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Prozess in Augsburg

19.08.2019

Geld veruntreut: Ex-Theater-Mitarbeiter will 120.000 Euro zurückzahlen

Ein ehemaliger Theater-Mitarbeiter wurde zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, weil er sich jahrelang in der Kasse bedient hatte.
Bild: Wyszengrad (Archiv)

Ein ehemaliger Kassenwart hat am Theater Augsburg jahrelang Geld in die eigene Tasche gesteckt. Nun wurde er verurteilt - und steht vor den Trümmern seines Lebens.

Er steckte mehr als 80.000 Euro in die eigene Tasche: Ein ehemaliger Mitarbeiter des jetzigen Staatstheaters Augsburg ist am Montag wegen Untreue in 28 Fällen zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und acht Monaten verurteilt worden. Das Schöffengericht unter Vorsitz von Richterin Ute Bernhard sah es als erwiesen an, dass der 59 Jahre alte frühere Kassenwart des Theaters im Zeitraum von Februar 2013 bis August 2018 immer wieder Bargeld aus der Hauptkasse genommen hatte. Dabei handelte es sich meist um Zahlungen für Programmhefte, Karten im Vorverkauf und auch Gebühren für die Garderobe.

Ex-Mitarbeiter des Theaters Augsburg steckte tief in den Schulden

Der 59-Jährige hatte versucht, das Fehlen des Geldes zu verschleiern, indem er Angaben im Buchhaltungssystem des Theaters änderte, teils über Scheinbuchungen. Offenbar ging er dabei so geschickt vor, dass sein Vorgehen jahrelang nicht auffiel. Allzu schwer gemacht wurde es ihm wohl nicht – und die Personaldecke des Theaters war für eine intensive Überprüfung offenbar zu dünn. Wie der für die Ermittlungen zuständige Kriminalpolizist als Zeuge aussagte, habe es bereits seit Jahren Hinweise an die Stadt gegeben, dass das interne Kontrollsystem in dem Bereich zu schwach, nicht ausreichend sei. Ein Mitarbeiter des Rechnungsprüfungsamtes monierte das löchrige System demnach jahrelang immer wieder aufs Neue, ohne dass etwas passierte.

Vor Gericht räumte der Angeklagte die Taten vollumfänglich ein und sagte, er sei in eine „Schuldenspirale“ geraten; angefangen habe alles mit dem Kauf eines Autos. Die monatlichen Ausgaben seien irgendwann zu hoch gewesen. Wirklich erklären konnte er die vielen Fälle, den enormen Gesamtbetrag allerdings nicht. Auch wenn Richterin Bernhard und Staatsanwalt Benjamin Rüdiger nachhakten. Ging das Geld für Urlaubsreisen drauf, für teures Essen, ja wofür? Das Auto kostete schließlich nur 19.000 Euro, nicht die mehr als 80.000 Euro, die der Mann veruntreute. Aber die Antwort blieb offen. Der ehemalige Kassenwart redete vage, von hohen monatlichen Ausgaben, von Zinsen für Kreditkarten. Aber er ging nicht ins Detail, vielleicht kann er es nicht, vielleicht hat er die eigenen Finanzen irgendwann nicht mehr überblickt.

Geld veruntreut: Ex-Theater-Mitarbeiter will 120.000 Euro zurückzahlen

Verurteilter will 120.000 Euro an die Stadt Augsburg zurückzahlen

Die Unregelmäßigkeiten waren jedenfalls im Rahmen der regelmäßigen Wirtschaftsprüfung im Theater dann doch irgendwann aufgefallen. Wie der Kaufmännische Direktor Friedrich Meyer vergangenes Jahr gegenüber unserer Redaktion sagte, habe es sich um einen neuen Wirtschaftsprüfer gehandelt; die Unternehmen, die zuvor mit der Aufgabe betraut waren, hatten das Problem nie bemerkt. Der gesamte, von dem Wirtschaftsprüfer festgestellte Fehlbetrag liegt laut Anklage der Staatsanwaltschaft Augsburg bei mehr als 110.000 Euro. Ein Teil der Taten ist allerdings verjährt.

Um den Schaden wiedergutzumachen, hat der 59-Jährige seine Wohnung verkauft; 120.000 Euro aus dem Kaufpreis will er an die Stadt zahlen, so hoch ist der Gesamtbetrag samt Zinsen, wie sein Anwalt Stefan Pfalzgraf sagte. Der frühere Kassenwart ist tief gefallen, ihm wurde fristlos gekündigt, aufgrund von Depressionen wurde er psychotherapeutisch behandelt und war bis vor kurzem krankgeschrieben. Heute ist er arbeitslos.

Richterin Ute Bernhard sagte, der Mann stehe vor den Trümmern seines Lebens. Er habe Vertrauen missbraucht, über viele Jahre, es gehe auch um eine erhebliche Schadenssumme. Aber es gebe viele Gründe für eine Bewährungsstrafe, so sei der Mann nicht vorbestraft und habe von Anfang an Aufklärungsbereitschaft gezeigt, sei von Anfang an geständig gewesen. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

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