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Augsburg-Stadt

14.12.2012

Gaskessel soll Heimat für 1500 Künstler werden

Der Gaskessel soll dauerhafte Bleibe für Künstler werden.
Bild: Fred Schöllhorn

Neue Idee für das alte Gaswerk in Oberhausen: Es sollen Künstler einziehen. Sie müssen ihre bisherige Bleibe bis 2018 verlassen.

Von Nicole Prestle

1500 freischaffende Künstler könnten auf dem Gaskessel-Areal eine neue Heimat finden. Es gibt Pläne, die Nutzer des Kulturparks West von Kriegshaber nach Oberhausen „umzusiedeln“. Damit wären zwei Probleme gelöst: Für das Gaskessel-Gelände gäbe es nach jahrelanger Suche eine hochwertige Nutzung. Für den Kulturpark West, der Ende 2017 die einstige Reese-Kaserne räumen muss, wäre eine dauerhafte neue Bleibe gefunden.

Am Montag werden die Mieter des Kulturparks über die Idee informiert. Peter Bommas und Thomas Lindner, die Geschäftsführer der Kulturpark West GmbH, stehen einer Umsiedlung positiv gegenüber: „Am Gaskessel könnte sich eines der europaweit besten Kreativgelände entwickeln“, sagt Bommas.

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Die Stadtwerke, denen der Gaskessel gehört, hatten viele Jahre lang nach Möglichkeiten gesucht, das Gelände zu nutzen. Einzelhandel war im Gespräch, ebenso ein Verkauf. Zuletzt wurden Gebäude und freie Flächen für einzelne Veranstaltungen genutzt, im Sommer fand dort das Festival „Grenzenlos“ statt. Davon abgesehen war das Gebiet nicht öffentlich zugänglich.

Jetzt haben Stadtspitze und Stadtwerke offenbar eine kulturelle Nutzung ins Auge gefasst. Grundstücke und Gebäude sollen nach Auskunft von Baureferent Gerd Merkle in eine Stiftung überführt werden. Sie vermietet die Flächen zu einem symbolischen Preis an den Kulturpark. Für Peter Bommas spielt dies eine wichtige Rolle: „Wir müssen den Mietern zusagen können, dass die Konditionen am Gaskessel ähnlich sein werden wie jetzt in Kriegshaber.“ Dort zahlen die Künstler 5,70 Euro pro Quadratmeter.

Mit 8000 Quadratmetern ist das Gaskessel-Gelände um mehr als die Hälfte größer als die bisherige Bleibe (5000 Quadratmeter). Der Kulturpark könnte also komplett umziehen und hätte Erweiterungsmöglichkeiten. Die Oberhauser Lösung wäre zudem eine endgültige, die Künstler würden in die Erschließung einbezogen.

Auch der hohe Kessel würde zum neuen Kulturpark gehören

Der von weitem sichtbare Gaskessel und zahlreiche andere Gebäude stehen in Oberhausen zur Verfügung. „Die Werkstätten im Westteil müssen abgerissen werden, da sich dort ein Ölsee gebildet hat“, sagt Nicole Christ, im Baureferat zuständig für Konversionsflächen. Dort und auch im Ostteil ist an Neubauten gedacht, der Rest des Komplexes würde saniert. Merkle geht von Investitionen in sieben- bis achtstelliger Höhe aus: „Für solche Projekte gibt es aber zahlreiche Fördermöglichkeiten.“

Der Zeitplan hängt stark von der Reaktion der Künstler am Montag ab. „Sind sie für einen Umzug, könnten wir mit den nächsten Schritten beginnen und ein Umzug wäre Ende 2014, Anfang 2015 möglich“, schätzt Merkle. Andere Alternativen zum Reese-Areal gibt es derzeit nicht.

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