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Augsburg

11.05.2019

Friedrich Benning nimmt Abschied von St. Jakob

Den heiligen Jakob in der Hand und seine Kirche im Hintergrund: Fast 13 Jahre lang leitete Pfarrer Friedrich Benning die evangelische Gemeinde in der Jakobervorstadt.
Bild: Annette Zoepf

Mit 66 Jahren ist für den evangelischen Pfarrer in Augsburg Schluss. Mit ihm geht auch ein Verfechter der neuen Jakober Kirchweih.

Auf der Einladungskarte zu seiner Verabschiedung strahlt einem Friedrich Benning förmlich entgegen: auf der Titelseite mit St. Jakob im Hintergrund, im Inneren zusammen mit seiner Frau Regina. Tatsächlich blickt der evangelische Pfarrer dem kommenden Sonntag mit gemischten Gefühlen entgegen. „Der Abschied fällt mir schwer“, sagt der 66-Jährige und lässt seinen Blick über Kirche und Gemeindesaal schweifen. „Das war hier ein Stück weit mein Leben.“

Knapp 13 Jahre lang leitete der gebürtige Rieser die Gemeinde St. Jakob und die Evangelische Studierendengemeinde (ESG). In Augsburg zu arbeiten, sei immer sein Wunsch gewesen, sagte er 2006. Und heute weiß Benning, dass die Entscheidung „super“ war. Die Kombination aus den beiden halben Stellen habe hervorragend gepasst. „Ich bin hier mit allen Arten von Menschen zusammengekommen.“

Friedrich Benning ist stolz auf Jakobslädle und Pilgerunterkunft

Besonders freut den Pfarrer, dass es in seiner Amtszeit gelungen ist, die bis dahin eher abgeschlossene Gemeinde St. Jakob nach außen zu öffnen – sei es durch die stärkere Beteiligung an der Jakober Kirchweih, das Jakobslädle oder die Pilgerunterkunft. Benning will sich das nicht allein auf seine Fahnen schreiben, sondern hebt seine „total aktive Gemeinde“ hervor. Dies sei alles nur möglich gewesen mit den vielen Ehrenamtlichen.

Friedrich Benning nimmt Abschied von St. Jakob

Während der dreifache Vater seine Augsburger Jahre Revue passieren lässt, kommt ein junger Mann in den Gemeindesaal – ein iranischer Christ. Benning unterstützt ihn bei seinem Asylverfahren, sozusagen als seelischer Beistand. Draußen in der Kirche warten Mitglieder der koreanischen Gemeinde, die in St. Jakob regelmäßig ihre Gottesdienste feiert, auf den Pfarrer. Die Gemeinde sei sehr vielfältig und multikulturell geworden, freut sich der Geistliche sichtlich.

Sein nahender Eintritt in den Ruhestand ist für den 66-Jährigen auch Anlass, auf sein Leben zurückzublicken. Die Entscheidung, nach einer kaufmännischen Ausbildung ein Theologiestudium draufzusatteln, habe er nie bereut, im Gegenteil. So mancher habe anfänglich den jungen Mann gefragt, ob er sich den Pfarrer denn zutraue, erinnert sich Benning schmunzelnd. „Ich kann nur sagen, für mich als Dorfbub ging gerade hier in Nürnberg und dann in Augsburg sehr viel in Erfüllung.“ So ganz abgelegt hat er den Naturburschen ohnehin nicht: Die meisten Strecken legt Benning zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurück, „das Auto nehme ich nur im äußersten Notfall“.

In Nürnberg warten die Enkel auf Pfarrer Benning

Das wird er auch in Nürnberg so halten. Die Frankenmetropole hat der Pfarrer wie vor seiner Augsburg-Ära zum Wohnort auserkoren. „Meine Frau arbeitet dort als Hebamme, außerdem lebt mein ältester Sohn in Nürnberg und die beiden Enkel warten auf uns.“ Da sich der Umbau des künftigen Domizils verzögert, werde er allerdings noch etwas länger als geplant in Augsburg bleiben, verrät Benning. Ob er sich allerdings bei der am 19. Juli beginnenden Jakober Kirchweih blicken lässt, weiß er noch nicht: „Die vielen Ehrenamtlichen sollen ja nicht denken, ich wolle sie kontrollieren.“

Was seine neue Heimat anbelangt, hat sich der bekennende Fußball-Fan bereits darauf eingestellt, dass er die Nürnberger in der nächsten Saison aller Voraussicht nach in der Zweiten Bundesliga anfeuern muss. Das Auf und Ab des FCA hat Benning in den vergangenen Jahren nur noch online oder in den Nachrichten verfolgt. Die Stadionbesuche seien für ihn zu nervenaufreibend gewesen, gibt er zu.

Neben Fußballschauen oder in Krimis schmökern will der 66-Jährige in seiner neuen Freizeit auch weiterhin als Pfarrer aushelfen – „wenn mich die Nürnberger wollen“.

Bernhard Offenberger übernimmt Vertretung

Wie lange seine Stelle in St. Jakob vakant bleibt, kann Benning nicht sagen. Ein halbes Jahr mindestens, vermutet er. Froh ist er, dass Bernhard Offenberger von St. Ulrich in dieser Zeit die Vertretung übernimmt. Als Jugendpfarrer kenne dieser die Gemeinde St. Jakob bereits. Weiterhin die Stellung hält Diakon Christian Achberger.

Friedrich Benning wird am Sonntag, 12. Mai, um 15 Uhr in St. Jakob von seiner Gemeinde und Stadtdekan Michael Thoma mit einem Gottesdienst und anschließendem Empfang verabschiedet.

Lesen Sie dazu auch: Ihr Herz schlägt für die Jakober Kirchweih

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