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Predigt-Slam

28.07.2012

Frieden in sieben Minuten

Seine beredten Gesten und seine kluge Auseinandersetzung mit dem Römerbrief führten Bertram Rapp zum Sieg beim 2. Predigt-Slam in der Kresslesmühle.
Bild: Daniela Tiggemann

Sieben prominente Augsburger mit sieben kurzen Reden auf hohem Niveau

Vom biblischen Frieden zu reden, schließt einen spöttischen Ausflug in die Augsburger Realpolitik nicht aus. Jedenfalls bei SPD-Stadtrat Karl-Heinz Schneider. Seine Predigt aus dem (Politiker-)Leben stand beim 2. Augsburger Predigt-Slam am Anfang einer Reihe von sieben Friedensreden, die nicht nur kurz (sieben Minuten) und knackig (wie es die Slam-Form vorschreibt) waren, sondern in ihrer Aktualität und Vielfalt auch sehr persönlich wirkten. Vom Publikum in der vollen Kresslesmühle wurde das mit heftigem Applaus quittiert.

„Friede auf Erden“ hieß das Thema, das die Mitglieder von „Biblia Viva Augustana“ der teilnehmenden Prominenz aus der Augsburger Kultur, Wirtschaft und Politik herausfordernd aufgegeben hatten – passend zum Veranstaltungsrahmen, dem Modul „Frieden und Religion“ im Programm zum Friedensfest. Und alle bewältigten ihre Friedensaufgabe mit Überzeugung.

Den Abend, den Sybille Schiller moderierte, umrahmten neben Heinrich Schiller am Klavier zwei Kabarettisten, die außer Konkurrenz auftraten: Roland Krabbe alias „Herr Braun“ und der Ruhestandspfarrer und versierte Kabarettist Wolfgang Wunderer mit bösen Seitenhieben auf aktuelle kirchliche Entwicklungen. Wählen durfte dann nur die konfessionell gemischte Jury – und sie hatte es nicht leicht, denn jeder brachte in seiner „großartigen Predigt“, so Jurymitglied Alois Knoller, etwas Schönes „für unser eigenes Repertoire“ (Pfarrer Frank Witzel) mit. Abendsieger Bertram Rapp, Physiker und Patentanwalt, begeisterte die Jury wegen seiner „guten Performance“ mit gepflegter Rhetorik und reicher Gestik, und weil er es wagte, dem Bibeltext durchaus auch zu widersprechen. „Theologisch tiefgründig“ sei auch der zweite Preisträger gewesen, der „visionäre Kraft in die Gegenwart geholt habe“: Wolfgang Krauß, engagierter „Missionar“ der Mennoniten, die hier in der Stadt schon vor 500 Jahren als „Täufer“ ihre Friedensmission antraten. Der dritte Preis ging an die originelle und unterhaltsame Predigt von Stadtrat Schneider.

Doch auch Christine Kamm (MdL der Grünen), Strafverteidiger Walter Rubach, Jürgen Schmid (Präsident der Handwerkskammer) und die kurzfristig eingesprungene Ursula Galli („Brechtfreunde“) bewiesen in ernsthafter und geschickter Auslegung der Bibeltexte, wie wichtig ihnen Frieden als Thema ist.

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