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Augsburg

07.06.2013

Für den Stadion-Bahnhalt ist der Zug abgefahren

Die Freien Wähler in Augsburg sind wütend über die Aussage von OB Kurt Gribl zum Bahnhalt am Fußballstadion. Er hatte das Vorhaben als vorerst für begraben erklärt.
Bild: Foto: Peter Fastl

Der Wirtschaftsausschuss im Landtag stellt sich mit den Stimmen von CSU und FDP gegen einen Bahn-Halt am Augsburger Fußballstadion.

Ein eigener Bahnhalt am Augsburger Fußballstadion ist vom Tisch. Politisch gibt es für das Anliegen aus der Region Augsburg keine Mehrheit im bayerischen Landtag. Der zuständige Wirtschaftsausschuss hat gestern mit 7:7 Stimmen beschlossen, das Thema jetzt nicht weiter zu verfolgen. Das Regierungsbündnis im Landtag von CSU und FDP stelle sich gegen den Bahnhalt. Bei Stimmengleichheit ist der von der Opposition gestellte Antrag abgelehnt.

Letztlich wird mit dieser Entscheidung die Haltung von Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) getragen, der sich stets ablehnend gegenüber einem Bahnhaltepunkt an der Strecke Augsburg-Buchloe gezeigt hatte. Nicht zu finanzieren, lautete das Argument Zeils. Von einer Investition von über zehn Millionen Euro war die Rede. Das Wirtschaftsministerium verwies darauf, dass der Freistaat sich mit einer Millionenförderung beim Bau der Straßenbahnlinie zum Stadion beteiligt habe.

Augsburg profitiere mehr davon, wenn öffentliche Mittel in Projekte investiert würden, die maximalen Nutzen erzielen. Dazu zähle der Umbau des Hauptbahnhofs, so Zeil.

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Kritik an der Entscheidung des Wirtschaftsausschusses üben die Freien Wähler. Sie hatten in den zurückliegenden Jahren massiv für den Bahnhalt am Stadion gekämpft und geworben. Sie hatten auch eine Resolution auf den Weg gebracht, in der fraktionsübergreifend Politiker aus Stadt und Land Augsburg den Haltepunkt anmahnten.

Freie Wähler sind sauer

Daraus ist jetzt nichts geworden. „Wir fühlen uns verschaukelt und sind stinksauer. Eine Partei, die den Bürgern vor Ort verspricht, sich für sie einzusetzen und in München einstimmig gegen sie stimmt, belügt die Menschen. Das akzeptieren wir nicht“, sagt der stellvertretende FW-Bezirksvorsitzende Fabian Mehring. Gemünzt ist die Aussage auf das Verhalten der CSU-Politiker, die anfangs die Resolution noch mitgetragen hatten.

Bereits vor einigen Wochen hatte Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl (CSU) den Rückzug angetreten. Gegenüber unserer Zeitung sah er wenig Möglichkeiten, dass der Bahnhalt zügig komme. Der Grund dafür sei, dass der Freistaat nicht mitspiele. Gribl sagte: „Es wäre vielleicht besser, über eine weitere Tramlinie im Bedarfsfall nachzudenken, die über die Messe und den Innovationspark zum Stadion führt.“

Mehring sagt jetzt: „Drei Jahre erzählen die Landtagsabgeordneten der CSU den Menschen im Landkreis, sie kämpfen für den Bahnhalt. Nun bricht uns ihre Fraktion in München das Genick. Von nun an braucht sich wirklich niemand mehr zu wundern, weshalb unsere Heimat am langen Arm der Staatsregierung verhungert, während in München Milliardenprojekte wie der zweite S-Bahn-Tunnel und die dritte Startbahn realisiert werden.“

Von einem Bahnhalt am Stadion hätten neben Fußballfans auch Anwohner profitieren sollen.

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