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Augsburg

26.08.2012

Freistaat übernimmt Stadt- und Staatsbibliothek

Augsburg kann sich seine Bibliothek nicht mehr leisten. Sie wird im Herbst vom Freistaat übernommen. Die Bibliotheksleitung freut sich auf Investitionen, ist aber auch traurig.

Im Herbst übernimmt der Freistaat Augsburgs Stadt- und Staatsbibliothek. "Wir peilen Ende Oktober an", sagte eine Sprecherin des Kunstministeriums auf Anfrage. Derzeit entstünden Verträge, die abgestimmt werden müssten zwischen Stadt, Staatskanzlei, Bauamt, Finanz- und Kunstministerium. Die Verstaatlichung der 1537 gegründeten Institution ist seit längerem beschlossen, nur über Details wird noch diskutiert. Das Ministerium rechnet mit jährlichen Betriebskosten von 1,2 Millionen Euro.

Die Augsburger Stadtspitze hatte 2010 angekündigt, die Bibliothek zu schließen und die staatlichen Bestände ganz oder teilweise an Bayern zurückzugeben, sollte sich das Land nicht stärker an den Unterhaltskosten beteiligen. Seit 1806 lagern in der Bibliothek auch staatliche Bestände, vor allem Bücher aus Klosterbibliotheken. Rund die Hälfte des Gesamtbestands ist staatlich. Ein alter Vertrag regelt, dass Augsburg den Unterhalt der Bibliothek trägt und für Miete und Verwaltungskosten des staatlichen Teils jährlich eine Entschädigung bekommt - derzeit sind das nach Ministeriumsangaben rund 19.000 Euro.

"Die Stadt konnte nicht ins Gebäude investieren, das war für uns ein ganz großes Problem", erklärte die stellvertretende Bibliotheksleiterin Brigitte Schürmann. Auch wenn es nun Investitionen geben solle, sehe sie die Verstaatlichung mit gemischten Gefühlen: "Es ist schon traurig, wenn eine Stadt 475 Jahre eine Bibliothek unterhalten konnte und das jetzt nicht mehr kann." dpa

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