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Augsburg

14.02.2015

Flughafen vom Tisch: 500 Flüchtlinge ziehen in die Nähe von Osram

Auf diesem Areal an der Berliner Allee soll so schnell wie möglich eine Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge entstehen. Platz ist dort für 500 Menschen.
Bild: Anne Wall

Der vorgesehene Standort am Flughafen für die Erstaufeinnahmeeinrichtung ist überraschend vom Tisch. Alternative ist nun ein Areal an der Berliner Allee. Dort ist einiges geplant.

Kommando zurück: Ursprüngliche Planungen, am Augsburger Flughafen eine zentrale Erstaufnahmeeinrichtung für mindestens 500 Flüchtlinge einzurichten, sind vorerst vom Tisch. Es gibt jetzt einen alternativen Standort, der als künftige Unterkunft von Asylbewerbern gedacht ist. An der Berliner Allee in der Verlängerung des Osram-Werks in Richtung Hochzoller Lechbrücke soll die Einrichtung gebaut werden.

Derzeit dient das weiträumige Areal mit einer Fläche von 3,5 Hektar als Stützpunkt Augsburg der Straßenmeisterei Gersthofen. Der Stützpunkt wird nun aber nach Gersthofen verlegt, sodass die Fläche anderweitig genutzt werden kann. Vorteil: Das Areal ist im Eigentum des Freistaats Bayern. Es bietet genügend Platz für eine Erstaufnahmeeinrichtung.

„Aus unserer Sicht ist es eine gute Alternative“

Zuständig für die Unterbringung der Flüchtlinge ist die Regierung von Schwaben. Deren Pressesprecher Karl-Heinz Meyer bestätigt, dass es eine Vereinbarung mit der Stadt Augsburg gibt, diesen Standort an der Berliner Allee für Asylbewerber auszubauen. In einer Sitzung des Ältestenrats, in der neben den Bürgermeistern die Vorsitzenden der Rathaus-Fraktionen sitzen, gab es Informationen aus erster Hand.

Die Federführung liegt bei der Regierung. „Aus unserer Sicht ist es eine gute Alternative“, sagte am Freitag Augsburgs Sozialreferent Stefan Kiefer (SPD). Politisch war von Anfang an unumstritten, dass Augsburg zu seiner Verantwortung steht, eine Erstaufnahmeeinrichtung zu errichten. Jeder Regierungsbezirk muss auf Anordnung des Freistaats eine Erstaufnahmeeinrichtung bauen. Als im September im Stadtrat die Entscheidung für den Flughafen fiel, gab es eine breite Zustimmung. Allerdings hätte mancher Stadtrat schon damals einen stadtnahen Standort bevorzugt.

Der Standort Berliner Allee war zum damaligen Zeitpunkt nicht im Rennen. Es war nicht bekannt, dass die Straßenmeisterei umzieht. Beobachter hatten allerdings registriert, dass am Flughafen wenig Bewegung in Richtung der Unterkunft gekommen war. Die Verhandlungen der Stadt mit dem bayerischen Sozialministerium zogen sich in die Länge.

Mindestens 500 Flüchtlinge sollen aufgenommen werden

Für den Standort an der Berliner Allee sei kein Bebauungsplan nötig, sagt Sozialreferent Kiefer. Insofern könne vergleichsweise zügig losgelegt werden. Einen konkreten Fahrplan gibt es laut Pressesprecher Meyer noch nicht: „So schnell wie möglich ist unser Ziel.“ Betraut mit dem Areal ist die Regierung. Auf der Straßenseite gegenüber stehen mehrere Wohnblocks. Direkt neben der Einrichtung liegen auf der einen Seite das Osram-Werk und der städtische Bauhof. Auf der anderen Seite ist eine Grünanlage.

Auf einer kleinen Teilfläche war zunächst die Errichtung einer Noterstaufnahmeeinrichtung für 150 Asylbewerber geplant. Die Dimensionen werden nun deutlich größer. Mindestens 500 Flüchtlinge sollen aufgenommen werden, auch die Zahl von 1000 Flüchtlingen wurde schon genannt.

Das Raumkonzept ist mit den Planungen am Flughafen vergleichbar. Neben den Unterkünften gibt es einen Verwaltungstrakt und Sozialräume. Auch eine Polizeistation soll untergebracht werden. Von Investitionen im zweistelligen Millionenbereich ist auszugehen. Die Erstaufnahmeeinrichtung wird eingezäunt sein – auch zum Schutz vor fremdenfeindlichen Übergriffen. Die Bewohner dürfen sie aber Tag und Nacht verlassen. Es gibt auch einen Wach- und Schließdienst samt Pforte, die rund um die Uhr besetzt ist. "Kommentar

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