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Umwelt

14.04.2015

Fischtreppe unter der Lupe

Die Fischtreppe am Wasserkraftwerk in Hochzoll ist zwar nicht optimal gestaltet, aber sie funktioniert, sagen Fachleute.
Bild: Anette Zoepf

Fachberater mahnt eine umfassende Untersuchung an. Wie effektiv sind die künstlichen Wanderhilfen?

Funktioniert diese Fischtreppe wirklich? Anwohner des Wasserkraftwerks am Eisenbahnerwehr an der Hochzoller Lechbrücke haben ihre Zweifel. Der Fischereifachberater des Bezirks Schwaben Roland Paravicini versichert : Sie funktioniert. Er sprach sich gestern aber für eine umfassende Untersuchung aus. Sie soll klären, ob und wie genau die Lechfische Staustufen in Augsburg überwinden können.

Grundsätzliches Problem ist, dass wegen der vielen Verbauungen im Fluss Fische nicht mehr oder kaum mehr wandern können. Wie effektiv künstliche Fischtreppen sind, um die Fischwanderung zu unterstützen, auch daran gibt es immer wieder Zweifel. Paravicini verweist darauf, dass nun im Zusammenhang mit einem neuen Fischaufstieg am Hochablass ein „Monitoring“ vorgesehen ist. Bei dieser Untersuchung werden Fische gefangen und markiert. So bekommt man Aufschluss über ihre Wanderung.

Baubeginn der Fischtreppe beim neuen Wasserkraftkraftwerk der Stadtwerke am Hochablass soll diesen Herbst sein, sagt Umweltreferent Reiner Erben. Paravicini rechnet damit, dass die Untersuchung über die Fischwanderung dann im Frühjahr 2017 laufen könnte. Er plädiert dafür, das Monitoring am Hochablass auch auf die Staustufen am Eisenbahnerwehr und in der Wolfzahnau auszudehnen.

Das Kraftwerk der Firma Luwa Energie am Eisenbahnerwehr in Hochzoll hat schon lange eine Fischtreppe. Häufig werden diese Aufstiege als Umgehungsbäche gebaut. Vor zehn Jahren habe man sich aber an dieser Stelle an einen Fischaufstieg gewagt, der ins Gewässer integriert sei, sagt Paravicini. Das Gefälle sei zwar relativ steil, aber in einzelne Becken aufgeteilt. Typische Lechfischarten könnten es überwinden. Aus heutiger Sicht sei der Fischaufstieg am Eisenbahnerwehr zwar nicht ganz optimal, weil man ihn breiter bauen würde, so der Fachmann. Er funktioniere aber.

Allerdings habe die Wanderhilfe nicht immer richtig funktioniert, nachdem 2011 das Stauziel am Wehr erhöht wurde, heißt es beim Wasserwirtschaftsamt Donauwörth. 2013 sei nachgebessert worden. Nach Einschätzung der Fischereifachberatung können die Lechfische seither aber wieder wandern.

Laut Paravicini werden die Fische auch nicht in die Turbinen des Kraftwerks gezogen. Ein Rechen mit einem Abstand der Rechenelemente von 30 Millimetern schütze die Fische. Die Geschwindigkeit, mit der das Wasser ans Kraftwerk anströmt, könnten gesunde Fische leicht überwinden.

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