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Augsburg

11.10.2018

Geld für den Erhalt der Stadtmauer am Theater? Ein Pro und Contra

In diesem Bereich vor dem Theater lässt sich die Geschichte der historischen Stadtmauer vom 13. bis ins 19. Jahrhundert dokumentieren.
Bild: Silvio Wyszengrad

Plus Bis zu 4,9 Millionen Euro könnte der Erhalt der Stadtmauer am Theater kosten. Was dafür und was dagegen spricht, lesen Sie hier in einem "Pro" und "Contra".

Augsburgs Archäologen haben neben dem Theater Reste der historischen Stadtmauer freigelegt. Der Fund ist so bedeutend, dass die Stadtverwaltung nun über eine Änderung der Theaterplanung nachdenkt, um die Mauer zu erhalten und öffentlich sichtbar zu machen. Damit verbunden wären Mehrkosten zwischen 3,9 und 4,9 Millionen Euro. Ob das Geld investiert wird, soll der Stadtrat entscheiden. In unserer Redaktion sind die Meinungen geteilt.

Lesen Sie hier den Artikel: Theater-Umbau könnte durch ein Stück Stadtmauer deutlich teurer werden

Pro Erhalt Stadtmauer am Theater

Nicole Prestle begründet, warum sich die Stadträte für den Erhalt der Mauer einsetzen sollten:

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Augsburg ist Bayerns drittälteste Stadt, dennoch stößt man nur an wenigen Stellen im öffentlichen Raum auf historische Relikte. Die meisten Funde können die Archäologen nur dokumentieren; danach werden sie zugeschüttet oder unwiederbringlich zerstört. Vor dem Theater besteht nun die Chance, die Vergangenheit für Touristen und Bürger sichtbar zu machen. Was die Idee darüber hinaus reizvoll macht: Augsburgs Geschichte ginge mit dem modernen Neubau des Orchesterprobensaals auch architektonisch eine spannende Verbindung ein.

Man kann also nur hoffen, dass die Stadträte den Mut haben, sich für den Erhalt dieses Stücks Stadtmauer einzusetzen – auch wenn sie mit einer solchen Entscheidung auch Kritik ernten werden. Viele Bürger halten das Theaterprojekt ja schon jetzt für finanziell überdimensioniert. Die fünf Millionen mehr werden sich langfristig aber positiv auswirken: Rund ums neue Theater entsteht in Zukunft ein neues, lebendiges Viertel, das auch Junge und Auswärtige locken soll. Dessen Flair kann durch die Präsentation der Mauer nur gewinnen.

Contra Erhalt Stadtmauer am Theater

Michael Hörmann schreibt, warum er dagegen ist, Geld für den Erhalt der Mauer auszugeben:

Es ist ein finanzieller Kraftakt, den sich die Stadt aufgebürdet hat. Die Sanierung des kompletten Theaterstandorts kostet ohne Nebenkosten und Archäologie bereits 186,3 Millionen Euro. Davon entfallen 113,9 Millionen auf das Große Haus. Es gab in den Diskussionen um die Sanierung Stimmen, die vor einem Fass ohne Boden warnten. Das eingeplante Geld werde niemals reichen, hieß es. Beim Großen Haus ist daher alles auf den Euro kalkuliert. Darum stellt sich aus finanziellen Überlegungen die Frage, warum nun weitere bis zu fünf Millionen Euro zusätzlich für eine alte Stadtmauer bereitgestellt werden sollen.

Es geht hier schlicht gesagt um ein Theaterprojekt. Die Augsburger sollen ein modernes, funktionstüchtiges Haus im Jahr 2023 erhalten. Dazu braucht es aber kein unnötiges Geld für die Stadtmauer. Wer etwas für die Historie dieser geschichtsträchtigen Stadt tun möchte, darf an die ungewisse Zukunft des Römischen Museums erinnert werden. Es gibt derzeit eine beschämende Zwischenlösung. Das kann keinen zufrieden stellen. Hier gilt es deshalb, Millionen in die Hand zu nehmen.

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Bild: Silvio Wyszengrad
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