wurde mehrheitlich beschlossen, die Nachforschungen zu vertragen. Der damals zuständige Finanzer war für unsere Zeitung anschließend nicht mehr zu sprechen.

Möglicherweise kommt die Aufklärung aber doch noch in Gang. Moritz Duchene Vom Asta sagte auf Anfrage, man werde die damals Verantwortlichen kontaktieren und bitten zur Aufklärung beizutragen. Das Problem sei, dass man nicht genau wisse, ob ein Fehler in der Buchhaltung des Studierendenausschusses vorliege oder ob tatsächlich ein Minus entstanden sei. Die neue Mannschaft für die Finanzen sei erst wenige Wochen im Amt und habe noch keinen kompletten Überblick über die Datenlage.

Wer kontrolliert die SOP?

Bleibt noch die Frage: Wer ist für die Kontrolle zuständig? Laut Unipressestelle verantwortet die Studentenvertretung ihre Budgets selbst. Die Unileitung greife normalerweise nicht in die Selbstverwaltung der Studierenden ein. Etwas anderes gelte nur bei rechtswidrigen Maßnahmen. Dafür lägen aktuell aber keine Anhaltspunkte vor. Falls die SOP rote Zahlen schrieb und die Studentenvertretung dies nicht selbst ausgleichen kann, wird das Defizit mit dem Budget des Folgejahres verrechnet.

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