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Kommentar

26.06.2020

Freibäder in Augsburg: Die Stadt sollte Alternativen prüfen

Zu Beginn der Nachmittagsschicht bilden sich teils lange Menschenschlangen, wie hier am Familienbad. Innen geht es dann ruhiger zu.
Bild: Klaus Rainer Krieger

Plus Die Öffnung aller Augsburger Freibäder kostet die Stadt Geld. Umso schlimmer, wenn das Angebot nahezu ungenutzt bleibt.

Ein Corona-Gewinner sind die Freibäder sicherlich nicht. Dafür gibt es einfach zu viele Richtlinien, die in diesen Einrichtungen eingehalten werden müssen. Nach dem derzeitigen Zuspruch zu urteilen, sind es zu viele. Die Nachfrage nach den Freibädern ist mäßig, die Umsetzung der Hygienevorschriften oft aber auch nicht wirklich alltagstauglich. Schon jetzt bilden sich bei einem unterdurchschnittlichen Besuch an einem sonnigen Nachmittag lange Warteschlangen zu Beginn der Schwimmzeit. Jeder Registrierungscode wird schließlich von einer Kassenkraft händisch kontrolliert und abgeschrieben. Das dauert – vor allem wenn der Großteil der Gäste gleichzeitig ins Bad will.

So entstehen wiederum Situationen, die man eigentlich gar nicht haben will: Nämlich, dass viele Menschen teilweise ohne Mundschutz und ohne den nötigen Abstand beieinander stehen. Auf der anderen Seite wollen dann auch alle Badegäste gleichzeitig ins Wasser und kommen wie im Nichtschwimmerbecken im Fribbe womöglich erst einmal gar nicht rein. Das frustriert.

Andere Regelungen in Freibädern sind möglich

Ein Blick in andere Kommunen zeigt, dass der Besuch eines Freibads auch anders geregelt werden kann – natürlich ebenfalls mit Vor- und Nachteilen für den Besucher. In Mering ist beispielsweise auf der Homepage der Kommune ersichtlich, wie viele Personen sich gerade im Freibad befinden und ob ein Besuch möglich ist. Ist die maximale Besucherzahl einmal erreicht, gilt dort ein vorübergehender Einlassstopp. In München müssen sich die Badegäste ebenfalls online registrieren, allerdings gilt das Ticket für den ganzen Tag – die Besucher können also kommen, wann sie wollen, und so lange bleiben, wie sie wollen. Eine Putzstunde gibt es dort nicht. Allerdings dürfen sich die Badegäste aus Gründen der Fairness auch nur innerhalb weniger Tage einmal im Voraus buchen.

Der Teufel eines Freibadbesuchs steckt in Zeiten der Corona-Pandemie also im Detail. Nichtsdestotrotz sollte die Stadt erkennen, wenn ihr Angebot zu wenig Zuspruch erhält und als Folge Alternativen in der Umsetzung prüfen. Denn die Öffnung aller Freibäder samt Reinigungs- und Sicherheitspersonal kostet schließlich auch Geld. Umso schlimmer, wenn es nun die Menschen an die Seen drängt und die Freibäder nahezu ungenutzt bleiben.

Lesen Sie dazu den Artikel: Der Ansturm auf die Freibäder bleibt aus

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28.06.2020

Die Gründe des schwachen Besuchs werden leicht Corona untergeschoben, aber Freibäder füllen sich üblicherweise ab 27 Grad und werden ab 30 Grad richtig voll.

Es man ja dem gewünschten politischem Diskurs nicht entsprechen, aber die Hitzetage ab 30 Grad gab es bisher in 2020 nicht:

https://www.wetterkontor.de/de/wetter/deutschland/rueckblick.asp?id=6

Mai und Juni 2020 liegen bislang hinsichtlich der Temperatur unter dem üblichen Niveau:

https://www.wetterkontor.de/de/wetter/deutschland/monatswerte-station.asp?id=10852

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28.06.2020

Eine Lösung wäre Eintrittskarten online kaufen zu können, inklusive Adressdateneingabe, nach online Bezahlung bekommt man einen QR Code und wird beim Einlass nur noch gescannt.Analog kann ein QR Code bei der Bürgerinfo gekauft werden. Warum hinkt die Stadt bei der Digitalisierung immer so hinterher?

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28.06.2020

Gersthofen macht es mit QR und Onlinie-Vorrauskasse - aber so eindeutig ist die Lage nicht...

>> Der Einlass ist nicht schneller, als in Augsburg wo man einen Code sagt und ggf. bargeldlos mit der Sportcard zahlt.
>> Das gilt vorallem wenn 4 Personen auf einen Code kommen - da ist man in Gersthofen langsamer!
>> Unsicheres Wetter bremst den Umsatz wegen Vorauskasse.
>> In Augsburg kann ich noch während der Buchungszeit buchen

Wer Tempo will muss das Bargeld beim Eintritt rausnehmen - das ist Digitalisierung!

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