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Augsburg-Stadt

25.12.2015

Geheimsache Roncallihaus

In ihrem Partykeller trifft sich die Pfarrjugend von St. Georg und Michael regelmäßig.
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In ihrem Partykeller trifft sich die Pfarrjugend von St. Georg und Michael regelmäßig.
Bild: Joachim Wetzenbacher

Die Pfarrjugend von St. Georg und Michael in Göggingen fürchtet um ihre Zukunft.

Die Pfarrjugend von St. Georg und Michael in Göggingen ist groß und aktiv. Jedes Jahr bereichert sie die Gemeinde mit einem Kinderfest, veranstaltet Jugendlager und ist auch sonst nicht aus dem Gemeindeleben wegzudenken. Doch jetzt gibt es gewaltig Knatsch in der Pfarrei. Grund ist der Neubau des Roncallihauses und die „Geheimniskrämerei“, die Pfarrer Nikolaus Wurzer und die Pfarrverwaltung um den Neubau machen, wie die Jugendlichen in einem Gespräch mit unserer Zeitung beklagen.

Die Pfarrjugend befürchtet, dass ihre Belange beim Neubau nicht genug berücksichtigt werden und hatte Wurzer um ein Informationsgespräch gebeten, berichten Matthias Wolczyk und Michael Ahn. Doch statt der erhofften Informationen gab es nur Ausflüchte, so die jungen Leute. „Wenn es um Details ging, hieß es nur, man habe gerade die Pläne nicht zur Hand und könne dazu nichts sagen“, so Wolczyk. „Das ist alles Geheimsache“, ärgert er sich. Man wisse zwar jetzt, dass es Räume für die Jugendlichen geben soll, aber wie groß diese sind, ob sie gut liegen und wie sie genutzt werden können, war dem Pfarrer nicht zu entlocken. Derzeit hat die Pfarrjugend im Roncallihaus einen eigenen Partyraum, den die jungen Leute im Laufe der Jahre selbst ausgebaut und für ihre Bedürfnisse hergerichtet haben. Jede Woche finden hier Jugendtreffen statt, auch für Geburtstagsfeiern können die Jugendlichen den abgetrennten Raum nutzen, wo sie niemanden stören.

180 Quadratmeter Lager

Zum Partyraum kommen 180 Quadratmeter Lagerfläche im Keller des Pfarrhauses, die belegt sind mit Ausrüstungsgegenständen fürs Jugendlager und das Kinderfest. Im ersten Entwurf für den Neubau war überhaupt kein Platz für die Pfarrjugend vorgesehen – erst auf Intervention versprach die Verwaltung, sie in den Plänen zu bedenken. „Doch seitdem haben wir nichts mehr gehört, und wenn im Januar die endgültigen Pläne vorgelegt werden, können wir sicherlich nichts mehr ändern, dann müssen wir nehmen, was wir kriegen“, so Wolczyk. Die Vermutung: Weil die Verwaltung ins Roncallihaus zieht, könnte das alte Pfarrhaus über kurz oder lang verkauft werden. Dann wären die 180 Quadratmeter Lager mit einem Mal weg.

Wie schlecht das Verhältnis des Pfarrers zu seiner Jugend sei, berichtet ein anderes Mitglied, das seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. „Bei den ganzen Planungen hat die Jugend keine Rolle gespielt“, sagt er. „Wir sind dem Pfarrer ein Dorn im Auge, weil wir nicht einfach alles stillschweigend akzeptieren.“ Denn es sei klar, wenn die Jugend keinen vernünftigen Platz mehr im Roncallihaus habe, werden ihr in Kürze die Mitglieder weglaufen. „Es kann doch nicht sein, dass in Göggingen ein Jugendhaus gefordert wird, und St. Georg und Michael baut die Pfarrjugend zurück“, so der junge Mann.

Pfarrer will nichts sagen

Matthias Wolczyk und Michael Ahn sind von dem Umgang mit ihrem Anliegen enttäuscht. „Wir hätten uns gewünscht, dass der Pfarrer unsere Sorgen ernst nimmt und die Pläne offenlegt“, so Wolczyk. Pfarrer Nikolaus Wurzer war gegenüber unserer Zeitung zu keiner Stellungnahme bereit und verwies auf die Informationsveranstaltung am 15. Januar.

Die Neubaupläne hatten schon im Vorfeld für Unmut in Göggingen gesorgt. So kritisierte die Arbeitsgemeinschaft Gögginger Vereine (ARGE), dass die Pläne nur die Bedürfnisse der Kirche berücksichtigten und der Charakter des Hauses als Gemeindezentrum verloren gehe. Weil beispielsweise die bestehende Bühne eingespart wird, muss sich das Kleine Volkstheater eine neue Heimat suchen. Eine Umfrage unter den Gögginger Vereinen nach der Präsentation der Pläne ergab, dass das Haus so unattraktiv würde.

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