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Augsburg

30.10.2019

Für zwei Lokale am Augsburger Stadtmarkt ist (vorerst) Schluss

Der Japaner "Sakura" und das nebenan liegende Vin Café werden bald abgerissen.
Bild: Peter Fastl

Plus Die Espressobar Vin Café und der Japaner Sakura müssen abgerissen werden. Statiker haben Alarm geschlagen. Wie es jetzt weitergeht.

Das rote Telefon steht nicht im Weißen Haus, sondern in der Espressobar Vin Café auf dem Augsburger Stadtmarkt. Es ist einer der zahlreichen Deko-Gegenstände, die Inhaberin Astrid Grotz in den vergangenen 17 Jahren dort gesammelt und ausgestellt hat. In den zurückliegenden Monaten hätte sie diesen Draht aber gerne genutzt, um Absprachen über die Zukunft ihres Cafés auf direktem Weg zu klären. „Das war ein einziges Hin und Her mit der Stadt“, sagt sie.

Astrid Grotz und ihr rotes Telefon im Vin Café.

Der Holzbalken in ihrem Lokal verrät schon viel über den baulichen Zustand des kleinen Gebäudes – Statiker hatten vor einem Jahr Alarm geschlagen und ihn einsetzen lassen. „Dass etwas getan werden muss, war mit und meinen Mitarbeitern schon lange klar“, sagt sie. Am Donnerstag ist es nun so weit: Dann schließen sie und der nebenan gelegene Japaner „Sakura“ vorerst ihre Lokale. Sie kommen zurück – so viel steht fest. Die Gebäude werden abgerissen und wieder aufgebaut. Nur wann Astrid Grotz ihr Lokal wieder aufsperren wird, kann sie auch heute noch nicht sagen. „In diesem Jahr war schon einmal von einigen Wochen, von vier oder sieben Monaten die Rede“, sagt sie frustriert. Sie würde sich eine besser Information seitens des Ordnungsreferats und des Marktamts wünschen. Am 23. Oktober sei erst die Ausschreibung für den Abriss und Neubau ausgelaufen. Wie schnell das Projekt nun angegangen werden kann, ist ihr nicht bekannt. „Meinen beiden festangestellten Mitarbeitern musste ich mit Wiedereinstiegszusage kündigen. Ich würde mir wünschen, ihnen genauere Angaben zum Neustart machen zu können“, sagt sie.

Vor 17 Jahren hat sie das Vin Café auf dem Stadtmarkt übernommen

Vor 17 Jahren hat sie die Bar übernommen. „Eigentlich eine Schnapsidee. Damals waren wir Stammgast bei Erwin, der hier Prosecco, Käse und Salami anbot. Als er aufhörte, dachte ich mir, dann mache ich das eben selber.“ Seither ist sie mit Herzblut dabei, hat sich einen großen Kreis von treuen Stammkunden aufgebaut. „Wo werden sie sich jetzt treffen?“, macht sie sich ihre Gedanken. Sie steht durch einen Zweitjob beim „Bunten Kreis“ nicht ganz ohne Einnahmen da. „Das ist mein Glück. Ich bin dort seit über 20 Jahren ehrenamtlich tätig. Seit eineinhalb Jahren kümmere ich mich 25 Stunden die Woche um die Öffentlichkeitsarbeit.“

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Sie freue sich auf das neue Gebäude. Dann wird sie ihren Gästen auch doppelt so viele Plätze im Außenbereich bieten können. „Und wir haben dann auch im Café eine Heizung, die im Sommer als Kühlung genutzt werden kann. Außerdem wird die Toilette vergrößert und wir erhalten ein Lager, was wir zuvor gar nicht hatten.“ Ein alternativer Standort wäre für sie als Zwischenlösung nicht finanzierbar gewesen. „Ich werde viel Geld in das neue Café stecken. In eine neue Theke, Tische, Stühle… Da wäre das nicht drin gewesen.“

Auch das Sakura auf dem Stadtmarkt in Augsburg macht (vorerst) dicht

Viraphong Sakura hat eine Alternative in der Fuggerstraße.

Ihr Nachbar Viraphong Sakura schließt ebenfalls am Donnerstag sein Lokal auf dem Stadtmarkt. Er unterhält noch eine Filiale in der Steingasse. In etwa sechs Wochen wird er aber für die Zeit des Umbaus eine Alternative in der Fuggerstraße eröffnen. Sein „Sakura“ zieht dann in das Lokal des „Salädchens“, das sich neben dem Vapiano befindet. Schweren Herzens verlässt er sein Lokal auf dem Stadtmarkt. Genauso wie Astrid Grotz schätzt er die Atmosphäre des besonderen Augsburger Ortes. „Das tut schon weh. Das ist hier wie eine Familie für mich.“

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