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Russland

15.02.2016

Gabriele Krone-Schmalz: Sie ist die Putin-Versteherin

„Das ist Unfug“: Gabriele Krone-Schmalz bei Anne Will.
Bild: imago

Die frühere Russland-Korrespondentin ist auch heute noch gut im Geschäft. Als Putin-Versteherin sitzt sie in Talkshow-Sesseln und haut der westlichen Welt ihre Fehler um die Ohren.

Gabriele Krone-Schmalz hat es gut. Ihre Welt ist übersichtlich. In ihrer Welt hat sie immer Recht. Vor allem, wenn es um Russland geht. Schließlich war sie mal ARD-Korrespondentin in Moskau. Das ist zwar fast drei Jahrzehnte her, aber was heißt das schon? Krone-Schmalz ist auch heute noch gut im Geschäft.

Als Putin-Versteherin sitzt sie in Talkshow-Sesseln und haut der westlichen Welt ihre Fehler um die Ohren. Das könnte ja ganz erfrischend sein, würde sich die 66-Jährige zumindest ab und zu mal den Oberlehrerinnen-Tonfall verkneifen. Tut sie aber nicht.

Auch am Sonntagabend bei Anne Will gibt sich die Journalistin wenig Mühe, zu verbergen, dass sie sich nicht nur ihren Gesprächspartnern, sondern auch der Moderatorin weit überlegen fühlt. Sollte Krone-Schmalz diesen Text lesen, würde sie jetzt wohl so etwas sagen wie: „Sprechen wir doch mal über Inhalte!“

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Also gut: Inhaltlich vertritt die Buchautorin („Russland verstehen“) den Standpunkt, dass Wladimir Putin kein Aggressor ist, sondern nur auf Aggressionen und Demütigungen durch den Westen reagiert. Die Amerikaner und die EU hätten „konstruktive Vorschläge“ aus Moskau jahrelang nicht ernst genommen. „Und das rächt sich jetzt ohne Ende“, sagt sie.

Methode Putin: Feindbilder mittels Propaganda aufbauen?

Das kann man so sehen und Krone-Schmalz hat wohl auch Recht, dass „wir Frieden in der Welt ohne Russland nicht hinkriegen werden“. Noch glaubwürdiger wäre sie aber, wenn sie nicht jede Kritik an Moskau so pauschal vom Tisch wischen würde.

Dass die russische Propaganda Europa destabilisieren soll, hält sie übrigens für „Unfug“ – und holt gleich zum Gegenschlag aus: „Wie schlecht ist es um unsere Gesellschaft bestellt, wenn wir es nötig haben, ein solches Feindbild aufzubauen?“

Gegenfrage: Ist es nicht eher die Methode Putin, Feindbilder mittels Propaganda aufzubauen? Nein, Krone-Schmalz will das alles nicht hören.

Das gilt auch für die Kritik von Martin Schulz. Der Präsident des EU-Parlaments wirft bei Anne Will ein, dass in Russland Minderheiten unterdrückt werden, dass Moskau Rechtsextreme in halb Europa finanziert und die Medien vom Kreml gesteuert werden. Dazu fällt offenbar nicht einmal Frau Krone-Schmalz etwas Entlastendes ein. Sie schüttelt den Kopf und sagt: „Ich glaube, wir sollten beim Thema Syrien bleiben.“ Und schon ist alles wieder ganz einfach.

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18.02.2016

Dieser Artikel ist ein Paradebeispiel dafür, wie jemand, der versucht, einen differenzierten Blick auf den „Feind“ Russland zu werfen, aufs übelste diffamiert wird. Frau Krone-Schmalz hat sich nicht von Anne Wills verfänglichen Fragen durcheinanderbringen lassen und „unerwünschte“ Dinge ausgesprochen. Hier versucht die AZ, sie als verquere „Putin-Versteherin“ und „Oberlehrerin“ hinzustellen. Hätte sie die gegenteilige Meinung vertreten, wäre das sicherlich nicht passiert.

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