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Augsburg

27.07.2020

Freiwillige Corona-Tests: Darum machen sie manche Augsburger Ärzte nicht

Seit Juli kann man sich in Bayern auch ohne Symptome kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Doch nicht alle Ärzte unterstützen das.
Bild: Oliver Berg, dpa (Symbolfoto)

Plus Mittlerweile können Patienten kostenlos testen lassen, ob sie mit Corona infiziert sind. Es gibt eine Übersicht, welche Praxen in Augsburg mitmachen.

Seit 1. Juli können sich Menschen in Bayern kostenlos auf das Coronavirus testen lassen – auch ohne Symptome oder Aufenthalt in einem Risikogebiet. Meist bieten Hausärzte den Test an, so auch in Augsburg. Dabei läuft nicht alles rund um die Corona-Tests problemlos. Gegenüber unserer Redaktion äußerten sich Leser, die bei Hausärzten trotz Nachfrage keinen Test erhielten.

Eine Leserin schildert etwa: Sie wollte mit ihren Enkeln nach Dubai. Um dort nicht in Quarantäne zu müssen, benötigte sie einen negativen Test. Ohne Symptome habe sie bei Hausarzt und Gesundheitsamt keinen Test bekommen, obwohl sie auch zur Risikogruppe gehöre, so sagt die Frau. Abschließend wollte sie wissen, ob es denn eine Nummer oder Übersicht gebe, wo sich Interessierte nach den kostenlosen Corona-Tests erkundigen könnten.

Corona in Augsburg: Die Nachfrage nach Tests ist noch verhalten

Diese Übersicht gibt es seit Kurzem auf der Internetseite der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB). Auf der Startseite www.kvb.de kann man in der Suchmaske „Arzt-/Psychotherapeutensuche“ das entsprechende Feld „Arzt für Coronavirus Test“ anklicken und seine Postleitzahl eingeben. Die Website, so Dr. Jakob Berger, Hausarzt in Herbertshofen (Landkreis Augsburg) und Vorstandsbeauftragter der KVB für Schwaben, werde ständig aktualisiert. Mit einer vollständigen Übersicht sei in etwa einer Woche zu rechnen. Insgesamt stelle er derzeit bei Nachfragen im Verband und unter Kollegen fest, dass die Testnachfrage verhalten sei.

Die Tests erfolgen entweder über einen Rachen- oder Nasenabstrich. Auch ein vorliegender negativer Corona-Test biete letztlich keine Sicherheit, erklärt Berger. „Meines Erachtens handelt es sich dabei um Ressourcenverschwendung, denn wer heute negativ ist, kann morgen positiv sein.“ Hinzu komme ein falsches Gefühl der Sicherheit, verursacht durch falsch-negative Tests. Die kommen genau so vor wie falsch-positive. Wichtiger wäre es seiner Meinung nach, die noch immer begrenzten Ressourcen für den vermuteten Ansturm im Herbst zu sparen, wenn auch andere Infektionskrankheiten vermehrt auftreten. Nach Meinung des Hausarzts war das vorherige Modell – Rückkehrer aus Risikogebieten und jene mit Symptomen zu testen – ausreichend.

Coronavirus: Manche Hausärzte in Augsburg zählen selbst zur Risikogruppe

Das würde Hausärzte auch von einem zusätzlichen organisatorischen und arbeitstechnischen Aufwand befreien, der im Herbst wohl noch erheblich höher ausfallen werde. Dieser Aufwand und der Umstand, dass manche Hausärzte selbst Corona-Risikopatienten sind, hat zur Folge, dass nicht jeder Arzt die Tests anbietet. Denn verpflichtend, so Berger, seien diese nicht.

Indes hat das Gesundheitsamt der Stadt Augsburg am Montag zehn neue Covid-19-Fälle gemeldet. Insgesamt wurden damit bisher 556 in Augsburg wohnhafte Personen positiv auf das Coronavirus getestet. 498 Personen sind laut Gesundheitsamt wieder genesen, 42 gelten aktuell als erkrankt. 16 Personen sind bisher mit oder am Virus gestorben.

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