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01.07.2010

Gehörnte Raubtiere in der Grundschule

Antonsviertel Ein rotes Zirkuszelt, jonglierende Clowns, grasende Ziegen und das alles mitten auf einer Schulwiese. So etwas hat Paula Print in ihrem ganzen Entenleben noch nie gesehen. Aber nicht für die Zeitungsente, sondern auch für die 300 Schüler ist der Zirkus Flip Flop auf dem Gelände der Wittelsbacher Volksschule eine neue Erfahrung. Eine Woche lang nimmt die Schule an einem spannenden Projekt teil. "Uns hat eines Tages ein unscheinbares Fax von der Artistenfamilie erreicht, das sehr sympathisch geklungen hat", erzählt Lehrerin Gabriele Cornelius der neugierigen Paula. "Wir fanden, ein Zirkus passt zu unserer Schule, denn dort können Kinder ihre Fantasie und Kreativität ausleben." Jede der insgesamt dreizehn Klassen habe jeweils einen Projekttag, mit einem anschließenden Auftritt vor Publikum am Abend. Wenn es dann heißt "Manege frei", dürften die Schüler zeigen, was sie den ganzen Tag über von den Artisten gelernt haben, sagt Cornelius.

Von Paula Print und Ramona Langner

Als Paula das Zirkuszelt betritt, das rund 300 Leute fasst, wird ihr ganz schummrig. Die große Manege, die hellen Lichter, die lachenden Kinder. "Alles wie im echten Zirkus", stellt sie fest. "Willst du dich mal im Jonglieren versuchen?", fragt Daniel Spindler, einer der Artisten bei Flip Flop und reicht der überraschten Zeitungsente drei bunte Plastikringe. Nach ein paar kläglichen Versuchen muss Paula aber feststellen, dass sie mit ihren gefiederten Ärmchen wohl nicht zur Zirkusartistin geboren ist. Die Kinder der Wittelsbacher Volksschule stellen sich da schon etwas geschickter an. Sie haben die richtigen Handgriffe schon nach ein paar Minuten heraus. "Das gemeinsame Erlernen der Kunststücke stärkt den Zusammenhalt in der Gruppe", ist Spindler sich sicher. Er weiß genau, wovon er spricht, denn er ist seit sechs Jahren mit seiner vierköpfigen Truppe unterwegs. Der Handstandakrobat begeisterte mit seinen Kunststücken bereits Zuschauer überall in Europa. Auch die Kinder sind vom Können der Flip-Flop-Artisten beeindruckt. Die Clowns haben es der neunjährigen Maria angetan.

"Das Witzigste ist, wenn sie die Zuschauer veräppeln und sie abstauben oder nass machen", findet sie. "Es ist einfach interessant, auch mal hinter die Kulissen eines Zirkus schauen zu dürfen und zu sehen, wie dort gearbeitet wird", so die Schülerin weiter. Drittklässler Johannes kann sich gar nicht entscheiden, welche Kunststücke ihm am Besten gefallen und berichtet Paula begeistert: "Wir lernen hier zaubern, üben mit dem Hula-Hoop-Reifen und dürfen sogar echte Tauben auf die Hand nehmen."

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Sogar in Mathematik rechnen die Schüler mit Clowns und Zirkustieren. "Momentan haben wir das Thema Gewichte, da lernen wir zum Beispiel, wie viel Elefanten und Tiger wiegen", erklärt Johannes. Da kann sich die Zeitungsente gut vorstellen, dass der Unterricht Spaß macht.

Termin Höhepunkt der Projektwoche ist die Galaabschlussvorstellung am morgigen Freitag, um 14 Uhr, im Zirkuszelt neben der Wittelsbacher Volksschule.

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