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Fischtreppe: Gutes Projekt, aber schlecht umgesetzt

Kommentar Von Stefan Krog
15.01.2019

Es war richtig, ein Kraftwerk in den bestehenden Hochablass einzubauen. Und es ist richtig, eine Fischtreppe anzulegen. Die Umsetzung weckt allerdings Zweifel.

Der Bau des Kraftwerks am Hochablass war ein richtiger Schritt der Stadtwerke. Das Wasser des Lechs 7,5 Meter tief ungenutzt in die Tiefe stürzen zu lassen, wäre in Zeiten der Energiewende nicht vertretbar gewesen. Das Hochablasskraftwerk war einer von wenigen größeren Kraftswerksneubauten überhaupt in Bayern in den vergangenen Jahren – denn neue Wehre in Flüssen sind aus ökologischen Gründen nicht mehr erlaubt.

Unumstritten war das Hochablass-Kraftwerk aber nicht. Während der Planungsphase war sogar ein Bürgerbegehren im Gespräch. Am Hochablass entzündete sich der Streit daran, wie viel Wasser künftig noch übers Wehr fließt. Es ist weniger geworden, aber man verständigte sich auf einen Kompromiss. Dass die Stadtwerke mit der Fischtreppe – die ein ökologischer Gewinn ist – nun deutlich länger brauchen, ist unverständlich. Der Bau des Kraftwerks war trotz Hindernissen termingerecht möglich (weil andernfalls Vergütungen für Strom geringer ausgefallen wären). Ob die Fischtreppe ein Jahr länger braucht oder nicht, hätte niemanden geschert, doch inzwischen sind es im günstigsten Fall fünf Jahre Verzug.

Fischtreppe am Hochablass: Wie läuft es bei anderen Projekten?

Der östliche Hochablass samt Kuhsee-Ablass präsentiert sich seit Jahren als Baustelle. Und auch unter ästhetischen Gesichtspunkten ist die Betonkasten-Konstruktion mäßig überzeugend. Es mag sein, dass es technisch die einzige vertretbare Lösung ist, aber das Versprechen vom Fischpass mit Natursteinen aus der Anfangszeit hat Erwartungen geweckt. Beim nächsten umstrittenen Infrastrukturprojekt (Linie 5?) werden sich die Stadtwerke die Fragen von Bürgern gefallen lassen müssen, welche ihrer präsentierten Planungen wirklich umsetzbar sind.

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