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Augsburger Friedensfest

22.07.2018

Gemeinsames Essen als Beitrag zum Frieden

Damit die Oberhauser Friedenstafel nicht ins Wasser fallen musste, stellte der Mesopotamienverein seine Räume für den Auftakt des Friedensfestprogramms zur Verfügung.
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Damit die Oberhauser Friedenstafel nicht ins Wasser fallen musste, stellte der Mesopotamienverein seine Räume für den Auftakt des Friedensfestprogramms zur Verfügung.

Mit reichlich gedeckten Tafeln startet am Sonntag in Oberhausen und im Bärenkeller das Programm zum Augsburger Exklusiv-Feiertag. 

Seit zwei Jahren steht der Mesopotamienverein als Schlechtwetter-Gastgeber der Kleinen Friedenstafel in den Startlöchern. Diesmal darf er seine Gastfreundschaft beweisen. Wegen des anhaltenden Regens hat sich das Team des Friedensbüros bereits am Samstag für den Ortswechsel vom Oberhauser Helmut-Haller-Platz in die Clubräume in der einige hundert Meter entfernten Mendelssohnstraße entschieden. Aziz Akcan, Vorsitzender des Mesopotamienvereins, freut sich, dass sich am Sonntagmittag der Saal mit ihm fremden Gesichtern füllt. „Unseren Verein gibt es seit 40 Jahren, wir sind Teil der Augsburger Gesellschaft“, sagt er.

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Schon bevor die Gäste kommen, sind die Tische gedeckt. Überall stehen Wasserflaschen sowie Teller mit Friedenstauben aus Teig und Trauben bereit. Etliche Besucher kommen mit vollen Händen. Etwa Angelika Haselböck, die ihre pikanten Hefeschnecken mit den anderen teilt. Sie begrüßt es, dass das „wichtige Friedensfest“ sich jetzt auch in ihrem Stadtteilen widerspiegelt: „Oberhausen ist doch schon immer multikulti.“

Auch Kati Wimmer will ihre Pizzaschnecken in Gemeinschaft genießen. Die Sozialpädagogin der Drogenhilfe Schwaben, die sich am Haller-Platz und im neuen Süchtigentreff um die Drogen- und Alkoholkranken kümmert, hätte gerne ihren Klienten die Friedenstafel schmackhaft gemacht. Am Platz sei das im Vorjahr gelungen, doch die Vereinsräume seien für sie zu weit weg.

Gemeinsames Essen als Beitrag zum Frieden

Weniger Spontanbesucher

Der Ortswechsel und das schlechte Wetter haben wohl dazu geführt, dass sich die Anzahl der Spontanbesucher in Oberhausen in Grenzen hält. Und so sind bei der offiziellen Eröffnung des Friedensfestprogramms, das bis zum 8. August mehr als 80 Veranstaltungen bietet, vor allem Besucher in offizieller Mission dabei. CSU-Stadträtin Ingrid Fink übernimmt die Begrüßung der Stadt, und die Gruppe Ta Mourmourakis bringt mit griechischer Musik Urlaubsstimmung in den trüben Sonntag. Viel Aufmerksamkeit erfahren die Vertreter mehrerer christlicher und islamischer Religionsgemeinschaften mit ihren Friedensbotschaften.

Für den katholischen Pfarrer Bernd Weidner ist es an diesem Sonntag bereits die zweite Friedenstafel. Denn auch im zweiten Stadtteil seiner Pfarreiengemeinschaft, im Bärenkeller, sind exakt zur selben Zeit die Tische gedeckt. Anders als in Oberhausen, wo die Stadt verantwortlich zeichnet, haben hier die Bürger unter der Regie der Aktionsgemeinschaft Pro Bärenkeller die Organisation übernommen.

Auch hier müssen Vorsitzende Christine Deschler und ihr Team vom Bürgerplatz in den Pfarrsaal St. Konrad ausweichen, was in diesem Fall für die Besucher keinen Umweg bedeutet. Und die Gäste lassen sich nicht lumpen. Noch eineinhalb Stunden nach Beginn biegen sich die Tische unter den mitgebrachten Köstlichkeiten. Irene Haffner etwa hat pikante Muffins mit Oliven und Käse gebacken. Die Mitarbeiterin der Kita Pumuckl ist zwar ohnehin im Stadtteil gut vernetzt. Dennoch hat sie beim Essen neue Menschen kennengelernt: „Hier trifft man auch mal Menschen, die man sonst nicht sieht.“

Das Mitbringel von Mathias Kuntzer – schwäbischer Zwiebelkuchen mit ungarischer Bratwurst belegt – hat Symbolcharakter. In dem deftigen Gericht stecken seine beiden Seiten, denn der Augsburger hat Wurzeln in Donauschwaben. Seine Mutter floh mit ihm, als er noch ein Baby war, nach Deutschland. Der Rentner weiß zu gut, wie wertvoll Frieden ist. Und er freut sich über viele Mitfeiernde.

Auch die Aktionsgemeinschaft, die mit dem Konzept der Kleinen Friedenstafel den ersten Preis der so genannten Stadtteil-Challenge gewonnen hat, freut sich über die gelungene Premiere. „Das machen wir im nächsten Jahr wieder“, verspricht Deschler. Dann machen sich die Besucher nicht nur mit Essensresten auf den Heimweg, sondern auch mit einem Geschenk – den kleinen, vom Kindergarten St. Konrad bemalten Friedenshäuschen.

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