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Wirtschaft

01.04.2017

Freistaat gibt Geld für Neubau auf der Augsburger Messe

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Wirtschaftsstaatssekretär Franz Josef Pschierer sagte am Samstag finanzielle Hilfe des Freistaats zu.
Bild: Michael Hochgemuth

Eine Halle soll abgerissen und neu gebaut werden. Das Projekt kostet 20 Millionen Euro, die sich die Gesellschafter nicht leisten können. Nun sagt das Land Unterstützung zu – und stellt Bedingungen.

26 Millionen Euro setzt die Messe Augsburg pro Jahr um. 93 Millionen Euro fließen darüber hinaus in die Stadt – weil Aussteller und Besucher dort essen, einkaufen, übernachten. Beide Zahlen könnten höher sein, würde weiter in den Messestandort investiert. Doch das geht nur mit Hilfe des Freistaats Bayern.

Der will sich nun am lange geforderten Neubau der Messehalle 2 beteiligen. Wirtschaftsstaatssekretär Franz Josef Pschierer sagte bei der Eröffnung der Augsburger Frühjahrsausstellung am Samstag die Hilfe des Landes zu – unter einer Voraussetzung: Die Messe Augsburg muss weitere internationale Veranstaltungen in die Stadt holen.

Zwei große internationale Messen

Die beiden größten internationalen Messen sind bislang die Interlift, eine Fachmesse für Aufzugtechnik, sowie die Schleifmesse GrindTec. Beide finden im zweijährigen Rhythmus statt. Messechef Gerhard Reiter betont jedoch, dass es viel mehr Veranstaltungen mit internationaler Beteiligung gebe. Ein Beispiel: Die Jagen und Fischen, die Aussteller und Besucher aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vereint. Die neue „Experience Composites“, eine Messe für Faserverbundmaterialien, Leichtbau und Carbon, habe Teilnehmer aus 17 Ländern nach Augsburg gebracht. „Wir sind also durchaus schon sehr international.“

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Der Neubau der Halle 2 ist ein seit Jahren gefordertes Projekt. Die bestehende Halle wurde zum Feuerwehrtag im Jahr 2000 gebaut und ist laut Reiter entsprechend veraltet: zu niedrig, zu klein, sie zu viele Säulen, die Kapazitäten der Versorgungsleitungen sind unzureichend. 20 Millionen müssten investiert werden, um dieses Gebäude abzureißen und durch ein neues zu ersetzen. Es wäre mit 8400 Quadratmetern größer als die derzeitige Halle (6000 Quadratmeter) – und eben auch moderner.

Wird die Hälfte übernommen?

Wie viel Geld der Freistaat gibt, behielt Pschierer am Samstag für sich. Reiter hofft auf die Hälfte der Kosten, also zehn Millionen. Mit den Gesellschaftern der Messe – Stadt Augsburg, Bezirk Schwaben sowie die Landkreise Augsburg und Aichach-Friedberg – seien die Gespräche geführt. Auch hier ist die Bereitschaft für Investitionen da. Das Projekt hat laut Reiter auch höchste Zeit. Es soll zur Interlift im Herbst 2019 fertig sein. „Für die Ausschreibung der Architektenleistungen sind wir damit spät dran.“

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afa 2017: Die Eröffnung in Bildern
Bild: Michael Hochgemuth

Bis zur Zusage des Freistaats, sich finanziell am Neubau zu beteiligen, gab es offenbar ein zähes Ringen. Immer wieder habe das Land Nachweise verlangt, wie international die Messe aufgestellt sei, ließ Aichach-Friedbergs Landrat Klaus Metzger durchblicken. Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl schrieb dem Vernehmen nach mehrere Briefe nach München, in denen er auf die Gefahren für den Messestandort Augsburg hinwies, sollte die neue Halle nicht gebaut werden können.

Der drittgrößte Standort Bayerns

Neben München und Nürnberg ist Augsburg der drittgrößte Messestandort Bayerns. Der Freistaat ist sowohl in München als auch in Nürnberg Gesellschafter; in Augsburg nicht. Trotzdem sei man, sagte Pschierer, natürlich an der Weiterentwicklung Augsburgs interessiert. Als Konkurrenz sieht offenbar keiner die drei Standorte; eher als Ergänzung. Heiko Könicke von der AFAG, die in Augsburg unter anderem Frühjahrsausstellung, Americana, Interlift und GrindTec organisiert, sieht es so: „In München und Nürnberg kommen viele Veranstaltungen gar nicht mehr unter, weil es keine freien Termine mehr gibt. In Augsburg schon.“

Was sonst noch geschehen muss

Will Augsburg als Messestandort weiter zulegen, muss aber noch mehr geschehen. Ist der Neubau der Halle 2 abgeschlossen, wäre auf dem Gelände noch Platz für eine weitere. Das Gelände hätte dann eine Ausstellungsfläche von 50000 Quadratmetern. Zum Vergleich: München hat 180.000, Nürnberg 170.000 Quadratmeter. Auch die Verkehrsinfrastruktur, Parkplätze sowie in ein Messehotel sind laut Gerhard Reiter Themen für die Zukunft.

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