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Natur

05.06.2018

Freie Wähler fordern Einstellung der Baumfällungen

Parteien reagieren in unterschiedlicher Form auf die Proteste der Bürger am Herrenbach

Die Baumfällungen am Herrenbach sind in der Politik weiterhin heftig umstritten. Volker Schafitel, Stadtrat der Freien Wähler, fordert jetzt die sofortige Einstellung der Arbeiten. Nach seiner Kenntnis sei keine Gefahr im Verzug, sodass Zeit bleibe, die Situation derjenigen Bäume zu klären, die nach derzeitigem Stand in dieser Woche noch zu fällen sind. Im regierenden Dreierbündnis von CSU, SPD und Grünen wird diese Einschätzung bislang nicht geteilt, wobei es durchaus unterschiedliche Auffassungen gibt, wie in den nächsten Wochen und Monaten zu verfahren ist.

Die Stadtratsfraktion der Grünen, die anfangs keine Alternative zu den Fällungen von insgesamt 94 Bäumen gesehen hat, rückt von dieser Positionierung ab. Die Grünen fordern jetzt ein unabhängiges Gutachten für die noch zu fällenden Bäume, das Umweltreferent Reiner Erben in Auftrag geben will. Aktuell sind dort bislang 27 Bäume gefällt worden.

In der abgestimmten Erklärung der Koalition von CSU und SPD fehlen die Grünen als Kooperationspartner. CSU und SPD wollen wie berichtet eine Wiederbepflanzung am Herrenbach. Dabei seien Anwohner und Bürger einzubinden. SPD-Fraktionsvize Stefan Quarg verweist auf die Ergebnisse eines Wettbewerbs, der sich bereits vor einigen Jahren mit der Situation im Stadtviertel befasst hatte. Quarg: „Wichtig ist es, die Bürger nun von Anfang an in die Planungen zur Neugestaltung einzubinden.“ Die Fraktion Pro Augsburg, die von 2008 bis 2014 mit der CSU im Rathaus reagiert hat, kritisiert „die unverantwortliche Vorgehensweise“ der Stadt bei den Baumfällungen. Pro Augsburg spricht von einem Hauruck-Verfahren. Es sei nachvollziehbar, dass etliche Bäume, die direkt am Bach standen, zur Gefahrenabwehr gefällt werden müssen. Dass nun aber zeitlich alles so schnell über die Bühne gegangen ist, verurteilt Thomas Lis, Fraktionsvize von Pro Augsburg: „Hier ist dem Oberbürgermeister und dem zuständigen Referenten jegliches Fingerspitzengefühl abhandengekommen.“ Fraktionschef Rudolf Holzapfel beklagt, dass es vonseiten der Stadt nicht zum ersten Mal eine so kurzfristige Information der Öffentlichkeit erfolgte. Antworten erwartet Pro Augsburg darauf, inwieweit die Abholzaktion mit den Belangen des Vogelschutzes abgestimmt war.

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