1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Führungswechsel in der Augsburger CSU: Volker Ullrich wird Vorsitzender

Augsburg

16.07.2019

Führungswechsel in der Augsburger CSU: Volker Ullrich wird Vorsitzender

Johannes Hintersberger (Mitte) stellte sich am Montagabend im Kongress am Park nicht mehr zur Wiederwahl als Augsburger CSU-Parteivorsitzender. Zu seinem Nachfolger wurde Volker Ullrich (rechts) gewählt. Parteichef Markus Söder schwor die Partei auf die Kommunalwahl ein.
Bild: Klaus Rainer Krieger

Volker Ullrich wird mit 82 Prozent zum Nachfolger von Johannes Hintersberger als Parteivorsitzender gewählt. Parteichef Markus Söder schwört auf die Kommunalwahl ein.

Wechsel an der Spitze der Augsburger CSU: Bundestagsabgeordneter Volker Ullrich, 43, ist am Montagabend zum Vorsitzenden der Partei gewählt worden. Ullrich, der keinen Gegenkandidaten hatte, erhielt 58 von 71 gültigen Stimmen (82 Prozent; zwei Stimmen waren ungültig). Er löst Johannes Hintersberger, 65, ab, der die CSU seit 2011 führte. Hintersberger wurde mit lang anhaltendem Applaus verabschiedet.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

Hintersberger hatte seinen Rückzug bereits vor einem Monat angekündigt. Der Landtagsabgeordnete begründete seinen Entschluss damit, dass ein guter Zeitpunkt gekommen sei, um die Verantwortung in jüngere Hände zu legen. Es dürfte auch eine Rolle gespielt haben, dass Hintersberger den Weg für seine Tochter Ruth Hintersberger (Vorsitzende der Jungen Union) frei machen möchte. Ruth Hintersberger wurde am Montagabend dann auch zu einer der stellvertretenden CSU-Vorsitzenden gewählt. Sie kandidiert auch auf der Stadtratsliste auf einem der vorderen Plätze, ihr Vater tritt nicht mehr an. Zu weiteren Stellvertretern gewählt wurden Bürgermeisterin und OB-Kandidatin Eva Weber, Matthias Fink und Michael Gierl.

"Jahre unter der SPD waren verlorene Jahre für Augsburg"

Parteivorsitzender und Ministerpräsident Markus Söder stimmte auf den Kommunalwahlkampf ein. In Augsburg zeige die im ländlichen Bereich stark verankerte CSU, dass sie auch Großstadtkompetenz habe. In den vergangenen Jahren gelang der Augsburger CSU eine leichte Steigerung der Mitglieder auf aktuell 1362. OB-Kandidatin Weber habe die Fähigkeit, die Stadtgesellschaft zu führen, zu integrieren und zu moderieren. Sie könne die gute Zusammenarbeit des scheidenden Oberbürgermeisters Kurt Gribl (CSU) mit der bayerischen Staatsregierung fortsetzen. Gribl habe gute Ideen für Augsburg geliefert. „Die Jahre unter der SPD waren verlorene Jahre für Augsburg. Es gab keine Ideen, sondern nur Forderungen, was andere tun sollen“, so Söder. Der Ministerpräsident kündigte an, dass Augsburg bei Projekten des Freistaats zum Thema Künstliche Intelligenz und Batterieforschung eine Rolle spielen könnte.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Ullrich: CSU muss stärkste Kraft in Augsburg bleiben

Ullrich bekräftigte den Anspruch der CSU, die stärkste Fraktion im Stadtrat zu bleiben und den Oberbürgermeister zu stellen. Die Grünen angesichts ihrer Erfolge zu kopieren, sei keine Lösung. „Wir müssen sie an ihren Widersprüchen stellen. Der Grat zwischen Heiligkeit und Scheinheiligkeit ist schmal.“ Dies gelte auch für die grüne Kommunalpolitik. In der Stadtwerke-Fusionsdebatte im Jahr 2015 seien sie gleichzeitig dafür und dagegen gewesen. Ullrich machte auch deutlich, dass für Befürworter einer Zusammenarbeit mit der AfD in der Augsburger CSU kein Platz sei.

In der Vergangenheit eckte Ullrich intern auch an

Ullrich war in Augsburg lange Jahre Vorsitzender der Jungen Union und schaffte 2002 den Sprung in den Stadtrat. Zusammen mit einigen anderen jüngeren Stadträten probte er nach 2008 den Aufstand innerhalb der Fraktion und gegen die CSU-Stadtregierung – 2009 stand er sogar vor dem Rauswurf aus der Stadtratsfraktion, weil er den damaligen Ordnungsreferenten Walter Böhm (CSU) angegriffen hatte. 2011 wurde Ullrich dann selbst zum Ordnungsreferenten gewählt, nachdem es eine Art innerparteiliche Versöhnung gegeben hatte. Seit 2013 sitzt Volker Ullrich im Bundestag. Er sagte, er habe aus Fehlern gelernt. „Ich war sicher nicht immer der Beliebteste in der CSU.“

Aus der Inninger CSU kommt Kritik

Kritik an der Personalie Ullrich kommt aus dem Inninger Ortsverband der CSU. Ullrich werde wohl die Hälfte des Jahres in Berlin weilen, sichere sich aber mit dem Posten sein Bundestagsmandat, so stellvertretender Vorsitzender Gerhard Schmid. Schon Ende Juni hatte es bei der Aufstellung der Stadtratsliste gerummst, weil die Inninger CSU keinen ihrer Kandidaten durchbringen konnte. OB-Kandidatin Eva Weber sagte damals, die Augsburger CSU habe eine Liste zusammengestellt, die die bürgerliche Mitte abbilde. In der Inninger CSU gebe es einige Personen, „die eher am rechten Rand anzusiedeln sind“. Insofern sei die Nichtberücksichtigung kein Wunder.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren