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Kauf vor Ort

13.05.2015

Funktionalität und Ästhetik schließen sich nicht aus

Enthüllung: Der Brunnen mit den Bronzeplastiken der Künstlerin Alexandra Fromm fand großen Anklang.
Bild: angu

Der sanierte Oswaldplatz wurde am 8. Mai offiziell seiner Bestimmung übergeben

Am besten umschreibt wohl folgendes Sprichwort die Situation am Oswaldplatz: „Gut Ding will Weile haben.“ Meint, was gut werden soll, braucht Zeit und viele Dinge müssen reifen, um gut zu werden. Dass die Sanierung des Oswaldplatzes eine über 15-jährige Vorgeschichte haben sollte, war nicht abzusehen. Doch zu weit gingen jahrelang die Vorstellungen der verschiedenen Interessensgruppen und politischen Parteien zu diesem innerstädtischen Bauprojekt auseinander, bis man endlich vor zwei Jahren mit Stadtplaner Eberhard von Angerer den richtigen Mann fand, der den berüchtigten gordischen Knoten Stück für Stück löste. Die gestellten Anforderungen waren hoch: Es brauchte eine funktionierende Verkehrsführung, die Stellplatzwünsche der umliegenden Gastronomie und Geschäftswelt mussten Berücksichtigung finden und letztendlich durften Attraktivität und Fußgängersicherheit nicht fehlen. Vom Endergebnis konnten sich am 8. Mai bei der feierlichen Platzeinweihung alle Verantwortlichen und Planer, beteiligte Firmen, Geschäftsleute und Anlieger, viele geladene und spontan gekommene Gästen überzeugen. Der Oswaldplatz, mit seiner schwierigen Lage zwischen vielen ankommenden Straßenzügen, erfuhr eine gewisse Neuordnung.

Lohnender Aufwand

Startschuss für die eigentliche Bauphase war der 12. Juni vergangenen Jahres. Viele Untergrundarbeiten standen an mit neuen Kanal-Hausanschlüssen, Strom- und Wasserleitungen. Es folgten verschiedene gepflasterte Bereiche und Übergänge, Fahrbahnveränderungen, ein attraktiver Aufenthaltsbereich, Neuanpflanzungen und hochwertigere Beleuchtungseinheiten. Oberbürgermeister Dr. Bernhard Gmehling bekräftigte in seiner Einweihungsrede, dass „sich der finanzielle Aufwand von knapp über 1 Mio. Euro wirklich gelohnt habe“ und der Platz „als neues Eingangstor in unserer innerstädtischen Einkaufswelt wahrgenommen wird.“ Aus dem Topf der Städtebauförderung wurde der nicht unerhebliche Anteil von 450.000 Euro für das Projekt freigegeben, mit maßgeblicher Unterstützung von seiten der Regierung von Oberbayern. Die Gestaltung war und ist ein wichtiges Signal und ein Impuls an die Anwohner und anliegenden Geschäftsleute. Die Leerstände in unmittelbarer Nähe sind inzwischen alle mit Leben gefüllt, was sicherlich an der neuen Attraktivität des Platzes liegt.

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Aufenthaltsbereich mit Brunnen

Einige wenige Parkplätze mussten dem Umbau zwar „geopfert“ werden – aber mit was für einem optischen Mehrwert für alle. Der dadurch neu geschaffene Aufenthaltsbereich mit Bänken und Baumbepflanzung wird bereits rege angenommen. Inmitten des Platzes steht ein Brunnen mit einer von der Neuburger Künstlerin Alexandra Fromm geschaffenen Bronzeplastik: Wasser als magischer Anziehungspunkt – eine Oase am Eingang zur Innenstadt und am Rande des großen Verkehrsaufkommens rund um den neuen Oswaldplatz. Alexandra Fromm schuf ein Kunstwerk, das einerseits wunderbar die Kulturstadt Neuburg symbolisiert, andererseits zur Entschleunigung auffordert. Ein Kind ist gebannt von der Musik einer selbstvergessen spielenden Cellistin. Den dynamischen Gegenpol bilden die eiligen Erwachsenen, die den Weg in die Stadt suchen. Dieser neu geschaffene Platz könnte nun genau der Ort sein, der uns die Balance finden lässt zwischen Innehalten und Genießen und nötiger Geschäftigkeit.

Das war erst der Anfang

Feierlich wurde der Brunnen zur Freude aller an diesem Abend enthüllt. Musiker der Musikschule Neuburg unter der Leitung von Klaus Wasilesku untermalten den Festakt mit klassischen Orchesterwerken: Die „Wassermusik“ von Händel hätte nicht passender sein können! Bei einem einstmals optisch eher belanglosen Platz ist jetzt eine wirkliche Aufwertung geglückt. Der Neuburger Oberbürgermeister spricht von einem „Tag mit zweifacher Bedeutung“: „Ein großes innerstädtisches Bauprojekt konnte abgeschlossen werden und gleichzeitig ist dies der Startschuss für eine umfangreiche Sanierung der Innenstadt innerhalb der kommenden Jahre.“ Für Neuburg mehr als aussichtsreiche Zeiten. Text: (angu)

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