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Fußball-WM in Augsburg

23.06.2011

Fußballerinnen bringen Koch und viele Fans mit

Der Hotelturm in Augsburg. Archivbild: Schöllhorn

Wofür braucht eigentlich ein Frauen-Fußball-Team pro Tag 140 Kilo Eis? Und wie sind die Augsburger Hotels auf Spielerinnen und Fans vorbereitet?

Der Koch des Augsburger Dorint-Hotels muss Platz machen, zumindest vorübergehend. In den kommenden drei Wochen bekommt er Verstärkung in der Küche. Die ist auch dringend notwendig – bei dem Speiseplan. Ein „Kim-Chi“ – eine Art vergorener Chinakohl – kennt man ja vielleicht noch. Aber wer weiß, was die Damen der Fußballnationalmannschaft aus Nordkorea, die im Dorint wohnen, sonst noch essen wollen...

Deswegen hat das asiatische Team gleich einen eigenen Koch mitgebracht. Ebenso die Engländerinnen und die Schwedinnen. Alle sechs Teams, die ihre Vorrundenspiele bei der Fußballweltmeisterschaft in Augsburg bestreiten, hat der Fußballweltverband, die FIFA, im Hotelturm einquartiert. Für die Dorint-Mitarbeiter eine „Riesen-Umstellung“, wie Bankettleiterin Kathrin Simon erklärt. Und das nicht nur wegen des Speiseplans.

„Wir sind in den kommenden Wochen komplett auf die WM ausgerichtet“, sagt Simon. Mit jeweils rund 40 Personen reisen die Mannschaften zu den einzelnen Spieltagen an. Die ersten kommen bereits am Samstag. Jedes Team belegt zwei komplette Etagen, jedes bekommt seinen eigenen Speisesaal.

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Und dann haben die Fußballteams noch eine ganz besondere Bestellung aufgegeben: 140 Kilo Eis braucht jedes Team im Schnitt am Tag für das Eisbecken zur Regeneration der Spielerinnen. „Es wird viel Aufwand betrieben“, sagt Bankettleiterin Simon. „Aber wir freuen uns riesig.“ Allein durch die Teams ist das Vier-Sterne-Haus in den kommenden drei Wochen zur Hälfte belegt. Rund um die in Augsburg stattfindenden Spieltage ist man gut gebucht, sagt Simon. Einige Lücken gibt es aber noch.

Das gilt auch für viele der anderen Augsburger Hotels. Wie Götz Beck von der Regio Augsburg berichtet, seien die Unterkünfte derzeit „gut gebucht“. Ein Teil des Gästestroms sei tatsächlich auf die Fußballweltmeisterschaft zurückzuführen. Beck rechnet, dass der Zuwachs bei den Übernachtungen in der Stadt durch die WM letztlich rund fünf Prozent betragen wird.

Einige Gäste haben bereits weit im Voraus gebucht. Bei Sabine Biedermann, der Leiterin der Jugendherberge „Living Cube“, ging die erste Anfrage schon im vergangenen August ein. Der Rockledge Soccer Club, ein Frauenfußballteam einer US-amerikanischen Schule, wird gleich mit 34 Damen anreisen. Auch eine Gruppe mit mehr als 50 kanadischen Sportstudenten hat sich extra für die WM eingemietet. Ebenso Frauenfußballteams aus Deutschland und ein weiblicher Kegelklub, der sich ein Spiel anschauen will. Weil auch die internationalen Mannschaften, die im Rahmenprogramm beim Peace-Cup mitspielen, im „Living Cube“ absteigen, wird es dort multikulturell zugehen. „Alle kommen wegen des positiven Ereignisses, alle freuen sich. Das macht Feierlaune“, sagt Leiterin Biedermann. 222 Betten hat ihr Haus, das zur WM fast komplett voll ist.

Weniger zum Feiern, dafür zum Arbeiten sind die Gäste da, die sich zur WM im Etap-Hotel an der Ackermann-Straße eingemietet haben: Busfahrer, Organisatoren und ehrenamtliche Helfer. Fans sind dagegen nur wenige dabei. „Im Moment ist das Buchungsverhalten da noch sehr verhalten“, sagt Sabine Oppländer von Etap.

Doch selbst, wenn nicht alle Hotelbetriebe direkt von dem Turnier profitieren, Götz Beck von der Regio Augsburg setzt vor allem auf den langfristigen Effekt: „Wir werden durch die WM auf die touristische Landkarte gesetzt.“

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