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Augsburg

28.07.2015

Gefährliches Geisterhaus: Fenster fliegen aus marodem Gebäude

Dieses Haus am Schmiedberg macht der Stadt Sorgen: Ein Investor aus den Vereinigten Arabischen Emiraten wollte es sanieren und zum Hotel umbauen. Diese Pläne sind inzwischen gescheitert. Gemeinsam mit der Stadt will der Investor aber an der Umsetzung eines neuen Konzepts arbeiten.
Bild: Anne Wall

Am maroden Gebäude zwischen Schmiedberg und Leonhardsberg sind am Wochenende nicht zum ersten Mal Fenster herausgefallen. Die Stadt fordert nun schnelle Sicherheitsmaßnahmen.

Es zählt seit Jahren zu den größten Augsburger Problem-Immobilien: das leer stehende Gebäude zwischen Schmiedberg und Leonhardsberg, das am vergangenen Wochenende Polizei und Feuerwehr beschäftigte. Bei Wind und Wetter gingen dort mehrere Fensterscheiben zu Bruch. Teile fielen auf die Straße und beschädigten zwei Fahrzeuge. Beim städtischen Bauordnungsamt war man gestern alarmiert: „Der Bauherr muss umgehend Sicherheitsmaßnahmen ergreifen“, sagt Amtsleiter Peter Sterz.

Investor aus den Vereinigten Arabischen Emiraten

Eigentlich sollte das heruntergekommene Geisterhaus saniert und als Hotel neu genutzt werden. Hinter dem Projekt steht ein Investor aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. In Augsburg ist er bislang nicht öffentlich in Erscheinung getreten. Bekannt war aber sein Plan, aus der verwahrlosten Immobilie ein modernes Stadthotel zum machen. Seit Jahresanfang liefen im Innern des Gebäudes Abbrucharbeiten. Zuletzt war aber nicht mehr viel Bautätigkeit zu erkennen.

Insgesamt ist das Haus in einem sanierungsbedürftigen Zustand. Nachdem am vergangenen Wochenende auch noch Fensterscheiben zu Bruch gingen, machen sich Nachbarn Sorgen, ob von der Baustelle weitere Gefahren ausgehen.

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Amtsleiter Sterz sagt, der Investor habe die Vorgabe, die Baustelle ausreichend zu sichern. Darauf sei er ausdrücklich hingewiesen worden. Denn vor einigen Wochen sei schon einmal ein Fenster aus der Fassade gefallen. Daraufhin habe die Feuerwehr den Bauherrn angeschrieben. Nun will das Bauordnungsamt noch einmal nachhaken. Die Haftung liege beim Bauherrn, betont Sterz.

Wie Kudrat Nurmamat als Sprecher des Investors auf Anfrage mitteilt, hat es die Abbruchfirma im Gebäude versäumt, einige Fenster zu schließen. Durch den starken Wind seien dann die Scheiben kaputt gegangen. Geplant sei, die Fassade in Kürze einzurüsten und die alten Fenster auszutauschen.

Aber auch sonst macht die Immobilie weiterhin Probleme. Vom geplanten und genehmigten Hotelprojekt habe der Investor inzwischen wieder Abstand genommen, sagt Nurmamat. Die Kosten seien zu hoch gewesen.

Pläne für Wohn- und Geschäftshaus

Mit einem neuen Architekten will man das Gebäude stattdessen in ein modernes Wohn- und Geschäftshaus verwandeln. Auch für diese Variante gibt es eine Baugenehmigung der Stadt. „Insgesamt ist das Augsburger Objekt sehr schwierig, weil es sehr viele Einschränkungen gibt“, sagt Kudrat Nurmamat. Die Stadt Augsburg habe weder einem Abriss des Gebäudes noch größeren Veränderungen der Fassade zugestimmt.

Dass die Stadt an dieser Stelle genau hinschaut, bestätigt Amtsleiter Sterz. Das Gebäude stehe nicht nur unter Ensemble-Schutz. Es stehe auch an einer wichtigen Ost-West-Achse in der Innenstadt. „Deshalb versuchen wir zusammen mit dem Bauherrn zu einem guten Ergebnis zu kommen“, sagt Sterz. Eine gute städtebauliche Lösung hält auch der Augsburger Heimatpfleger und Architekt Hubert Schulz für nötig. Das ehemalige Haus von Möbel Hess stehe an einem markanten Eingang zur Innenstadt. Nach dem Zweiten Weltkrieg sei es von dem namhaften österreichisch-deutschen Architekten Raimund von Doblhoff geplant worden.

Von Doblhoff spielte eine wichtige Rolle beim Wiederaufbau der Stadt Augsburg, etwa bei den historischen Fuggerhäusern und der Fuggerei. Er habe auch moderne Architektur auf der Höhe seiner Zeit geschaffen, sagt Schulz. Aus all diesen Gründen es wichtig, bei der Modernisierung des Gebäudes strenge architektonische Maßstäbe anzulegen.

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