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Augsburg

17.01.2019

Gegenwind für Bürgerhaus-Anbau in Pfersee

Diese Freifläche zwischen Jugendhaus (links) und Bürgerhaus Pfersee ginge bei einem Erweiterungsbau verloren. Die Bürgeraktion Pfersee Schlössle kann sich mit diesem Vorhaben aus mehreren Gründen nicht anfreunden.
Bild: Annette Zoepf

Der Stadtrat soll Ende Januar über das Vorhaben entscheiden. Doch der Stadtteilverein sieht in den aktuellen Plänen keinen Mehrwert für die Begegnungsstätte.

Bis zu 1,4 Millionen Euro an staatlichen Fördermitteln sind für eine Erweiterung des Bürgerhauses Pfersee in Aussicht gestellt. Mit Mitteln aus dem Investitionspakt „Soziale Integration im Quartier“ könnte das Gebäude in der Stadtberger Straße für Rollstuhlfahrer oder Besucher mit Gehbehinderung leichter zugänglich werden (wir berichteten ).

Von der Bürgeraktion Pfersee Schlössle kommt jetzt Gegenwind für die Pläne. Vorsitzender Dietmar Egger erachtet es zwar als wichtig, dass das Begegnungszentrum barrierefrei wird. Das ließe sich aber auch mit einem Aufzugturm bewerkstelligen, der wenig Platz beanspruchen würde und für schätzungsweise 80.000 Euro zu haben wäre. Eggers Kritik richtet sich zum einen gegen die geplante Situierung des Anbaus im Vorgelege zwischen Bürger- und Jugendhaus. „Damit würde eine intensiv genutzte öffentliche Grünfläche verloren gehen.“

Bürgeraktion schlägt Alternativstandorte vor

Zum anderen missfällt ihm, dass der zweigeschossige Erweiterungsbau Räume für einen Familienstützpunkt und eine Großtagespflege für Mädchen und Buben im Kindergartenalter beherbergen soll. „Wo ist da der Nutzen fürs Bürgerhaus?“, fragt sich der Chef der Bürgeraktion. Wenn schon über eine Erweiterung nachgedacht werde, sollte es doch in erster Linie um zusätzliche Räume fürs Bürgerhaus und nicht für ein Bürogebäude gehen. Für einen derartigen Verwaltungsbau könnte sich Egger Alternativstandorte vorstellen – angefangen vom Dierig-Areal bis zu einer Fläche auf dem Sheridan-Areal, die seit Langem für ein Parkhaus reserviert ist.

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Es ist nicht das erste Mal, dass die Bürgeraktion das Bauvorhaben auf dem Freigelände des Bürgerhauses kritisch beäugt. Die Arbeiterwohlfahrt Augsburg als Betriebsträgerin wollte vor einigen Jahren das Begegnungszentrum in Kombination mit einer Kindertagesstätte erweitern. Dies hätte allerdings eine Verlegung des Basketballplatzes und Eingriffe in den angrenzenden Schlösslepark zur Folge gehabt. Die Stadt rückte letztlich von diesem Kita-Standort ab.

Sozialreferent ist froh über das Förderprogramm

Diesmal will sich Sozialreferent Stefan Kiefer nicht von den Erweiterungsplänen abbringen lassen. Der Grund: Um die staatlichen Zuschüsse abrufen zu können, muss die Stadt demnächst den Antrag für das Bauvorhaben einreichen. „Ich bin froh, dass wir in diese Förderung aufgenommen wurden. Nur mit einem solchen Programm, bei dem 90 Prozent der förderfähigen Kosten vom Staat übernommen werden, haben wir die Chance, hier neuen Begegnungsraum für die Bürgerschaft zu schaffen“, sagt Stefan Kiefer.

Der Sozialreferent und 3. Bürgermeister will das Projekt am 31. Januar im Stadtrat vorstellen und hofft auf breite Zustimmung. Bevor er nicht den Beschluss zu den Planungen habe, wolle er sich dazu nicht öffentlich äußern. Aus diesem Grund habe er auch noch nicht mit der Bürgeraktion gesprochen. Ohnehin glaubt Kiefer nicht, dass Egger in dieser Angelegenheit für die Mehrheit des Vereins spricht. „Ich kenne viele Mitglieder, mich eingeschlossen, die das völlig anders sehen.“

1400 Veranstaltungen jährlich im Bürgerhaus

Mit dem Bürgerhaus an sich ist die Bürgeraktion eng verbunden. Bei dessen Gründung 1982 ging es ihr vorrangig um den Erhalt des Pferseer Schlössles, das damals eine Bauruine in städtischem Besitz war. Die Mitglieder schlugen vor, in diesem Baudenkmal eine Begegnungsstätte für die Bevölkerung zu schaffen. Als der Stadtrat das Schlössle an einen Bauträger verkaufte, setzte die Bürgeraktion mit anderen Mitstreitern durch, dass ganz in der Nähe ein Bürgerhaus gebaut wurde. Es dient bereits seit 1989 als Begegnungsort für Gruppen und Vereine. Darüber hinaus finden hier auch kulturelle Veranstaltungen und Kurse der Volkshochschule statt. Doch mittlerweile ist die Begegnungsstätte mit rund 1400 Vermietungen in Saal, Cafeteria und weiteren Räumen an ihrer Kapazitätsgrenze angelangt. Keiner der Räume ist stufenlos erreichbar, was etliche Besucher vor große oder teilweise unüberwindbare Probleme stellt.

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