Newsticker

Drosten warnt: Corona-Lage könnte sich auch in Deutschland zuspitzen
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Geglückter Start im Windschatten der Bahn AG

17.03.2009

Geglückter Start im Windschatten der Bahn AG

Ein Trittbrett, das sich am Bahnsteig verhakte, war bislang die ärgste Panne. Ansonsten aber ist Heino Seeger, Chef der Bayerischen Regiobahn (BRB), mit den ersten Monaten des Unternehmens in Augsburg zufrieden. Während die großen Konkurrenten von der Bahn AG Mitte Dezember einen mit Pannen behafteten Stolperstart in die Zukunft des regionalen Bahnverkehrs hinlegten, kam die private Regiobahn gut aus den Startlöchern.

Zur Ammerseebahn kommt die Strecke nach Ingolstadt

Die blau-weißen Züge verbinden Augsburg auf der sogenannten Ammerseebahn mit Weilheim und Schongau und ergänzen gerade bis Mering das Angebot der Bahn für Augsburg-Pendler. Im Dezember kommt die Strecke über Aichach und Schrobenhausen nach Ingolstadt hinzu. Die Triebwagen der Regiobahn fahren dann jede Stunde in die Audi-Stadt, jede halbe Stunde nach Aichach und jede Viertelstunde nach Friedberg.

Das Angebot der BRB ist Teil des regionalen Schienentaktes, der Augsburg mit seinem Umland wie eine S-Bahn verbinden soll. Die BRB - eine Tochter des französischen Veolia-Konzerns - hat bis 2019 die Konzession für ihre Strecken und erhält für ihre Leistungen Geld vom Freistaat. Damit der Laden läuft, wird in Augsburg investiert.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Bis Jahresende will die BRB für ihr hiesiges Netz knapp 100 Mitarbeiter beschäftigen und 26 Diesel-Triebwagen (siehe kurz informiert) zum Stückpreis von gut 2,5 Millionen Euro einsetzen. Auf dem Gelände des Bahnparks soll in Zusammenarbeit mit der Localbahn eine eigene Werkstatt entstehen. Die BRB rüstet sich für eine längere Präsenz in Augsburg und könnte sich durchaus vorstellen, mehr Strecken zu übernehmen, wenn diese ausgeschrieben werden, sagt Seeger.

Trotz dieser Kampfansage in Richtung Bahn - man arbeite mit den Kollegen vom Staatskonzern gut zusammen, betont der Augsburger BRB-Statthalter Bastian Goßner. Beide Unternehmen erkennen gegenseitig die Fahrscheine an, auch die Tickets des Augsburger Verkehrsverbundes AVV gelten bei der BRB. In Augsburg beispielsweise halten BRB-Züge in Oberhausen, am Hauptbahnhof, an der Haunstetter Straße und in Hochzoll. Gossner: "Unser Konkurrent ist nicht die Bahn, sondern das Auto."

Zu viele Züge für den Hauptbahnhof

Eine Sorge ist freilich allen Bahnunternehmen in Augsburg gemeinsam - ob sie nun Menschen oder Güter befördern. Die Bahn-Infrastruktur in der Stadt stößt an ihre Grenzen, vor allem der Hauptbahnhof. "Der ist schon jetzt über seine Kapazität hinaus beansprucht", klagt Goßner. Jede kleine Verzögerung am Hauptbahnhof löse eine Kettenreaktion aus, in deren Folge sich weitere Züge verspäten.

Der Grund: Die schrittweise Einführung des regionalen Schienentaktes sorgt für eine zunehmende Zahl an Zügen, doch der für den Regionalverkehr vorgesehene zusätzliche Bahnsteig F lässt auf sich warten, so lange der Umbau des Augsburger Hauptbahnhofs eine Hängepartie ist.

Doch nicht nur deshalb ist BRB-Chef Seeger ein Befürworter der Mobilitätsdrehscheibe, als deren Herzstück der Hauptbahnhofsumbau gilt. Ein weiter ausgebautes Nahverkehrsangebot in Augsburg bringe auch den Zügen mehr Passagiere, glaubt Seeger.

Wobei schon die Triebwagen von Bahn und BRB für eine Verbesserung sorgen. Wenn diese ihre Verbindungen Richtung Friedberg aufnimmt, wird ab dem 13. Dezember zwischen Hauptbahnhof und Hochzoll alle vier Minuten ein Nahverkehrszug unterwegs sein. So einen dichten Takt schafft nicht einmal die Straßenbahn, wenn sie Ende 2010 durch Hochzoll fährt.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren